Outdoor vs. Indoor - Die 7 Größten Unterschiede beim Klettern

    Ob drinnen oder draußen, Klettern macht immer Spaß! Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gibt, wie das Glücksgefühl wenn man seine Kletterhöhe bewältigt hat, gibt es doch auch einige Unterschiede zwischen dem Klettern unter freiem Himmel und dem Klettern in der stets warmen Kletterhalle.

    1. Das Wetter

    Das offensichtlichste zuerst. Klar - das Wetter spielt beim Outdoor-Klettern eine wesentlich größere Rolle als in der Indoor Kletterhalle. Zwar musst du dich auch bei schlechtem Wetter kurz durch den Regen in die Kletterhalle quälen, aber dann ist das Wetter auch schon, bis zur Heimfahrt, wieder passé. Anders sieht es aus, wenn du draußen Klettern gehen willst. Hier kann es schnell dazu kommen, dass du nicht nur Regen sondern auch großer Hitze oder sogar Schneefall ausgesetzt bist. Du musst hier tatsächlich auch auf die richtige Funktionskleidung achten. Eine Sporthose und ein lässiges T-Shirt wie in der Kletterhalle sind meist nicht ausreichend. 

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    2. Die Ausrüstung

    Wie bereits angesprochen, musst du dir für deine Kleidung in der Kletterhalle wesentlich weniger Gedanken machen als für den Klettersteig im Freien. Gleichermaßen gilt dies auch für die Ausrüstung als ganzes. Während man in der Kletterhalle schon alles vorbereitet auffindet und du vieles auch ganz einfach vor Ort leihen kannst, so ist dies für das Outdoor Klettern leider nicht der Fall. Alles muss selbst zum Fels gebracht, aufgebaut und danach wieder entfernt werden.  Gehen wir kurz durch, was man für das Klettern im Freien zusätzlich zu unserer Kleidung benötigen als reiner Grundbedarf braucen. 

    Kletterschuhe 
    Kletterhelm
    Klettergurt
    Sicherungsgerät
    Chalkbag und Chalk
    Griffbürste und Tape
    Kletterseil
    Seiltasche oder Seilsack    


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    3. Die Landung

    Wer hat denn die ganzen Matten unter den Kletterfelsen weggemacht?! Tja die fehlen einfach wenn man unter freiem Himmel klettern geht. Umso wichtiger ist, dass du dich bei der Landung konzentrierst und dich, wie du es eigentlich gelernt hast, langsam und vorsichtig Richtung Boden bewegst. Der Boden rund um Felsen ist meistens nicht ebenerdig, wodurch die Landung nochmal schwieriger wird und du schnell umknicken kannst, also gut aufpassen!

    4. Der Partner

    Als ich das erste Mal mit einer Freundin in einer Kletterhalle war, wurden wir zuerst zur Seite genommen und es wurde uns gezeigt wie man richtig sichert, welcher Knoten zu verwenden ist und auf was wir achten müssen, und schon durften wir, unter anfänglicher Kontrolle, loslegen. In der Kletterhalle kann man unerfahrene unter Beobachtung zusammenstecken, doch in der freien Wildbahn solltest du deinen Anfang lieber mit erfahrenen Bergsteigern machen. In der Natur gibt es viele kleine Faktoren die man beachten muss die man als Anfänger gar nicht auf dem Schirm hat und ziemlich gefährlich enden könnten.

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    5. Das Sichern

    In einer Kletterhalle bist du unter ständiger Beobachtung von den Angestellten. Sobald du falsch stehst und das entdeckt wird, wirst du darauf hingewiesen. Niemand möchte, dass etwas passiert, denkt doch mal an den vielen Papierkram! Doch im Freien gibt es diese Kontrolle eher selten. Wenn du dran bist mit dem Sichern - passe auf! Hände weg vom Handy, Augen auf deinen Kletterpartner und nicht auf die, noch so schöne, Kulisse.

    Egal ob in der Kletterhalle oder im Freien, es gilt immer den Partnercheck zu vollziehen. Überprüfe die Gurtverschlüsse deines Partners, den Anseilknoten, den Anseilpunkt, ob die Karabiner und das Sicherungsgerät richtig eingehängt sind und ob das Seilende auch abgeknotet ist. Der Partnecheck beim Outdoor Klettern ist ein bisschen umfangreicher. Neben dem Grundcheck solltest du auch noch überprüfen ob dein Partner auch ausreichend Material dabei hat. Dein Partner braucht mindestens eine Exe für jeden Haken und zusätzlich zwei Stück für die Umlenkung. Je nach Lage des Klettersteigs sollte er auch Extrakarabiner und Bandschlingen zum Fädeln oder für zusätzliche Sicherungen dabei haben. Auch solltest du überprüfen, dass dein Partner einen Helm hat und diesen auch richtig verschlossen hat. 

    6. Helme

    Wie wir gerade beim Thema Sicherheit bereits erfahren haben, ist der Helm beim Outdoor Klettern unerlässlich. Wir verstehen, dass viele den Helm als uncooles Accessoire sehen, vielleicht geht es dir ähnlich. Doch wie immer gilt, Helme können Leben retten. Während in der Kletterhalle nur in den unglücklichsten Fällen ein Helm vonnöten wäre, so ist beim Klettern unter freiem Himmel so einiges was, wortwörtlich, auf dich zukommen kann. Besonders Bergziegen sind hinter dir her, also pass auf, dass sie dich nicht mit herabfliegendem Geröll vom Felsen stoßen.

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    7. Deine Wirkung

    Sei dir bewusst, dass dein Tun in der Natur meist größere Auswirkungen haben wird als in einer Kletterhalle. Klar ist es blöd, wenn beim Klettern in der Halle ein Kletterstein locker wird und kaputt geht, aber das kann repariert werden. In der Natur sieht es da eher anders aus. Wenn der Fels abbröckelt, wird er nicht einfach über Nacht vom Hausmeister repariert. Klar kann mal etwas passieren, aber bitte versuche trotzdem immer darauf zu achten den Fels und die Natur drumherum nicht zu beschädigen.


    Wenn ich mir gerade meinen Text nochmal durchlese, könnte man das Gefühl haben, dass das Klettern im Freien nur negative Seiten hat. Doch das ist weit gefehlt. Ja man muss in der freien Wildbahn auf mehr achten, und ja in der Kletterhalle ist so einiges einfacher, doch das ist alles kein Ersatz für die tolle Atmosphäre unter freiem Himmel. Während andere mit der Aussicht in der Kletterhalle zufrieden sind, können andere nicht ohne die frische Luft und die natürliche Kulisse. Wenn du lieber viel Vergnügen und wenig Arbeit möchtest, dann ist die Kletterhalle perfekt für dich. Wenn du aber viel Wert auf Natur, und Abwechslung legst solltest du lieber auf Outdoor Klettern umsteigen.

    Bevor du raus gehst

    Bevor du dich an deinen ersten Klettergang im Freien wagst, solltest du in der Halle deine ersten Schritte durchführen. Es ist enorm wichtig, dass du an deiner Technik arbeitest und die speziellen Muskelgruppen trainierst. Jeder der schon einmal klettern war, weiß worüber wir reden. Besonders Bouldern eignet sich ideal, um in einer sicheren Umgeben seine ersten Versuche zu starten.

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