Fabienne Amrhein: Der Weg nach Berlin


    Foto: Markus Herkert
    Foto: Markus Herkert

    Es ist gerade einmal ein Jahr her, dass ich mein Marathondebut beim BMW Berlin Marathon gegeben habe. Nach 2:34:14h überquerte ich überglücklich die Ziellinie und besiegelte den Beginn meiner Marathonkarriere.

    Voller Motivation stürzte ich mich in das Marathontraining: Sonntags stand nun ein langer Dauerlauf auf dem Trainingsplan, typischerweise zwischen 28 und 35km, und die Tempoläufe wurden allmählich immer länger. Im April 2018 wurde ich bei meinem zweiten Marathon deutsche Meisterin und war nun sichere Kandidatin für die Leichtathletik Europameisterschaften in Berlin. Ein Traum sollte sich erfüllen, denn bei einer EM im eigenen Land zu starten ist etwas ganz Besonderes.

    Marathon Vorbereitung - was ist wichtig

    Um am Tag X mit der bestmöglichen Leistung ins Ziel zu kommen, gibt es zwei Hürden zu überstehen. Die erste besteht darin, erst einmal gesund und verletzungsfrei durchs Training zu kommen. Das Training für eine internationale Meisterschaft ist eine Gradwanderung. Auf der einen Seite will man das Maximum herausholen, denn das braucht man um Erfolg zu haben. Andererseits kommt der Körper häufiger ans Limit und das Verletzungsrisiko steigt. Bei mir lief das Training sehr gut; mein Trainer und ich fanden das optimale Maß zwischen harten Trainingseinheiten und Regeneration. 

    Doch unerwartete Dinge passieren und gefährden das große Ziel. Auf dem Weg ins Training hatte ich einen Radunfall – 3,5 Wochen vor meinem EM Start. Ein Alptraum, der mich für zwei Wochen ziemlich aus der Bahn geworfen hatte. Aber ich hatte Glück im Unglück. Mein rechter Oberarm war verletzt, aber den Beinen ging es gut. Also weitertrainieren und hoffen, dass alles gut wird. 

    Berlin Marathon die Zweite

    Letztendlich traf ich tatsächlich knapp ein Jahr nach meinem Debut erneut in Berlin ein, um bei meinem dritten Marathon an die Startlinie zu gehen. Die Nervosität im Vorfeld war enorm, aber ich konnte sie kanalisieren und meinen Fokus ganz auf die 42,195km richten. Mit den anderen beiden deutschen Läuferinnen, Katharina Heinig und Laura Hottenrott (s. Foto v.l.n.r), war die Zeit vor dem Start sehr angenehm und verging recht schnell. So stand ich an der Startlinie und war fest entschlossen, so weit vorne mitzulaufen, wie ich konnte. 

    Für die Spitzengruppe hat es leider (noch) nicht gereicht, aber in der Verfolgergruppe entbrannte ein Kampf um den 10. Platz. Die Unterstützung an der Strecke war phänomenal. An fast jeder Ecke wurde mein Name gerufen und so konnte ich auf den letzten 10km nochmals alle Kräfte mobilisieren (auch wenn Kopf und Körper nicht mehr schneller wollten).

    Die Belohnung war ein toller 11. Platz, mit dem ich absolut zufrieden bin. Im Ziel brach dann eine Welle aus Glückwünschen, Interviews und Autogrammkarten über mir zusammen. Nun hat sich die Aufregung rund um dieses Highlight meiner bisherigen Karriere gelegt und ich konnte ein wenig resümieren und gleichzeitig nach vorne blicken. Berlin hat mir bisher viel Glück gebracht und eines ist sicher: ich werde zurückkehren. Nächstes Jahr geht es nun um die Tickets für die olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Mit dem vergangenen Jahr in Kopf und Beinen bin ich voll motiviert, mir meinen Platz für die Reise ins Land der aufgehenden Sonne zu sichern. Auf geht’s und FORZA FABIENNE!    

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