Ausflug in die Gletscherwelt des Großvenedigers mit Hüttenübernachtung

    Ausflug in die Gletscherwelt des Großvenedigers mit Hüttenübernachtung

    Dauer/Länge: 1.500hm, 9 Stunden
    Höchster Punkt: Neue Prager Hütte, 2.782m
    Startpunkt: Innergschlöss
    Schwierigkeitsgrad: mittel
    Ausrüstung: leichte Wanderschuhe, Stöcke, Softshell
    Anfahrt/Parken: parken am Tauernhaus (ca. 9€ pro 24h)
    Einkehrmöglichkeit: Tauernhaus, Venedigerhaus, Neue Prager Hütte

    Als mein Freund vorschlug, doch zur Neuen Prager Hütte aufzusteigen um dort die Gletscherwelt des Großvenedigers (die größte Österreichs) zu bewundern, dachte ich mir nichts Besonderes. Schließlich hatte ich schon viele Gletscher gesehen, in der Schweiz, in Nepal, in Patagonien. Aber ich muss gestehen: die Schönheit der Natur auf dieser Wanderung, der bezaubernd angelegte Weg durch das Urgestein der Alpen, das hat mich echt beeindruckt. Daher kann ich wirklich von ganzem Herzen jedem diese Tour empfehlen. Sie ist nicht besonders schwer, und man erlebt eine ganz andere Welt dort oben.

    Anfahrt und Aufstieg zum Gletscher

    Man parkt am Tauernhaus kurz vor dem Felbertauern-Tunnel. Von dort nimmt man entweder ein Taxi nach Innergschlöss, oder man läuft – sehr schöner Weg, ca. 1,5h. Wir entscheiden uns für das Taxi, obwohl wir auf der Hütte übernachten. Eigentlich wäre das nicht nötig gewesen, aber wir waren uns nicht sicher, wie anstrengend die Tour sein würde. Der Großvenediger ist Teil des Alpenhauptkamms, hier hängen oft die Wolken drin. Daher können wir unser Glück kaum fassen, dass uns die nächsten beiden Tage strahlend blauer Himmel erwartet.

    Innergschlöss ist ein Mini-Dorf mit wunderschönen urtümlichen Bauernhäusern. Von dort führt der Weg zunächst eben über eine idyllische Kuhweide, und dann in den Wald hinein. Nun kommt auch schon der anstrengendste Teil: In steilen Kehren geht es entlang des Wasserfalls hinauf. Richtig schwierig ist es jedoch nicht, da der Weg so toll angelegt ist. Oben angekommen erwarten uns wunderschöne Almwiesen, zwei Bergseen und der erste Blick auf den Gletscher.

    Durch die Glitzerwelt zur Hütte

    Nach etwas auf und ab und zwei Brücken über den reißenden Bach geht es nun über den Gneis, das Urgestein der Alpen - und zwar dort, wo früher noch Gletscher war. Die Steine sind ganz glatt geschliffen und doch so griffig, dass man gut darauf gehen kann. Durch den hohen Gehalt an Glimmermaterialien im Gestein, glitzert und funkelt es überall. Teilweise ziehen sich dicke Quarzadern durch die Steine, es liegen auch massig Bergkristalle rum. Als Kind wäre das für mich das Paradies gewesen. Aber auch jetzt macht es Spaß, die runden, glatten Felsen zu erklimmen auf dem Gletscherrundweg. Ganz bis zur Gletscherzunge kommen wir nicht, da sich der Gletscher mittlerweile leider schon weiter zurückgezogen hat.

    Nach einem kleinen Picknick geht es weiter steil bergauf zur Alten Prager Hütte, die aktuell renoviert wird, und weiter über den angenehmen Weg entlang der Bergflanke. Man sieht immer mehr vom Gletscher, und mittlerweile auch, dass sich im Gletscher so richtige Strudel gebildet haben, bei denen das Eis trichterförmig absackt in den flüssigen Bereich unter dem Eis. Ein faszinierendes Gebilde.


    Beschwingt laufen wir die letzten Höhenmeter zur Neuen Prager Hütte, auf der wir unser Lager beziehen und ein leckeres Abendessen genießen. Der Großglockner badet im Licht des Sonnenuntergangs und dann wird es auch schon dunkel in der Gletscherwelt. Am nächsten Tage geht es gemütlich wieder hinunter auf demselben Weg. Es gibt auch eine Abkürzung, aber die ist landschaftlich nicht so spektakulär. Und auch den Weg bis zur Tauernalm gehen wir noch zu Fuß, ein würdiger Abschluss für so eine schöne Tour!

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