Zwischen Druck und Dribbeln: Fußballprofi André Schürrle berichtet

Samstagmorgen, du wachst auf und hast ein großes Spiel vor dir. Alles kribbelt und ich freue mich, wenn die Zeit bis zum Spielbeginn einfach möglichst schnell herumgeht. Ich bin dann auf diesen einen Moment, wenn es endlich losgeht, fokussiert. Im Prinzip gilt das für jedes Spiel, aber bei großen Gegnern und ganz besonderen Spielen bin ich auf alle Fälle noch stärker angespannt.  

Vor dem Spiel in der Kabine

In der Kabine kurz vor dem Spiel ist jeder fokussiert, wir pushen uns gegenseitig, versuchen uns aber auch locker zu machen, zum Beispiel mit Musik oder Videos. Manche Spieler haben auch Rituale oder einen speziellen Ablauf vor dem Spiel, manche denken an etwas Besonderes. Wenn es aus der Kabine geht, dann spürt man bei allen das Kribbeln, die Anspannung und die Konzentration. Dieser Einmarsch aus der Kabine ins Stadion ist einfach das Schönste. Wenn die Fans Stimmung machen, jubeln, uns unterstützen und hinter einem stehen, dann motiviert das immer. Das ist wichtig.

Der Druck von außen

Ein ganz besonderes Thema dabei ist dann aber auch der Druck von außen. Natürlich steht deine Leistung auf dem Prüfstand und die Wahrnehmung von außen ist oft anders als im Team, wenn du bestimmte Vorgaben hast. Klar ist, dass der Druck gerade bei Niederlagen immer groß ist. Aber man muss damit auch richtig umgehen, muss ihn realisieren und annehmen, sich aber dadurch nicht verrückt machen lassen.
Natürlich kommen auch einmal Tiefs, es kann nicht immer steil nach oben gehen. Man stemmt sich dann dagegen, muss aber auch mal Geduld mitbringen und selbstkritisch mit sich umgehen,  sich Gedanken machen. Gerade wenn die Dinge nicht so klappen, wie man es sich vorstellt, versucht man das vor allen Dingen durch intensiveres Training abzustellen.

Training macht Spaß

Training ist ja sowieso ein wesentlicher Teil meines Berufes. Natürlich gibt es auch hier Übungen, die man lieber oder weniger gerne macht, aber generell gilt: Training macht Spaß. Es ist die Grundlage für Fitness, Spielformen, Taktik und das Zusammenspiel innerhalb des Teams. Natürlich gehört zum Training auch immer ein gewisser Druck, denn wer schlecht trainiert oder sich nicht einbringt, der steht unter Umständen nicht in der Startelf beim nächsten Spiel.


Ich glaube, es ist schon schwer, jedes Mal 100 Prozent zu bringen, und natürlich kannst du nicht immer am Limit trainieren und spielen. Das ist auch nicht anders, als in jedem anderen Beruf: Du musst voll da sein, wenn es drauf ankommt. Wenn du hinten liegst, dann versuchst du, das Ergebnis zu verbessern. Wenn du vorne liegst, dann läuft vieles einfacher, wichtig ist aber: Man darf sich nicht ausruhen.

Euer Schü

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