Zum Rifugio Otto Meiling auf dem Tronador in Argentinien

Dauer/Länge: 1.150hm, 9 Stunden

Höchster Punkt: Rifugio Otto Meiling, 2.000m

Startpunkt: Pampa Linda

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Ausrüstung: leichte Wanderschuhe, Stöcke, Camping-Ausrüstung

Anfahrt/Parken: mit dem Mietwagen nach Pampa Linda, dort parken
Einkehrmöglichkeit: Rifugio Otto Meiling

Der Tronador ist mit 3.491m Höhe der höchste Berg in der Umgebung des Nahuel Huapi Nationalparks in Argentinien und somit eine alpine Angelegenheit was die komplette Besteigung anbelangt. Auf halbem Wege jedoch gibt es eine bewirtschaftete Hütte, das Rifugio Otto Meiling, welches als Ziel für eine wunderschöne 2-Tages-Tour dienen kann. Die Tour ist eine tolle Alternative für Urlauber in Bariloche, die dem Trubel des Städtchens und der umliegende Berge, wie dem Cerro Catedral, entgehen wollen.

Anfahrt

Im Idealfall mietet man in Bariloche einen Mietwagen und fährt die Ruta 40 bis zu einer Abzweigung südlich des Lago Mascardi. Dann geht es 3h weiter auf einer Schotterpiste rund um den See bis zu einer wunderschönen Hochebene namens Pampa Linda. Hier gibt es Campingplätze und ein Restaurant mit Parkplätzen.

Von Pferdebremsen verfolgt

Wir starten mit unseren Rucksäcken voller Übernachtungsausrüstung gegen 9 Uhr das Tal hinter, über einen Fluss und der Beschilderung zum Rifugio folgend. Danach geht der Weg in leichten Kurven den Berg hinauf. Bald merken wir, dass die „Tavanos“, die heimischen Pferdebremsen, mittlerweile aufgewacht sind und uns verfolgen. Leider liegt das Mückenschutzmittel im Auto und so laufen wir um uns schlagend und fluchend den immer steiler werdenden Weg hinauf. Diese Bremsen gibt es aber in Patagonien nur im Januar, wer in diesem Monat wandern möchte, sollte sich unbedingt darauf einstellen.

Oben angekommen verläuft der Weg auf dem Höhenrücken weiter bergauf bis die Büsche und Bäume weniger werden und wir am Ende einer der Gletschermoränen stehen, auf der sich auch die Hütte befindet. Aber man unterschätzt leicht den verbleibenden Weg, denn dieser zieht sich noch ganz schön über den Geröllhang. Mittlerweile auf über 1.500m Höhe wird auch das Atmen etwas anstrengender. Doch der gewaltige Anblick der Gletscher, die rund um den Gipfel ins Tal stürzen, beeindruckt uns. Daher kommt auch der Name des Bergs – „Tronador“ heißt nämlich „der Donnerer“ – und wenn die Gletscherstücke an der Abbruchkante hinunterfallen, hört man das Donnern im ganzen Tal.

Unerwartet nette Hütte

Das Rifugio Otto Meiling wird zu unserem Erstaunen von jungen Argentiniern aus Buenos Aires in Schuss gehalten und bewirtschaftet. Wir bekommen eine Cola für angemessene 3,50€, denn wenn der Helikopter wettertechnisch nicht landen kann, müssen die Waren mühsam die 1.150m vom Tal hinaufgetragen werden. Man kann auf der Hütte übernachten und auch Abend essen, oder wie wir, im Gelände vor der Hütte ein Platz für das Zelt finden und sich sein eigenes Süppchen kochen. Die Stimmung beim Sonnenuntergang ist gigantisch, wir sehen viele Andengipfel um uns herum im Abendlicht.

Die Nacht ist etwas stürmisch aber nicht kalt, und wir stehen um 6 Uhr auf, um den Sonnenaufgang vor unseren Augen mitzuerleben. Dann packen wir schnell unsere Siebensachen zusammen und machen uns auf den Weg ins Tal – denn wie wir auf der Hütte gelernt haben, werden die Pferdebremsen gegen 10 Uhr aktiv, und dann wollen wir möglichst schon wieder unten am Auto sein.

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