WE ARE traveling: Verständigung

Wie verständigt man sich eigentlich, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht? Ein Thema, was uns auf der Reise immer wieder begegnet. Und wahrscheinlich umso häufiger zum „Problem“ werden könnte, je weiter wir nun gen Osten auf der Landkarte rücken. Denn weder Timm noch ich sprechen Kasachisch, Usbekisch, Kirgisisch, Russisch oder Chinesisch!
 
Zum Glück haben wir Arme und Beine: Durch Körpersprache kann man schon sehr viel erreichen. So errät die Verkäuferin in Rumänien, nachdem ich eine Weile wie ein Huhn durch den Laden geflattert bin, am Ende doch noch, was ich möchte: Ein Ei! Auch die Gestiken für Schlafen, Hunger oder Durst oder Daumen hoch für OK sind bisher in jedem Land verstanden worden. Obwohl wir beide keine sonderlichen Sprachtalente sind, versuchen wir die jeweilige Sprache bestmöglich zu lernen, was in der kurzen Zeit nicht immer ganz einfach ist.
Doch zumindest die wichtigsten Wörter wie guten Tag, Bitte, Danke und Entschuldigung sollten sitzen, da sie einem viele Türen öffnen und ein Lächeln auf die Lippen des Zuhörers zaubern. Aufgrund mangelnder Verständigungsmöglichkeit hatten wir schon manche lustige Situation: So zum Beispiel, als wir in einem Restaurant versuchen, die Rechnung zu bestellen. Der türkische Kellner, der kaum ein Wort Englisch spricht, schaut uns erst eine Weile verwirrt an, während wir mit verschiedensten Gestiken und Worten unseren Wunsch versuchen zu beschreiben. Als er dann plötzlich sagt: „Aaah!“ und verschwindet. „Ob er das jetzt verstanden hat?“, frage ich Timm. Kurz darauf kommt er zurück und stellt uns einen Teller mit Käse auf den Tisch! Wir brechen in Lachen aus und futtern unseren unfreiwilligen Nachtisch. Als er zum Abräumen wieder kommt, versuchen wir erneut unser Glück das Essen zu bezahlen. Er schaut uns an: „Cheese?“ (Letztendlich hat es dann doch noch geklappt!).
Fakt ist, dass man erst einmal ziemlich hilflos da steht, wenn man keine gemeinsamen Worte findet. Und so komme ich mir manchmal vor, als wäre ich taub-stumm: Ich kann mich nicht mit Worten ausdrücken und die des anderen nicht verstehen. Eine große Hilfe ist das kleine Bild-Wörter-Buch von Icoon und unsere im Studium erworbenen Fähigkeiten als Designer: Wir malen es einfach auf! Dennoch gibt eine Sache, die bisher alle staunend verstanden haben: Wir zeigen auf unsere bepackten Räder, danach auf die Übersichtskarte der Welt und sagen: „China!“ Und nun sind sie wirklich sprachlos.
 
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