Wanderung zur Tegernseer Hütte – Adlernest der bayrischen Voralpen

Die Wanderung im Überblick:
Dauer/Länge: 800hm, 5 Stunden
Höchster Punkt: Tegernseer Hütte, 1.650m
Startpunkt: Bayerwald hinter dem Tegernsee
Schwierigkeitsgrad: mittel, der Steig schwierig (kann umgangen werden)
Ausrüstung: Wanderschuhe, Stöcke, Softshell
Anfahrt/Parken: großer Parkplatz kurz hinter Bayerwald auf der rechten Seite
Einkehrmöglichkeit: Tegernseer Hütte, Sonnbergalm
 


Die Tegernseer Hütte hat die allerschönste Lage unter den bayrischen Hütten, sie liegt zwischen Roßstein und Buchstein hoch über dem Abgrund einer Felswand. Der spektakuläre Blick auf die Hütte und von dort oben macht die Wanderung zu einem Klassiker der bayrischen Voralpen, für mich definitiv unter den Top 3 der schönsten Wanderungen in dieser Region.
Die Anfahrt
Vom Tegernsee aus kommend fährt man weiter Richtung Bayerwald, 4 Häuser am Rande der Straße. Kurz dahinter ist rechts ein großer Parkplatz ausgeschildert, von dort startet man direkt den Hang hinauf.


Aufstieg durch den Wald
Der Aufstieg verläuft zunächst recht schweißtreibend in steilen Kehren den Hang hinauf, der Weg ist jedoch einfach. So geht es gute 1,5 Stunden bis man zur Sonnbergalm gelangt, wo man eine frische Buttermilch genießen kann. Ebenso belohnt einen der herrliche Blick auf die Tegernseer Hütte über der steilen Felswand und darunter die Almen mit Kühen und Blumenwiesen – eine wunderbare Fotomöglichkeit. Folgt man dem Weg durch die Alm hat man nach ca. 10 Minuten zwei Möglichkeiten zur Tegernseer Hütte zu gelangen – über den Steig durch die Felswand oder hinten herum über einen längeren, aber normalen Wanderweg.


Ein kleiner Steig als Schmankerl
Wir haben uns für den Steig entschieden, denn etwas kraxeln ist ja eine schöne Abwechslung! Die Kamera und die Stöcke werden verstaut und es geht mit Händen und Füßen den Hang hinauf, stellenweise bietet ein Stahlseil etwas mehr Halt. Das Ganze ist durchaus machbar, aber alle, die sich nicht sicher sind bezüglich Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, sollten lieber den anderen Weg nehmen. Dank der Abkürzung durch den Steig ist man 20 Minuten später schon oben an der Tegernseer Hütte und hat nun die Wahl zwischen einer Gipfelbesteigung des Roßsteins (10 Minuten, leicht) oder des Buchsteins, der hinter der Hütte aufragt.


Der letztere Aufstieg ist schon nicht mehr als Kraxelei sondern eher Kletterei zu verstehen, und sollte wirklich nur von Geübten in Angriff genommen werden. Ca. 10 Meter klettert man steil am Fels bis man die herrliche Aussicht genießen kann. Der Abstieg ist wie immer noch brisanter, hier keinesfalls vorwärts, sondern mit dem Hinterteil voraus ganz vorsichtig nach unten tasten, dann funktioniert es gut.


Als Belohnung kann ich euch die Maultaschen auf der Hütte empfehlen, die sind wirklich vorzüglich gewesen. Abwärts geht es auf demselben Wege über den Steig oder eben hinten rum über den leichteren Wanderweg. Für den kehrenreichen Weg hinunter zum Bayerwald lohnen sich Stöcke, dann tut man sich um einiges einfacher und schont die Gelenke. Vor allem, wenn einen ein Regenguss erwischt, wie es uns passiert ist, ist man mit Stöcken umso schneller im Tal unten!
Bilder: Helen Vatter

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