Wandern und Trekking in Patagonien - Tipps und Hinweise

Patagonien - dabei kommt einem sofort unberührte Natur, endlose Weiten und steile Berge in den Sinn. Ein ideales Gebiet zum Trekking und Wandern! Oder? Definitiv. Aber als weitgereiste Wandersfrau mit Erfahrungen in verschiedenen Ländern möchte ich euch gerne ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Wandern und Trekking in Patagonien - Tipps und Hinweise
Wandern und Trekking in Patagonien - Tipps und Hinweise

Angebot

In Wanderbüchern für Patagonien findet man ungefähr 50 Touren, was angesichts der Größe des Gebiets nicht besonders viel Auswahl ist. Und tatsächlich, wir waren in El Chaltén, der Trekkinghauptstadt im Nationalpark „Los Glaciares“, und es gab neben dem Haupt-Trek nur recht wenig andere Optionen. Leider sind die Sehenswürdigkeiten alle auch in Tagestouren zu erreichen, und dementsprechend viel ist auf den Wegen los. Möglichkeiten, dem Trubel zu entgehen, gibt es nur wenige, was einem auch bei einem Blick auf die Wanderkarte klar wird.

Der mündige Wanderer kommt dann vielleicht auf die Idee, die Schönheit der Landschaft auf eigene Faust zu erkunden. Auch keine gute Idee, denn ohne Weg kein Durchkommen, die Vegetation ist so dicht. In den Nationalparks ist es sowieso verboten, vom Weg abzuweichen und Parkranger, Schilder und Guides weisen einen schnell zurecht, sollte man es versuchen. Jenseits der Nationalparks ist das Gelände fast überall Privatbesitz, in riesige Ländereien umgeben von Zäunen aufgeteilt. Auf der 4-stündigen Busfahrt nach El Chaltén zum Beispiel hat uns den ganzen Wegen über ein einziger Zaun neben der Straße begleitet, und auch in wunderschönen Nebentälern hat man oft nur die staubige Straße als einzige Option für Wandern und Radeln.

Überall sind Zäune aufgestellt
Überall sind Zäune aufgestellt

Planung

Viele der wirklich lohnenswerten Treks sind 4-5 Tage oder länger – die braucht man auch, um den Ausflüglern zu entgehen und wirklich in die Wildnis zu kommen. Ich empfehle also allen schon von Zuhause aus zu recherchieren, welche Treks bzw. Wanderungen man machen möchte und dementsprechend Zeit einzuplanen. Plant man nur ein paar Tage an jedem Ort ein, reicht es letztendlich dann doch nur für eine Tagestour im Strom der anderen Touristen, und das ist dann schade. Um einen höheren Berg zu besteigen, lohnt es sich ebenfalls, ein Zelt mitzunehmen und oben zu übernachten - es sei denn man mag Gewalttouren mit über 1.000m. Tolle Sonnenunter- und Aufgänge inklusive!

Informiert euch genau über die Camps, die es auf den Treks gibt. Manche sind umsonst, manche kosten etwas, manche sind recht teuer, bei andere wiederum muss man in der Hauptsaison reservieren, wie z.B. im Torres del Paine Park. Fragt einfach vor dem Start der Tour beim Nationalparkbüro oder beim Ranger nach, die helfen alle immer gerne.

Eine Übersicht über die Wanderungen und Treks in Patagonien findet ihr in meinem Artikel hier. Man muss also wissen, wo man wandern will, und vor allem auch wie man hinkommt. Oft sind die Ausgangspunkte der Touren gar nicht so einfach zu erreichen. Für unsere Tour auf den Tronador zum Beispiel, hätte es einen teuren und zeitaufwändigen Transfer von Bariloche aus gebraucht, wenn wir nicht einen Mietwagen gehabt hätten. Da ist man schnell mal 150€ pro Person los. Trampen ist auch eine Möglichkeit, wenn man genügend Zeit mitbringt. Also gilt, zusätzlich zum Trekking auch mal zu recherchieren, wie man hinkommt und ggf. dann doch einen Mietwagen zu nehmen, der sich dann letztendlich rechnet und komfortabler ist.

Wanderkarte
Wanderkarte

Ausrüstung

Dieses Thema habe ich in meinem Artikel Packliste für Trekking in Patagonien noch viel genauer beschrieben. Es sei hier nur gesagt, dass man möglichst alles an Ausrüstung mitnehmen sollte, bis auf Gaskartuschen natürlich. In den Läden, die es hier gibt, ist Ausrüstung recht teuer.

Ich hoffe, mit diesen Tipps könnt ihr euch gut auf eure Patagonienreise vorbereiten und findet die richtigen Touren für euren Urlaub!
Übernachten im Zelt
Übernachten im Zelt

Grüße,

Eure Helen!

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