Wandern im Herbst: Tipps und Ausrüstung

Wenn die Blätter bunt werden und ein kühler Hauch in der Luft liegt, dann ist es in den Bergen oft am schönsten. Im Herbst hat man den besten Weitblick, die klarste Luft, die üppigste Natur mit Pilzen, Kastanien, Wein und Co, und der Andrang auf Hütten und Wanderwegen ist nicht so groß wie im Sommer. Warum also nicht diese Zeit nutzen und die schönsten Naturerlebnisse beim Wandern im Herbst genießen?
Die schönsten Regionen im Herbst
Am schönsten sind die Gegenden, die nicht so hoch liegen, denn ab ca. 2.000m Höhe kann man ab September bei Niederschlag schon mit ziemlicher Sicherheit mit Schnee rechnen. Daher eignen sich Regionen bis maximal 1.500m Höhe. Sprich, alle deutschen Mittelgebirge und das Alpenvorland in Bayern. Wer es wärmer mag und etwas mehr Zeit hat, sollte sich mal in Meran oder im Tessin umschauen, hier kann man auch im Oktober in den Tälern noch mit Flipflops rumlaufen. Falls ihr eine Hüttenübernachtung plant, informiert euch vorher, wie lang welche Hütten geöffnet haben. Tipp: Der letzte Hüttenabend der Saison bedeutet oft Feierei und Hüttengaudi!


Das Problem: Unbeständiges Wetter, unsichere Verhältnisse
Wenn man einen schönen Herbsttag erwischt, kann es so heiß sein wie im Sommer – bis zu 30° in der prallen Sonne. Dann macht es richtig Spaß, durch die Blätter zu rascheln und in kurzer Hose die Berge hinaufzuspazieren. Doch an einem schlechten Tag bei Wind und Regen, oder wenn sich der Nebel gar nicht lichten mag, friert man in seiner Softshelljacke. Genauso sieht es mit dem Untergrund aus. Im Prinzip muss man auf alles gefasst sein – vom ersten Schnee, der sich je nach Wetter in Schneematsch oder Eis verwandelt, über Wege die Dreckrutschen ähneln bis hin zu schönen, trockenen Almwiesen.
Optimale Ausrüstung für Herbstwanderungen
Da der Untergrund oft matschig, dreckig und rutschig ist, sollte man eher weichere Trekkingschuhe tragen und die Bergstiefel zuhause lassen. Extrem wichtig ist eine gute Imprägnierung der Schuhe, damit man nicht gleich durchnässte Füße im Schneematsch bekommt. Stöcke sind jetzt wichtiger denn je, da man bei einer Rutschpartie schnell einen dreckigen Po riskiert.


Bei Bekleidung gilt wie immer das Zwiebelprinzip, bei sonnigen Verhältnissen darf man die Wärme nicht unterschätzen, auch wenn es einen morgens beim Aufstehen friert. Also lieber eine Ziphose tragen! Lange Unterwäsche, Skihosen etc. sind eher ungeeignet. Obenrum trage ich gerne ein kurzes und drüber ein langes Funktionsshirt, z.B. aus Merino, das gleicht den Temperaturhaushalt schön aus. Eine Fleece- oder Softshellweste hält den Wind vom Leib und auf dem Kopf sorgt ein Buff für warme Ohren ohne gleich Schweißausbrüche zu provozieren. Bei unbeständigem Wetter gehört eine Softshell mit in den Rucksack und für kühle Gipfelwinde eine Isolationsjacke und eine warme Mütze. Sonnenbrille nicht vergessen, und los kann es gehen!
Fotos: Helen Vatter

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