Vorstellung eines Sportaholic

Darf ich mich vorstellen? Martin Gödderz mein Name. Eher Martin, Herr Gödderz sagt niemand. Da fallen dann schon eher Begriffe wie Sportaholic oder Adrenalinjunkie. Manchmal verstehe ich es ja auch, wenn die Menschen mich so nennen. Ich laufe zum Beispiel gerne mal nachts um drei nach einer Party eine Stunde lang quer durch meine Heimatstadt nach Hause – und das nicht aus dem Affekt heraus, sondern mit Hingabe. Und ein wenig auch, weil ich als armer 21-jähriger Sportstudent zu geizig für das Taxi bin.
 
Das nächtliche Stadtjogging ist dabei allerdings nicht die einzige Sportart, die ich betreibe. Wenn ich nicht gerade sowieso während meines Sportstudiums an der Deutschen Sporthochschule aktiv bin, mute ich meinem 190 Zentimeter großen Körper einfach alles zu, was Laune macht und den Puls in die Höhe treibt. Natürlich spiele ich Fußball und Basketball, da bin ich wohl nicht der Einzige. Wenn es aber irgendwie möglich ist, probiere ich alles aus, was neu und interessant ist für mich. Klettern im Hochseilgarten? Klippenspringen? Turmläufe? Alles schon erlebt!
 
Seit ich denken kann, geht das eigentlich so. Ich kenne meinen Körper nur in Bewegung. Es war auch kein bestimmter Moment, in dem ich wusste, dass ich mich dem Sport verschreiben muss. Es ist mehr wie ein innerer Antrieb. Und so sauge ich auch alles auf, was Sportarten theoretisch beschreibt. Rekorde, Regeln, Rückennummern – dafür hat mein Gehirn so etwas wie einen besonderen Speicher. Ich lebe den Sport aus, aktiv und passiv. Da liegt es nahe, dass ich mit Leidenschaft über Sport schreibe. Ich habe das dringende Bedürfnis, das Erlebte in Wörtern und Sätzen zu verpacken.
 
Was gäbe es für mich also Besseres als ein Sportstudium, in dem auf eine für mich perfekte Art und Weise Theorie sowie Praxis verbunden werden? Tägliches Training, das für den Spaß am Sport so ungemein wichtige Gruppengefühl gemeinsam mit den anderen Studenten sowie die Nähe zur Forschung bilden die Grundlagen, um meine Faszination für Bewegung auszuleben. Auch über die neuesten Trends im Sport oder wichtige Ernährungstipps bin ich hier stets informiert.
 
Zweifel am Sport, an meiner Liebe zu Bewegung und Wettkampf hatte ich eigentlich nie, da Sport seit jeher der perfekte Ausgleich für  mich war. Manchmal um dem Alltag zu entfliehen, manchmal um meinen Alltag darum aufzubauen. Ja, Sportaholic trifft es da schon ganz gut.
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