Von Lance zu Ben – Sport mit dem Hund

Viele meiner guten Freunde nennen mich Lance. Dieser Spitzname stammt noch aus der Zeit, in der ich außer Mountainbiken und Marathon-Training nicht viel anderes im Kopf hatte. Gewisse Ähnlichkeiten mit einem bekannten US-Radfahrer waren nicht abzustreiten... Im Laufe der letzten Jahre haben aber zum Glück noch ein paar andere Dinge Platz in meinem Leben gefunden. Meine Kollegen bei engelhorn in der e-Commerce Abteilung nennen mich schlicht Michael. Zuhause bin ich der Papa und das Herrchen bzw. der „Dosenöffner“ für unseren Labi-Hund Ben.
Outdoor-Sport ist für mich neben meiner Familie so ziemlich das Wichtigste. Ob Mountainbiken, Sport-Klettern, Klettersteige, Bergtouren oder im Winter Snowboarden und Schneeschuhwandern... so wirklich zuhause bin ich in meiner Freizeit selten. Nicht zuletzt, da unser Hund ja auch gefordert werden will, wobei ich an dieser Stelle anmerken muss, dass sich mein Freizeitverhalten auf Grund meiner zwei kleinen Kinder drastisch verändert hat. Alpencross per Bike oder Dolomiten-Cross per Pedes, tagelang Klettersteig-Routen in den Brenta-Dolomiten verfolgen oder irgendwelche Boulder in der Pfalz testen – alles Dinge und Touren auf die ich derzeit verzichten muss.
In den vergangenen zwei Jahren habe ich dafür sehr viel Zeit mit meinem Hund verbracht. Bei Ben (inzwischen sechs Jahre alt) haben wir sehr viel Wert auf eine gute Erziehung und Gehorsam gelegt. Er genießt neben der klassischen Begleithundeprüfung eine Ausbildung zum Therapiebegleithund. Als Folge dieser Ausbildung durfte er sich dann auch Schulhund nennen und begleitete meine Frau, die an einer Sehbehinderten-Schule in Mannheim unterrichtet, in die Schule und war dort Klassenliebling.
Durch meine Leidenschaft zu den Bergen, habe ich ihn – wann immer möglich – mit auf Wanderungen und Touren genommen und mit der Zeit wurde er auch richtig bergfest. Unsere gemeinsamen Highlights waren dabei eine einwöchige Alpenüberquerung von Innsbruck zum Brenner See und die Besteigung der Tschaggunser Mittagsspitze (2168m) im Montafon im vergangenen Sommer. Der Gipfel war zwar nicht besonders hoch, aber aufgrund der Kletterpassagen im letzten Teil und mit einem Hund in dieser Größe und Gewichtsklasse (ca. 26kg) durchaus eine Herausforderung. Die wirkliche Schwierigkeit war dabei aber nicht der Aufstieg, sondern – wie so oft – das Wiederhinuntergelangen, was nach getaner Arbeit allerdings für wirkliche Glücksgefühle sorgte.
Im Alltag gehe ich mit Ben oft im Käfertaler Wald joggen, um uns für unsere Wettkämpfe im Turnierhundesport fit zu halten. Wir üben den s. g. Vierkampf 2 aus, bestehend aus einer Gehorsams-Prüfung und 3 Laufdisziplinen mit Hindernissen, die der Hund überspringen muss. Gewertet wird nach Zeit und Fehlerpunkten.
Bei den südwest-deutschen und Kreismeisterschaften hat sich das viele Training bereits bemerkbar gemacht und wir konnten dort schon einige Topplatzierungen erreichen. Unser großes Ziel für dieses Jahr, bei der Deutschen Meisterschaft Ende August in Weeze am Niederrhein einen vorderen Platz zu erreichen, haben wir leider nicht ganz geschafft ... und das trotz Trainings bei Wind und Wetter und jeder erdenklichen Gemütslage."
Natürlich war das Teilnehmerfeld sehr stark, jedoch glaube ich, dass wir mit ein bisschen mehr Routine und weniger Nervosität einige Fehler hätten vermeiden können und weiter vorne gelandet wären.
Neben der Wettkampfvorbereitung helfen mir die Waldausflüge mit Ben allerdings auch beim Ausblenden der Bürohektik und beim Abschalten. Dabei ist es uns gleich, welche Jahreszeit und welches Wetter herrscht, denn auch oder gerade bei Regen kommt eine ganz besondere Stimmung im Wald auf.
Mein großes Zukunftsziel ist der Appalachian Trail in den USA. Der Trail gehört dabei mit 3.500km zu den längsten Fernwanderwegen der Welt und führt vom Springer Mountain in Georgia bis zum Mount Katahdin in Maine … diesen Trail einmal mit Ben zu laufen – das ist mein Traum.
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