VAUDE Trans Schwarzwald 2013 – ein Mountainbike-Abenteuer der besonderen Art

Am Mittwochmorgen 5:30 Uhr klingelte der Wecker, Tasche und Bike ins Auto, es ging los in Richtung Bad Wildbad. Wir wurden von gutem Wetter und dem freundlichen ORGA-Team begrüßt. Startunterlagen abgeholt, Tasche umgepackt, Startnummer angebracht, warmgefahren und im Startblock B aufgestellt.


Pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss und es hieß 93,2 km und 1710 hm nach Wolfach zu bewältigen. Es ging gleich Vollgas los, als ob es kein Morgen gäbe. Eigentlich sollte ich es besser wissen und nicht gleich alles geben, denn auch 2007, bei meinem letzten VTS ging das Spiel genau gleich los. Auf der Abfahrt nach Bad Rippoldsau-Schappach bemerkte ich, dass mein Hinterrad etwas an Luft verlor, fuhr aber weiter bis kurz vor Oberwolfach. Dort wurde es mir dann doch zu heftig und ich half mit einer CO² Patrone nach. Gute Entscheidung, denn die anschließende Abfahrt hätte die Felge nicht überlebt. 4:28 Std. und 85. in meiner Altersklasse.



Am Donnerstag ging es um 9:50 Uhr auf die Königsetappe von Wolfach nach Schonach, über 61,3 km und 2300 hm. Eine wunderschöne Strecke, gespickt mit jeder Menge Trails, die richtig Spaß machten. Irgendwo um km 40 merkte ich wieder, dass mein Hinterrad Luft verlor und musste wieder mit CO² nachhelfen. Nach 4:46 Std und 90. in der Altersklasse kam ich in Schonach an. Nun musste ich aber wirklich nach meinem Hinterrad schauen. Vergeblich, denn es sah aus wie neu und ich fragte mich, wo nur die Luft herauskommt, ohne dass die Dichtmilch das Loch schloß. Die Übernachtung im Massenlager ist nichts für Weicheier. Das hätte ich eigentlich wissen sollen, da ich 2007 auch im Massenlager nächtigte, aber irgendwie habe ich das mit den Jahren wohl vergessen. Allerdings schlief man dort von Tag zu Tag besser, woran das wohl liegen mag...


Am Freitag stand die schnellste Etappe von Schonach nach Engen an, 103 km und nur 1080 Höhenmeter. Also eine gute Gruppe finden und dranbleiben. Noch vor dem Startschuss dann der Supergau, der Tacho hängte sich auf und ließ sich nicht mehr starten. Also keine Uhr, keine km, keine hm und kein Puls. Das hieß, fahren wie früher, einfach nur nach Gefühl. Bis Furtwangen lief es nicht ganz so gut, aber ab dort konnte ich mit zwei Teamkollegen dann schnell eine Gruppe einholen. Ab dort ging ich mit den schnelleren aus der Gruppe weiter nach vorne und wir konnten noch ein paar Gruppen einholen. Doch ab km 75 zerfiel alles ein wenig und die letzten Wellen wurden für mich recht schwer. Da hatte ich wohl etwas übertrieben bei der Aufholjagd. In 4:11 Std kam ich als 87. in der Altersklasse in Engen an, also wenigstens 3 Plätze gut gemacht.

Am Samstag ging es auf die längste Etappe mit 114,5 und 2000 hm von Engen nach Murg. Das war genau mein Ding, nicht allzu lange Anstiege, eben wie mein Trainingsgebiet, die schwäbische Alb. Der Reifen blieb dicht und mit neuem Tacho hat man auch den nötigen Überblick. Einen Dämpfer gab allerdings der schwere Sturz von Andi Strobel. Als ich an die Unfallstelle fuhr und sah, wie dieser eingeladen wurde und dann noch hören musste, daß eine Fahrerin den Spruch losließ: „Ich fahr hier ein Rennen“ musste ich mich fragen, ob ein Mensch wirklich so kalt sein kann. Es dauerte dann einige Kilometer, bis ich wieder voll bei Sinnen war. So konnte ich die Etappe in 5:45 Std als 81. in meiner Altersklasse sehr gut abschließen.


Die letzte Etappe am Sonntag ging von Murg am Rhein bis an den Feldberg, gefühlt nur bergauf, also überhaupt gar nicht mein Ding. Aber wie 2007 stellte ich fest, wenn man sich an die Schmerzen gewöhnt hat, geht es irgendwie. Trotz aller Strapazen kam ich dann überglücklich nach 4:04 Std als 87. in der Altersklasse am Feldberg an. In der Gesamtwertung wurde ich 82. in meiner Altersklasse, in einer Gesamtzeit von 23:15 Std. fuhr ich von Bad Wildbad an den Feldberg, 436,5 km und 9140hm.


Ein dickes Lob muss ich natürlich auch noch loswerden:
Vorneweg gilt mein Lob natürlich dem ganzen Team Sauser, der riesigen Crew der ORGA, die allesamt ihren Job tadellos gemacht haben und ganz besonders auch der Küche. Vielen Dank! Ihr habt alle dafür gesorgt, dass ich die Woche durchgehalten habe.



Danke für die schöne Woche im Schwarzwald – ich komme sicher einmal wieder.
Sportliche Grüße


Ulrich Stahl
IBC DIMB Racing Team

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