TSG 1899 Hoffenheim - Neuzugang Eugen Polanski über denkwürdige und verrückte Spiele


Hallo zusammen,
nachdem Jannik der erste 1899-Profi war, der euch etwas über den Alltag eines Fußballprofis erzählt, bin ich jetzt an der Reihe.
Ein besonderes Spiel in Mönchengladbach und starke Wolfsburger
Für mich war der fünfte Spieltag in Mönchengladbach ein besonderer - schließlich ging es gegen den Verein meiner Jugend. Unsere Fans standen wie immer hinter uns und haben für tolle Stimmung gesorgt. Umso fantastischer, dass wir sie und uns mit dem ersten Heimsieg der Saison belohnen konnten.
Die Freude war von kurzer Dauer, weil wir uns schon wieder auf das schwere Spiel in Wolfsburg vorbereiten mussten. Zwar konnten wir in der ersten Hälfte des Spiels sehr gut dagegen halten, mussten uns aber der individuellen Stärke der Wolfsburger in der zweiten Halbzeit geschlagen geben.
Zum Glück hatten wir nicht lange Zeit, um uns Gedanken über den Spielverlauf in Wolfsburg zu machen, denn bereits drei Tage später hieß es für uns mal nicht Bundesliga, sondern DFB-Pokal.
Nach dem Spiel gegen Cottbus folgte eine denkwürdige Begegnung mit Schalke
Gegen Cottbus waren wir der Favorit und setzten uns durch, auch wenn es nicht einfach war. Wir haben eigentlich das Spiel dominiert, konnten den Ball aber lange nicht im Tor unterbringen. Letzten Endes wurden wir dann aber in der Nachspielzeit belohnt und konnten uns für die nächste Runde des DFB-Pokals qualifizieren. Im Dezember geht es nach Gelsenkirchen – gegen Schalke. Ein Team, gegen das wir auch in der Bundesliga schon gespielt haben. Eine denkwürdige Begegnung.
Sie fand am 28. September statt - genau ein Jahr zuvor hatte Boris Vukcevic seinen schweren Autounfall. Ich selbst kannte Boris nicht so gut, aber an diesem Tag spürte man die Gedanken an ihn, auf dem Spielfeld und darum herum. Für mich war die Zustimmung der Fans, Spieler und der ganzen Mitarbeiter ein spezielles Gefühl. Es ist schön zu wissen, dass man zueinandersteht und es auch an anderen Vereinen nicht spurlos vorübergeht. Jeder Fußballspieler ist eben in erster Linie auch ein Mensch – egal welche Vereinsfarben oder welches Logo er auf der Brust trägt.
Auf dem Rasen haben wir nach der Pause ein 1:3 aufgeholt. Wir konnten zeigen, was in uns steckt und dass wir als Mannschaft in jeder Situation zusammenstehen und für den anderen kämpfen.


Verrückt, verrückter, Phantomtor!
Gegen Mainz – meinen zweiten Ex-Club in der Bundesliga – haben wir leider eine 2:0-Führung nicht über die Zeit gebracht und in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassiert. Daraus haben wir sicherlich einiges gelernt. Ein verrücktes Spiel, aber nicht das verrückteste in den vergangenen Wochen.
Leverkusen. Phantomtor. Ich glaube, viel mehr muss ich nicht sagen. Ich habe ja schon auf dem Rasen versucht, mit dem Schiedsrichter zu sprechen, weil ich sicher war, dass der Ball nicht im Tor war. Aber das Ganze ist abgehakt. Wir haben schon in Hannover bewiesen, dass wir uns auf den Punkt konzentrieren und andere Dinge ausblenden können.
Leicht war das nicht, das könnt ihr mir glauben. Selbst wenn man nicht mehr über die Partie nachdenken will, wird man als Spieler immer wieder von den Medien angesprochen. Selbst zuhause auf der Couch schaltet man ja mal den Fernseher an und auch dann ist das Thema präsent.
Mein Talent liegt doch eher auf dem Rasen
Gegen die Bayern konnte ich dann leider nicht mit auf dem Feld sein, weil ich bei 96 etwas am Knie abbekommen habe. Die Jungs haben sich auf dem Rasen auch ohne mich gut geschlagen. Schade, dass es nicht zu einem Punkt gereicht hat.
Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, den Blog für euch zu schreiben. Beim nächsten Mal reiche ich das Zepter allerdings an einen Mitspieler weiter. Auf den Rasen bin ich einfach ein bisschen besser als an der Tastatur :)


Zum Schluss habe ich für alle Fußball-Begeisterten noch einen Trainingstipp:
Ein stabiler Rumpf ist auch für unsere Profis sehr wichtig! Er bildet für uns die stabile Mitte, von der aus viele Bewegungen beginnen. So ist zum Beispiel schon vor Beginn einer Aktivität der Arme oder Beine unsere Bauchmuskulatur aktiviert.
Schon simple Übungen wie ein einfacher Seitstütz oder ein Unterarmstütz trainieren diesen Bereich.
Euer Eugen

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