Trekking in Patagonien und Feuerland

Wenn man zum Trekking nach Patagonien fliegt, sollte man schon vorher überlegen, welche Touren man gehen möchte, und dementsprechend Zeit und Anreise planen. Wenn man eher Einsamkeit sucht, sollte man die bekannten Nationalparks wie Torres del Paine oder die Fitz Roy Runde auslassen. 


Einsamere Gegenden findet man eher in den mittleren patagonischen Anden, im Nationalpark Los Alerces oder auch in Feuerland. Diese Touren sind aber oft auch schwierig zu erreichen und erfordern daher etwas Planung und Investition im Vorhinein. Generell gibt es die meiste Auswahl an Wander- und Trekkingrouten in den nördlichen patagonischen Anden, rund um die Städte San Martín und San Carlos de Bariloche. Dort gibt es auch viele Vulkane, die man besteigen kann und lohnende Tagestouren. 

Im Folgenden möchte ich einige Mehrtages-Trekkingtouren vorstellen, von Norden nach Süden sortiert.

1. Sendero de los Huerquenes


Der Huerquenes-Nationalpark in Chile wartet mit glasklaren Seen und wunderschönen Araukarienwäldern auf. Die Wanderung dauert insgesamt 4 Tage, startet an der Guardería Lago Tinquilco, wohin man von Pucón aus einen Transfer nehmen muss, und führt zurück nach Pucón. Das Highlight sind die drei Bergseen Chico, Toro und Verde. Die Tagesetappen sind zwar lang, aber von den Höhenmetern her nicht besonders anspruchsvoll. 

Übernachten: Rifugios und Zeltplätze.

2. Villarica Traverse

Dieses Trekking ist alles andere als lieblich, denn es geht über das wüstenhafte Hochplateau des Villarica Nationalparks, geprägt von Lava- und Aschefeldern der Vulkane Villarica und Lanín. Das Trekking dauert 4 Tage und hat die größten Höhenunterschiede am ersten und letzten Tag, wo man auf das Hochplateau auf- bzw. davon absteigt. 

Übernachten: Nur im eigenen Zelt.

3. Nahuel Huapi Traverse

Die Nahuel Huapi Traverse ist eine der bekannteren Touren in Patagonien und dementsprechend beliebt. Sie verläuft oberhalb von Bariloche und wartet nach europäischem Vorbild mit Berghütten auf, in denen man essen und übernachten kann. Der Cerro Catedral mit seinem bizarren Aussehen lockt viele Touristen an, und so ist man auf dieser Tour nie alleine. 

Eigentlich ist die Traverse eine 5-Tagestour, allerdings ist das Mittelstück „Cordón de los Innocentes“ nicht ungefährlich und häufig gesperrt, was einen Abstieg nach Bariloche nach der Hälfte der Tour erfordert. Am besten vorher informieren, wie es sich damit verhält.

4. Fitz Roy Umrundung

Dieser beliebte Trek führt einen zu den schönsten Stellen rund um die Berge Cerro Torre und Fitz Roy. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, man kommt durch zauberhafte Wälder, wunderschöne Ebenen, und mit etwas Wetterglück genießt man spektakuläre Blicke auf die Fels- und Gletscherwelt der berühmten 3.000er. 

Der Trek ist nicht besonders anspruchsvoll und in kostenlosen Camps kann man sein eigenes Zelt aufbauen. Leider ist in der Hauptsaison mittlerweile sehr viel los, da man die meisten Wege auch in Tagestouren von El Chaltén aus erkunden kann.

5. Torres del Paine Circuit oder W-Trek

Wohl der bekannteste Trek in Patagonien ist der Torres del Paine Circuit. Er dauert insgesamt 8-10 Tage und man umrundet das Bergmassiv, schläft dabei im eigenen Zelt oder in vorausreservierten und teuren (!) Rifugios. Die meisten Trekker halten sich an die abgekürzte Variante, das sogenannte „W“, und klappern dabei die Hauptattraktionen wie die Torres oder das Valle del Francés ab. 

Da dieser Trek international zu den „Must-Dos“ gehört, trifft man dort wirklich jedermann, und in der Hauptsaison kann es durchaus vorkommen, dass man in einer Schlange entlangwandert. Leider gibt es abgesehen von diesem einen Rundwanderweg nicht wirklich andere Wanderoptionen im Nationalpark, der mit seinen türkisenen Seen, Gletschern und schroffen Felszacken definitiv atemberaubend ist.

6. Dientes del Navarino

Die südlichste Trekkingroute der Welt bietet absolute Einsamkeit und unberührte Natur. Die Insel Navarino auf der chilenischen Seite von Feuerland ist nur mit dem Schiff zu erreichen (Achtung, Schiffe fahren nicht jeden Tag und sind recht teuer!) und die 5-Tages-Tour ist vom Anspruch her nicht zu unterschätzen. 

Übernachten: Es gibt keine Hütten, Übernachten muss man im eigenen Zelt. Dafür wird man mit Anblicken des spektakulären Dientes-Massiv und vielen Begegnungen mit der heimischen Tierwelt belohnt.

Fazit

Wer nicht unbedingt die „Must-Do“ Treks ablaufen möchte, dem empfehle ich, die beliebten Nationalparks wie Torres del Paine, Nahuel Huapi und Fitz Roy zwar zu besuchen, aber sich dort mit Tages- oder Übernachtungstouren zufriedenzugeben. Für mehr Einsamkeit sollte man sich dann eine Mehrtagestour raussuchen, die etwas abgelegener ist, und schon im Vorhinein die Anreise, Übernachtungen und Verpflegung gut planen.

Newsletter