Trekking mit Zelt: Tipps und Ausrüstung (Teil 2)

Nachdem ich euch im ersten Teil erklärt habe, was ihr in puncto Zelt, Isomatte, Schlafsack und Bekleidung für eine Trekking-Tour braucht, erfahrt ihr heute alles zum Thema Kochen, Verpflegung und Hygiene.
Hygiene, Sonstiges
Wenn man tagsüber schwitzt und abends keine Dusche zur Verfügung hat, ist es kein Geheimnis, dass man anfängt zu riechen. Mit ein paar Tricks kann man das Übel jedoch in Grenzen halten.
Regelmäßig Hände und Füße waschen. Etwas Wasser reicht da schon, zur Not tun es auch feuchte Tücher.
Genügend Klopapier mitnehmen. Man glaubt es kaum, aber wenn es hier einen Engpass gibt, steht man ganz schön blöd da in der Wildnis.
Wenn man tagsüber Sonnencreme oder Insektenspray verwendet, am besten vor dem Schlafengehen abwaschen, sonst entsteht über die Tage eine richtige Patina auf der Haut.
Für Mädels mit langen Haaren: Ich nehme immer ein Buff mit. Spätestens nach dem 3. Tag kann man so die fettigen Ansätze schön kaschieren und es schützt vor Sonne. Babypuder eignet sich auch super als Trockenshampoo.
Auf alle Fälle Blasenpflaster und Druckstellenpflaster mitnehmen, definitiv nicht an dieser Stelle beim Gewicht sparen. Selbst die besten Schuhe können nach mehreren Tagen zu Blasen führen.
Etwas Tape, Schnur und natürlich ein Taschenmesser. Irgendwas geht immer kaputt.
Plastiktüten für die Klamotten und den Rest – dann wird nicht gleich alles nass wenn es mal regnet. 
Verpflegung
Der wohl schwierigste Teil ist das Thema Essen und Trinken. Wenn man zu wenig mitnimmt, knurrt der Magen, und das führt vor allem bei der männlichen Bevölkerung zu Unmut. Wenn man zu viel mitnimmt, schleppt man sich zu Tode. Man merkt auch, wie abhängig man von Wasser ist. Jeden Tag braucht man pro Person ca. 4-5 Liter für Trinken, Kochen und Waschen, und das möchte man nicht tragen müssen. Bei der Verpflegung gilt also: Genau planen.
Wie viele Tage, wieviel Essen (nicht nur die Mahlzeiten sondern auch Snacks einberechnen)
Lieber einen Tag extra mitnehmen um flexibler zu sein wenn man das Tempo nicht schafft.
Männer brauchen mehr als Frauen. Einem Mann reicht z.B. oft eine typische Fertigsuppe oder Tüte Trekkingnahrung nicht, da braucht es dann zwei.
Statt teurer Trekkingnahrung tut es auch oft eine Ramensuppe oder Maggitüte. Die Mischung macht’s.
Jeden Tag braucht man 1-2 Mal eine Wasserquelle. In guten Trekkingführern steht daher immer dabei, wo es auf der Tour Frischwasser gibt. Das Thema müsst ihr ernstnehmen!
Um nicht immer nur langweiliges Wasser zu trinken kann man es mit diversen Magnesium- oder Vitamintabletten aufpeppen.
Tee oder Instantkaffee ist wichtig: es gibt nichts Tolleres als eine heiße Tasse Tee am Abend.
Überlegt euch auch, wie viele Behälter für Wasser ihr braucht. Wir hatten neben unseren Trinkblasen noch jeder 2x 1 Literflaschen dabei, um Wasser auffüllen zu können für das Kochen und Waschen wenn man nicht direkt an einer Wasserquelle biwakiert, oder um die Trinkblase tagsüber nachzufüllen. Auch faltbare Behälter sind dafür sehr nützlich.


Kochen
Trekkingnahrung muss immer mit Wasser zubereitet werden damit sie leichter ist. Man ist dadurch aber auch auf einen Kocher angewiesen. Das Wichtigste ist, genügend Brennstoff mitzunehmen. Es gibt kaum eine blödere Situation als am vorletzten Tag ohne Gas für den Kocher dazustehen und die Tütensuppe trocken löffeln zu müssen. Es lohnt sich also, tatsächlich vorher mal grob durchzurechnen: Wie lange hält eine Kartusche, wie lange braucht das Wasser pro Mahlzeit um zu kochen, etc. Achtung: in höheren Lagen braucht das Wasser länger zu kochen - als Richtwert gilt: 1 Minute länger je 150 Höhenmetern.
Neben dem üblichen Campinggeschirr braucht ihr ein kleines Fläschchen Spülmittel, ein Geschirrhandtuch und ein kleines Schwämmchen. Wenn man nicht ordentlich spült, schmeckt der Tee am nächsten Morgen nach Spaghetti Carbonara.
Micropur oder ein Wasserfilter ist ein Must-Have, um jegliches Wasser trinkbar zu machen.
Am besten 2 Feuerzeuge und eine Packung Streichhölzer mitnehmen. Wenn man den Kocher nicht anzünden kann bringt der ganze Brennstoff nichts.
Eine Mülltüte, in der der komplett Müll gesammelt wird, ist selbstverständlich.
Wenn es darum geht, einen neuen Kocher und Geschirr zu kaufen würde ich zu folgendem Modell raten: 


So, nun kann es losgehen! Vergesst aber nicht, dass man in den Alpen nicht überall Wildcampen darf, am besten lest ihr dazu meinen Artikel über die Wildamping Dos und Don'ts. Wie schwer ist euer Rucksack geworden? Habt ihr noch Tipps für Gewichtsreduktion beim Packen? Dann schreibt gerne einen Kommentar.
 

Hier gibts nochmal die Packliste:


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