Trainingslager des Team Alpecin 2015 in Kaltern am See

Nachdem die Anfahrt ins Trainingslager nach Kaltern am See von Regen über Graupel bis hin zu Schnee alles bot, machte ich mir schon so meine Gedanken über die kommende Trainingswoche, doch alle Ängste waren unnütz. Kaum hatte ich den Brenner passiert, zeigte sich Südtirol von seiner besten Seite: blauer Himmel, Wohlfühl-Temperaturen um die 20 Grad und Berge soweit das Auge reichte. So sollte es auch bleiben für die komplette Trainingswoche.
Ankunft am Hotel
Kaum hatte ich das wunderschön gelegene Hotel Haus am Hang erreicht, schon wurde ich von den ersten bekannten Gesichtern begrüßt. Nach und nach trafen alle Alpecinis ein – eine ganz schön große Familie, schließlich sind auch viele Teammitglieder aus den vergangenen Jahren gekommen. Nach einem 4-Gänge Menü gab es noch Briefings, ehe nacheinander alle müde ins Bett fielen.
Raus aus den Federn
Der nächste Morgen startete, wie (fast) alle in der kommenden Woche, recht früh: Kurz vor 7 Uhr riss uns der Wecker aus dem Schlaf. Tim und Stefan (aka die Schleifer von Frankfurt) vom Radlabor kickten uns in den Tag mit Core-Übungen und zeigten uns, dass zum Radfahren nicht nur gute Beine gehören. Schon bald war mir klar, dass der dröge Büroalltag als Sesselpupser seine Spuren hinterlassen hat: ich bin ungelenk und hänge bei manchen Übungen da, wie ein nasser Sack. Das werde ich wohl das Jahr über öfter machen müssen, wenn ich die vielen Radkilometer ohne Schmerzen im Rücken überstehen will.


Auf zum Techniktraining
Nach dem Frühsport ging es dann im Galopp ab zum Frühstück, danach wurden die Pferdchen gesattelt: Jörg Ludewig, unser Sportlicher Leiter und Ex-Profi, startete auf dem Parkplatz das Techniktraining. Er zeigte uns gekonnt was Radbeherrschung bedeutet: freihändig fahren, einhändig eingeklickt stehen, Wheelie, mit hohen Geschwindigkeiten Hindernisse umkurven – man merkte, der Mann hat ein paar Tage mehr auf dem Rad verbracht. Von Übung zu Übung wurden wir besser. Sicherheit bringt vor allem die Erkenntnis, dass man zum sicheren Bremsen fast nur die Vorderbremse benötigt.


Eine harte Trainingseinheit
Im Anschluss ging es los – zumeist in mehreren Gruppen mit unterschiedlichem Leistungsstand, so dass keiner abgehängt wird. Am ersten Tag wurde erstmal die Gegend erkundet. Die einen fuhren gemütlich eine flache Runde um den See, die anderen erklommen bereits am ersten Tag den Mendelpass und mussten beweisen, wozu sie fähig sind. Sicherlich schon ein erster wertvoller Eindruck für die Trainer über das diesjährige Team.
In den nächsten Tagen standen Fotoshooting und Filmaufnahmen auf dem Programm. Es blieb aber nachmittags noch genug Zeit zum Training. Auch eine Stunde kann schön wehtun..
Nachdem genügend Foto- und Videomaterial gesammelt war, hatten die darauffolgenden Ausfahrten wieder tourenhaften Charakter. Einmal ging es mit einer großen Gruppe. Ein tolles Feeling in so einer Gruppe in eine Stadt einzurollen. Auf dem Marktplatz ließen wir uns dann bei Kaffee und Kuchen die Sonne auf den Bauch scheinen – dolce vita – niemand verschwendete hier wohl einen Gedanken an das kalte, windige und verregnete Deutschland.
Der letzte Trainingstag
Am letzten Trainingstag wartete dann der Mendelpass auf alle. Ein harter Brocken, aber durchaus überwindbar. Zusammen mit drei weiteren 2015er Teamfahrern suchte ich mir das Hinterrad von Stefan Zelle (einem der Coaches). Das erwies sich schnell als ambitioniert, ein Blick auf den Leistungsmesser verriet konstante 250 Watt den Berg hoch – 50 Minuten lang. Das war ordentlich, aber am darauffolgenden Gampenpass entschied unser 2015er-Quartett dann doch das Tempo ein wenig rauszunehmen und so haben wir den Berg recht beschaulich erklommen und trafen als Nachzügler beim Kaffeestopp ein. Ein wärmender Kaffee war dann auch genau das Richtige. Lagen die Temperaturen auf dem Gampen doch gerade mal bei vier Grad, so war die Abfahrt ebenfalls recht frisch, um nicht zu sagen saukalt.


Am letzten Tag des Trainingslagers ließ ich mit meinen Teamkameraden die Woche, die leider viel zu schnell verging, Revue passieren. Alle sind sich einig: Ein starkes Team eine große Familie und alles MATCHT zu 100 Prozent. Wir alle sind stolz, Teil dieses großen Ganzen zu sein. Es ist Wahnsinn zu sehen, was Sponsoren und Team für uns auf die Beine gestellt haben und wir freuen uns einfach auf eine fabelhafte Rennsaison mit vielen Stories und Erlebnissen. Ich kann es kaum noch abwarten am 18. April startet unsere Rennsaison in Holland beim Amstel Gold, danach werde ich wieder berichten.

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