Tage in Namche und gefährliche Krankheit beim Nepal-Trekking


Dem Everest Base Camp habe ich einen Besuch abgestattet, den Kala Patthar erklommen und den Solu-Khumbu durchquert - ich habe also schon viel erlebt bei meinem Nepal-Trekking. Und nun schaue ich auf zwei weitere Wochen in Namche zurück, einem überschaulichen Städtchen. Namche ist aber auch das Tor zum Khumbu und somit Ausgangspunkt vieler Treks in die Everest-Region.
Für meine ethnografische Arbeit habe ich hier eine Reihe von Interviews führen können und es geschafft, viele Informationen zum Leben der modernen Sherpas zu sammeln. Schnell kannte ich die engen Gassen wie meine Westentasche und habe wegen meiner auffälligen Bergstiefel den Spitznamen “Mr.Garmont” verpasst bekommen.
Auf der Suche nach neuen Erkenntnissen schlenderte ich regelmäßig zwischen den Teehäusern und Outdoor-Shops umher. Es ging hier auf über 3.400 hm gemütlich zu, denn die Dinge in Nepal brauchen ihre Zeit. Es dauerte also nicht lange, bis die Gelassenheit auch auf mich abfärbte. Selbst die landesweiten Wahlen, welche in dem innenpolitisch zerrütteten Land schnell einmal die Emotionen hochkochen ließen, brachten in Namche niemanden aus der Ruhe.

Rollentausch: Ich lasse mich als Träger anheuern
Für ein etwas ungewöhnliches Bild sorgte ich, als ich mich für meinen Host und Freund Anu Sherpa als Träger zur Verfügung stellte. Dies bedeutete, einen Tag lang schwere Lasten vom örtlichen Markt bis zur Lodge zu schleppen. Neben großer Anerkennung brachte mir das auch meinen zweiten scherzhaften Spitznamen ein: “Anu's Ports” – welcher sich schnell durchsetzte.
Ich nutzte die Tage aber auch für allerlei Tagestouren nach Khumjung, Phortse und Tengpoche, wo ich das örtliche buddhistische Kloster besuchte. Die Mönche servierten Buttertee und zeigten sich auch sonst als aufmerksame Gastgeber. So bekam ich etliche Erklärungen zu den geheimnisvollen Riten und Symbolen des Buddhismus.
Es brauchte nicht lange, um mich einzuleben und mein Interesse an der Kultur der Sherpas wurde mit Einladungen zu Festlichkeiten belohnt, welche ansonsten für Touristen unsichtbar bleiben. Die Abende ließ ich dann des öfteren bei einer Portion Dal Bhat ausklingen. Dal Bhat ist hier ein Nationalgericht und wird zumeist aus Kartoffeln, Linsen, Chili und Reis zubereitet.

Schlaflose Nächte - Höhenkrankheit, Malaria oder eine Infektion?
Aus heiterem Himmel sollte mir jedoch in einer Nacht kein Schlaf gegönnt sein. Hohes Fieber und Schmerzen setzten ein und am folgenden Tag verschlechterte sich mein Gesundheitszustand zunehmend. Nach einer weiteren schlaflosen Nacht war am nächsten Morgen nicht einmal mehr an einen eigenständigen Abstieg zu denken. Mit herzlicher Unterstützung einiger besorgter Sherpas bekam ich einen Sitzplatz in einem Helikopter, welcher mich auf direktem Weg zum Airport von Lukla brachte.
Dort erhielt ich durch einen Inspektor und Major der Nepal Army unbürokratische Hilfe und saß wenig später in einem kleinen Transportflugzeug nach Kathmandu. In der Hauptstadt wurde ich nach einem Zwischenstopp im öffentlich Civil-Hospital (eine abenteuerliche Erfahrung für sich) an eine private Klinik überwiesen.
Die Diagnosen schwankten von akuter Höhenkrankheit über Malaria bis hin zu einer Infektion. Was es letztendlich vermochte, mir innerhalb weniger Tage alle Energie zu rauben, sollte für alle ein Geheimnis bleiben. Doch die Behandlung zeigte sich als erfolgreich und nach ein paar Tagen war ich schon wieder auf den Beinen – einigermaßen zumindest.
Den ungeplanten Krankenhausaufenthalt habe ich als eine neue Erfahrung abgehakt, denn er offenbarte auch die wahre Größe, welche meine nepalesischen Freunde bewiesen haben, um zu helfen. Nun steht die Wiederaufnahme meiner ethnologischen Feldforschung an erster Stelle und ich bin gespannt, was Kathmandu für mich bereit hält!
Zum Abschluss möchte ich meine Eindrücke gerne noch mit weiteren Bildern mit Euch teilen:
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