Studenten in Turnschuhen und die Liebe zur Leichtathletik

Studenten in Turnschuhen?! Jogginghose im Seminar?! Kapuzenpulli in der Mensa?! Zumindest was das Outfit betrifft, fahren an der Sporthochschule wohl die Meisten denselben Kurs – die Kleidung sollte möglichst bequem und zweckorientiert sein. Wer hier fein rausgeputzt und auf hohen Hacken durch die Gänge stöckelt, gehört wohl eher zur absoluten Ausnahme. Und gerade das macht das Flair der „Spoho“ für mich so attraktiv. Morgens schnell in die Sportklamotten schlüpfen, mit dem Rad zum Campus und ab ins Seminar, dann kann ich auch direkt im Anschluss mit dem Training in der Leichtathletikhalle nebenan weitermachen.
 
Wer ich überhaupt bin und was ich so mache? Mein Name ist Caroline Schempp, ich bin 21 Jahre jung und studiere in Köln – wie sollte es anders sein – Sport. Seit nun fast drei Semestern genieße ich täglich das Zusammensein mit all meinen sportlich aktiven Kommilitonen, unter denen ich zumindest optisch mit meinem Aufzug nicht aus der Reihe tanze.
 
Denn neben meinem generellen Faible für den Sport an sich, habe ich während des Studiums auch wieder meine Liebe zur Leichtathletik entdeckt und verbringe seitdem einen Großteil meiner Freizeit mit meiner Trainingsgruppe auf der Tartanbahn. Und das bedeutet oft viel Überwindung, Schweiß und Muskelkater. Ganze sechs Trainingseinheiten pro Woche toben wir uns entweder in der überdachten Leichtathletikhalle oder draußen auf der Rundbahn bis aufs Äußerste aus. Oft auch unter den ungläubigen Blicken Anderer: „Jeden Tag Training? Macht das überhaupt noch Spaß?“, wird da schon manchmal gefragt. Aber wer einmal von der Leidenschaft gepackt wurde und eine so familiäre Trainingsgruppe hinter sich stehen hat, der wird verstehen, dass man besonders hier Erfüllung finden kann und auch neue Kraft für andere Lebensbereiche schöpft. Während andere also die Füße hochlegen, laufen wir uns im Wald die Füße wund und freuen uns dabei noch. Klar bleibt da wenig Zeit für Couch-Potato-Exzesse vor dem Fernseher... aber dennoch genug Zeit für meine zweite große Liebe: Das Essen! Und nach so viel Bewegung ist der Appetit entsprechend groß :).
 
Die Zahl der Leistungssportler unter meinen Kommilitonen ist trotz des allgemeinen Sportengagements und der sportlichen Affinität relativ gering – verständlicherweise! Denn so ein spezifisches Sprinttraining, wie ich es mache, erfordert ein gutes Zeitmanagement und wäre mit zusätzlichen langen Fahrtzeiten kaum zu realisieren. Ein Glück, dass der Verein die Hallen und Räumlichkeiten der Hochschule nutzen darf und ich so die Möglichkeit habe, direkt vom Seminarraum aus in die Spikes zu hüpfen. Das erleichtert die Situation um einiges!
 
Momentan laufen die Vorbereitungen für die Hallensaison 2012 auf Hochtouren und ich hoffe euch hier in diesem Rahmen über Wettkampfergebnisse, Fitnesstipps und mit verschiedensten anderen sportlichen Exkursen auf dem – im wahrsten Sinne des Wortes – Laufenden halten zu können! Denn Nichts ist schöner als sich abends völlig ausgepowert und mit gutem Gewissen ins Bett legen zu können mit dem Gefühl, seine Energie sinnvoll verbraten zu haben.
 
pictures by © Ulrich Schmitz und Axel Kohring
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