Stand Up Paddling - Tipps für Anfänger

Jeder hat sich wahrscheinlich in den letzten Sommern einmal gewundert, wie es sein kann, dass da jemand auf dem Wasser steht. Je nach Sehstärke tauchen dann früher oder später irgendwann Brett und Paddel auf und die Sache erklärt sich -  Stand Up Paddling bzw. SUP ;) Aber was macht man eigentlich damit? Schon klar - man steht auf einem Brett und paddelt. Allerdings hat sich derweilen eine leichte Fehleinschätzung des aufrechten Paddelns eingeschlichen… Denn das Paddeln ist eigentlich kein Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck - und dieser Zweck heißt surfen, also Wellenreiten!

Der neue Trend auf dem Wasser
Die Buben auf Hawaii haben es mal wieder erfunden (vor langer, langer Zeit... mal auf Wikipedia nachlesen, ganz lustig) und Mr. Waterman himself, Robby Naish, hat es mit nach Europa gebracht. Der Vorteil beim SUP liegt auf der Hand: Mit einem langen, großvolumigen Brett und einer relativ hohen Anfangsgeschwindigkeit bekommt man einfach mehr Wellen und man ist auch schneller am Spot! Schon super kleine Wellen lassen sich bespaßen, aber auch die großen Dinger kann man mit ein paar kräftigen Schlägen früh erwischen, da man mit dem Paddel mehr Vortrieb ins Wasser bekommt.
Weiterer Vorteil: Wenn es mal keine Wellen gibt, hat man immer noch Spaß, denn dann fährt man einfach spazieren und schaut sich die Gegend an.

Vom Spazierenfahren bis zum Ocean-Race
Jetzt sind wir bei dem Thema angelangt, wie SUP bei uns meistens aussieht: "Spazierenfahren". Auch leicht verständlich, da wir in Deutschland - und vor allem auf den vielen Seen und Binnengewässern - einfach keine gescheiten Wellen haben ;) Wenn man dann beim Spazierenfahren mit anderen um die Wette fährt, ist auch gleich die SUP-Race-Kategorie erfunden. Die Rennen reichen von Kurzstreckensprints bis hin zu krassen Ocean-Races mit über 50km auf dem offenen Meer (siehe bspw. www.molokai2oahu.com).
Kurzum, wenn man sich mit SUP beschäftigen will, muss man sich erst einmal klar machen, wo die Reise hingehen soll. Geht es wirklich ans Meer und in die Wellen oder bleibt man mit seinem Brettchen daheim auf dem See? Das wäre eine super Frage zu Beginn. Hier jetzt einfach mal ein paar Basics zur Orientierung!

Die Materialwahl beim SUP
Je kürzer das Brett, desto wendiger und damit besser für die Welle. Je länger, desto laufruhiger, schneller und auch einfacher. Kurz heißt dabei 9 bis 10 Fuß, wobei man auch bis 11 Fuß ganz gut in der Welle unterwegs ist. Inzwischen gibt es auch ultrakurze SUPs mit 6-7 Fuß Länge. Letztere sind aber nur für Fortgeschrittene, denn die sind verdammt wacklig und fordern eine richtig gute Brettkontrolle und Paddeltechnik von einem ab - muss man auch zusätzlich immer in Abhängigkeit vom eigenen Gewicht und dem Volumen des Bretts betrachten. 20 kg Körpergewicht mehr oder weniger machen da schon sehr viel aus!
Lange Bretter für lange Strecken
Die langen Bretter gehen hoch bis auf stattliche 14 Fuß (das sind über 4m). Dabei sind 12.6 und 14.0 die klassischen Race-Längen. Sie sind schlank und spitz, schnell und natürlich super um Strecke zu machen. Nebenbei bemerkt, sind die langen Teile meist ziemlich stabil, also ganz leicht zu handhaben, auch als Anfänger.

Logischerweise gibt es auch bei den SUPs den guten alten Kompromiss - also Bretter, die vermeintlich alles können. Die sind meistens zwischen 10 und 11 Fuß lang und stellen einen Mix aus den o.g. Extremen dar. Funktioniert auch gut, aber halt nur "gut" und nicht "sehr gut". Ideal wäre es also - zumindest aus mitteldeutscher Sicht - ein langes Brett für zuhause und ein kurzes für den Urlaub am Meer in der Garage stehen zu haben.
Auch ganz praktisch: SUPs zum Aufblasen. Von der Dynamik her natürlich nicht mit den festen Brettern zu vergleichen, aber dennoch erstaunlich gut. Großer Pluspunkt hier auf jeden Fall der Transport und die Lagerung.
 

Die Paddel als Wissenschaft für sich
So, dann kommen wir mal zu den Paddeln. Auch diese sind, wie könnte es anders sein, eine Wissenschaft für sich. Fängt beim Material an, geht über die richtige Länge und Steifigkeit und hört bei der Form des Blattes auf. Grob gesagt empfehlen sich für die Welle etwas kürzere und "weichere" Paddel aus Kunststoff und für die Strecke nimmt man gern die steifen und leichten Karbonteile.
Als Anfänger kann man auch erst einmal zu einem längenverstellbaren Paddel greifen. Die kommen von der Performance her allerdings nicht an die Karbongeräte heran, sind dafür günstiger und man kann sich an seine richtige Länge herantasten. Ein sehr guter Weg um sich hinsichtlich der Länge einen Überblick zu machen ist diese von Patrice erstellte Tabelle.
In meinem nächsten Blogartikel werde ich Euch dann weiter in die Welt des Stand Up Paddling einführen.
Bis denn,
euer Ralf
Fotos: Boris Thuin,  Patrice Guénolé

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