Sporttreff Facebook

Sportler sind sehr kommunikativ, so zumindest mein Eindruck. Durch jahrelange Erfahrung in Teamsportarten oder vielleicht auch einfach aufgrund ihrer Gene sind Sportler offenbar von Natur aus kommunikative Menschen.
Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Sportler im Allgemeinen für Facebook empfänglich ist. Es gibt kaum Kommunikativeres als die wohlbekannte soziale Internet-Plattform. Jede Verabredung zum Fußballzocken auf der Straße, jede Teilnehmerliste unserer Sport-Kurse an der Sporthochschule, jede geschaffte Prüfung, jeder gewonnene Wettbewerb, ja nahezu jeder sportlich wichtige Moment wird mittlerweile bei Facebook mit Freunden geteilt.
Sport und Facebook – das passt also. Das wissen wir und das weiß Facebook. Unser Sportstudenten-Jahrgang an der Sporthochschule hat seine eigene kleine Gruppe, die rege in Betrieb ist. Legendäre Basketballmatches oder Ski-Ausflüge in die Alpen werden hier geplant, besprochen und später ausführlich analysiert. Man ist unter sich. Unter Sportlern. Und damit sind wir längst nicht die einzige Gruppe bei Facebook: In Sportgruppen wie der von „Spox.com“ oder „Kicker“ diskutieren mehrere 10.000 Menschen, ob denn nun Real Madrid oder der FC Barcelona besser ist. Manchester United hat fast 20.000.000 Fans im sozialen Netzwerk, jede Extremsportart hat mehrere tausend.
Die Strahlkraft von Facebook im Sport ist enorm. Fans haben den intuitiven Drang dazu, mit Gleichgesinnten über das Geschehen im Verein zu diskutieren, Freizeitsportler wollen ihre Erfolge mit allen möglichen Freunden teilen. Die eigene Laufleistung mit exakten Angaben von Zeit, Strecke und auch Pulsschlägen kann jeder Hobbyläufer mit Hilfe einer App bei Facebook hochladen und mit Freunden teilen.
Hinzu kommt, dass die Nähe zu berühmten Sportpersönlichkeiten für Freizeitsportler und Sportinteressierte wohl nirgendwo so vorhanden ist wie auf Facebook. Unzählige Athleten aus allen Sportarten kommunizieren mit ihren Fans und teilen persönliche Erlebnisse. Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki beispielsweise spendet Tony Romo, dem Quarterback des ebenfalls in Dallas beheimateten American-Football-Teams, Beileid nach einem schlechten Spiel. Skateboard-Legende Tony Hawk teilt Urlaubsfotos aus Brasilien und Boris Becker fragt seine Fans, ob es sinnvoll wäre sein streikendes Blackberry zu behalten oder lieber zu einem anderen Handy-Anbieter zu wechseln. Profisportler kommunizieren mit Fans und untereinander. Nur logisch, dass eben jene Fans und Hobbysportler ihren Vorbildern nacheifern. Facebook ist also so etwas wie ein Sprachrohr für die Athleten.
Natürlich gehen Freizeitsportler zwar immer noch gemeinsam laufen und Kumpels treffen sich nach wie vor auf ein Bier zur Fußball-Konferenz im Sportlertreff um die Ecke. Geplant und geteilt werden jene Events aber im sozialen Netzwerk. Facebook ist ein überdimensionaler Sportlertreff, der meines Erachtens vielen Sportlern gut tut. Der Fußballer Marcel Schäfer gab zuletzt noch in einem Interview zu, dass er durch Facebook Presse-Gerüchten einfach authentischer begegnen könne.
Für mich persönlich bringt Facebook in sportlicher Hinsicht nur Vorteile mit sich. Unglaubliche Sportvideos, Fotos von regionalen Wettkämpfen oder die Leistungen meiner Kommilitonen hätte ich ohne Facebook wohl nicht mitbekommen. Auch nicht im Sportlertreff um die Ecke.
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