Sportstipendium USA: engelhorn sports Läuferteam Mitglied Fabienne bereitet sich vor


In den letzten Jahren gehen immer mehr deutsche Leichtathleten im Rahmen eines Sportstipendiums in die USA zum Studieren und Trainieren. Über dem großen Teich ist es einfacher, Spitzensport und ein Studium zu vereinbaren als z.B. in Deutschland. Deshalb lassen sich immer mehr Leistungssportler von Stipendien der amerikanischen Universitäten nach Amerika locken. Es ist ein verlockendes Angebot: Mit dem Stipendium werden Unterkunft, Verpflegung, Schulunterlagen und Trainingszubehör komplett abgedeckt. Allein den Flug muss der Athlet tragen. Mitte August wird auch ein Mitglied des engelhorn sports teams den Schritt nach Amerika wagen. Die 19-jährige Fabienne Amrhein wird ein Studium an der Mississippi State University aufnehmen. Ich konnte ihr vorab schon mal  einige Fragen stellen.
 
Wie kamst du auf die Idee in die USA zum Studieren und Trainieren zu gehen?
Fabienne: Der Coach hat mich über Facebook angeschrieben, nachdem er im Internet Bestenlisten studiert hat. Nach einem Telefonat hat er mir das Vollstipendium angeboten. Er klang sehr freundlich und war sehr bemüht und da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, was ich nach meinem Abitur machen möchte, habe ich zugesagt. So habe ich noch ein Jahr länger Zeit, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen und dabei Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.
 
Was erwartest du sportlich und privat von der Zeit in den USA?
Fabienne: Sportlich möchte ich in den USA voll durchstarten und bin einfach nur gespannt, bei welchen Zeiten ich dann ankomme und wo meine Grenzen sind. Über die 1500m ist die 4:30 min-Grenze längst überfällig.
Sich allein in einem fremden Land durchzuschlagen, macht einen stark und offen für das weitere Leben. Außerdem denke ich, dass man eine Menge an Lebenserfahrung sammelt. Natürlich hoffe ich auch, viele Freunde kennen zu lernen und einfach eine schöne Zeit verbringen zu dürfen, an die ich mich ein Leben lang zurückerinnern kann.
 
Hast du Bedenken hinsichtlich deiner Entscheidung und würdest du manchmal lieber hier bleiben?
Fabienne: Natürlich kommen auch manchmal Bedenken und Befürchtungen auf. Ich verlasse hier meine Freunde und Familie und werde in den USA erst mal wieder neue Kontakte knüpfen müssen. Am meisten Angst habe ich davor, dass ich mich dort einsam fühlen werde. Aber schon allein in der Trainingsgruppe habe ich bestimmt genug Möglichkeiten, um Anschluss zu finden.
Manchmal verfluche ich auch meinen Plan, wenn ich mich durch die riesigen Mengen an Bürokratie quäle und unübersichtliche und unverständliche Dokumente ausfüllen muss.
 
Du wirst dort ja in einem Team laufen? Fürchtest du, dass du und deine Leistung dort eventuell untergehen?
Fabienne: Nein, auf keinen Fall. Ich denke, mich wird es stark motivieren, wenn ich weiß, dass hinter meiner Leistung ein ganzes Team steht.  Außerdem macht es noch mehr Spaß, im Team einen Wettkampf zu bestreiten.
 
Hast du schon weiter überlegt, ob du nur ein Jahr dort bleiben willst oder ob du deinen Bachelor dort komplett absolvierst?
Diese Frage ist von meinem jetzigen Standpunkt aus schwer zu beantworten. Ich plane eigentlich, nach einem Jahr wieder zurückzukommen. Aber wenn es mir dort gut gefällt, kann es natürlich auch sein, dass ich meinen Bachelor dort mache. Das wird sich im Laufe des Jahres zeigen.
 
Wie siehts eigentlich mit deinem Englisch aus?
Fabienne: Da mache ich mir keine Gedanken. Ich habe jetzt neun Jahre lang in der Schule Englisch gelernt. Ich war auch schon mal über einen Schüleraustausch einige Wochen in einer Gastfamilie in den USA. Wir konnten uns immer verstehen und nach den wenigen Wochen war mein Englisch bereits viel besser.
 
Was muss auf jeden Fall mit auf die Reise?
Fabienne: Mein Laptop mit Skype (lacht).
Amerikanische College-Partys sind ja berüchtigt? Wirst du trotzdem dabei sein bzw. darfst du großartig Party machen?
Fabienne: Ich werde bestimmt auf der einen oder anderen Party dabei sein. Vor einem Wettkampf vielleicht nicht unbedingt, aber da ist das Team meistens sowieso unterwegs. Auch weil Alkohol für mich kein großes Thema ist, kann ich ohne schlechtes Gewissen mein Leben genießen und feiern.
 
Was ist jetzt mit deiner Trainingsgruppe in Mannheim?
Fabienne: Nur weil ich zum Sportstipendium in den USA bin, ist die Trainingsgruppe nicht aus meinem Leben. Ich habe beim Training in dieser Gruppe immer viel Spaß gehabt und viele der Trainingspartner sind richtig gute Freunde geworden. Wir unternehmen auch viel außerhalb des Trainings zusammen. Wer weiß, vielleicht studiere ich ja nach dem Jahr in den USA in Mannheim und bin wieder im Training dabei. Und dank der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten bleibe ich bestimmt mit einigen Leuten in Kontakt.
 
Hast du zum Abschluss noch ein paar Tipps für diejenigen, die sich überlegen, denselben Schritt zu gehen wie du?
Fabienne: Ich denke, man hat auf jeden Fall einen großen Gewinn, wenn man sich dazu entscheidet, ins Ausland zu gehen. Ich denke, bei einem FSJ ist es sehr schwer, den Sport angemessen unterzubringen. Wer also nicht auf einen Auslandsaufenthalt verzichten möchte und nach der Schule noch nicht genau weiß, in welche Richtung er sich weiterbilden möchte, kann das während eines Sportstipendiums in den USA optimal miteinander verbinden.
 
 
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