Splitboards! Teile dein Brett – gern auch mit deinem Nächsten...

In den letzten Wintern ist das Thema Splitboards immer größer geworden und mittlerweile bekommt man schon fast den Eindruck, als würde jeder sein Brett auseinandernehmen, Felle drauf packen und den Berg hochrennen.

Spricht auch absolut nichts dagegen und es ist ein cooles Ding. Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade für jene Boarder interessant ist, sich jetzt mit den teilbaren Brettern zu beschäftigen, die in den letzten Jahren angesichts der krassen Entwicklung in der Ski-Industrie (man denke an fette Powder-Latten, diverse Rocker-Konzepte, Aufstiegsvorteile mit Fellen usw.) auf Ski umgestiegen sind.

Hier einfach mal ein paar Insights, was es mit den Splitboards so auf sich hat, wo die Vor- und Nachteile liegen, und auf was man achten sollte:

Splitboard-Tech im groben Überblick

Generell gibt es die Möglichkeit sein eigenes Brett in der Mitte auseinanderzusägen und mittels dem „Voilé-Kit“ (der bekannteste unter den knapp 10 Split-Montage-Sets / Bindungsaufnahmen) wieder ein Ganzes daraus zu machen. Ist aber meines Erachtens nach ein wenig zu viel „Gebastel“ und das Ergebnis ist sicherlich auch nicht ganz so gut wie ein industriell vorgefertigtes Splitboard mit Inserts und rundum führenden Kanten.

Ich habe hier ein 166cm Thunder von Nitro - mittlerweile gibt es von allen größeren Brands wie Burton, Nitro oder Libtech teilbare Bretter, aber auch von vielen kleinen, spezialisierten Firmen. In meinem Board sind die Inserts wie gesagt schon drin und der Voilé-Kit mitsamt Fellen wird mitgeliefert.

Letzte Vorbereitungsarbeiten, bevor es an den Berg geht

„Mitgeliefert“ bedeutet, dass man, bevor es los geht, noch etwas Arbeit hat:
Der Kit muss montiert, die Felle zugeschnitten werden. Seine eigene Bindung braucht man auch. Kurz erklärt heißt das, dass man ein paar Löcher bohren muss, um die Klammern und Krampen zu positionieren, welche die beiden Boardhälften zusammenhalten. Dann muss man noch seine eigene Bindung auf die mitgelieferten Grundplatten schrauben und schlussendlich die Felle auf sein Brett anpassen.


Wenn man das beim ersten Mal ganz alleine macht, ist man schon ein wenig gefordert. Aber insgesamt ist es kein Hexenwerk – aber doch zuviel, um hier alles im Detail zu erklären. 

Der Test am Berg: Wie schneiden die Splitboards im Vergleich zu den Ski ab?

Vorweg schon einmal: Auf dem Berg funktionieren die Teile richtig gut! Sowohl beim Aufstieg, als auch bei der Abfahrt...

Beim Aufsteigen hat man beispielsweise gegenüber Ski den Vorteil, dass die Kombi aus Splitboards und Snowboardboots einfach generell leichter ist als Ski + Skischuhe. Sprich: man schleppt nicht so viel Gewicht mit auf den Berg und kommt – auch angesichts der etwas angenehmeren Snowboardboots – ein wenig müheloser vom Fleck!

Beim Aufstieg kann man unter der Bindung zwei verschieden große Bügel hochklappen, so dass man seine Fußposition auf unterschiedlich steiles Gelände anpassen kann. Bei manchen Skibindungen gibt es da eine Einstelloption mehr, aber mit den zwei Positionen hier kommt man auf jeden Fall gut zurecht.

Der Kraftschluss zwischen Schuh, Bindung und Brett ist auch überraschend gut, wenngleich man vielleicht mit einem konventionellen Tourenskisystem in sehr steilem und eisigem Gelände ein Quäntchen mehr Kontrolle hat - und auch die Möglichkeit nutzen kann, den Schuh komplett flach auf den Ski zu fixieren.

Zusammengefasst heißt das also: Vorteile bei Ski hinsichtlich Kontrolle in anspruchsvollem Gelände, dafür aber ein großes „Plus“ hinsichtlich Gewicht und Handling mit Splitboards.

Oben angekommen - aus 2 mach 1 und natürlich: Wie fährt es sich?

Auf dem Berg angekommen, geht es dann darum, aus den 2 Brettchen wieder 1 zu machen: Felle in den Rucksack, Bindungen ummontieren, Klammern zu und fertig. Das kann schon ein paar Minuten dauern, ist aber insgesamt recht easy – vorausgesetzt die Bindungsschlitten sind nicht vereist ;)


Und jetzt - Überraschung!!! Man merkt eigentlich nicht, dass man ein geteiltes Brett an den Füßen hat!!! :) Im Powder schon gar nicht und auf der Piste vielleicht mal durch ein leises Klappern.
Insgesamt bekommt man sofort großes Vertrauen ins Material und ihr könnt euch sicher sein, dass die ersten Unsicherheiten schnell verschwunden sind. Die Dinger sind stabil, vermitteln sehr schnell die Kontrolle über das Brett und es kommt definitiv kein „schwammiges“ Feeling auf. Selbst im grobem Gelände mit harten Passagen bekommt man kein flaues Gefühl.

Fazit: Meine optimale Freeride-Alternative für Boarder!

Für mich sind Splitboards eine super Freeride-Alternative und man hat einen Haufen Spaß damit! Auf jeden Fall viel besser als die Kombi aus Board + Schneeschuhen, und auch gegenüber Tourenski hat man den einen oder anderen Vorteil. Alles in allem also eine super Sache und sehr empfehlenswert!


Wie immer auch hier noch einmal der erhobene Zeigefinger: Vergesst die Vorsicht nicht! Man ist schnell verleitet, auf eigene Faust irgendwo hinzukraxeln und befindet sich dann ganz schnell in gefährlichem Gelände. 

Sicherheitsausrüstung ist Grundvoraussetzung und am besten hat man im nicht gesicherten Gelände immer einen Bergführer dabei...

In diesem Sinne, viel Spaß im Schnee und bis bald :)

Euer Ralf

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