Spielend fit mit E-Sport


Joggen und Bolzen auf dem Fußballplatz sind für viele Jugendliche die Sportarten und Freizeitbeschäftigungen schlechthin. Der Körper wird in Schwung gebracht, der Puls steigt und soziale Kontakte werden gepflegt. Doch immer die gleichen Bewegungsabläufe auszuüben, kann auf Dauer schon etwas langweilig werden. Ich kenne das. Deshalb habe ich ständig Lust etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht Golf oder Yoga? Sich anderen Sportarten zu widmen, macht Spaß und bringt Abwechslung in den Alltag. Nicht selten scheitern die sportlichen Pläne allerdings an der fehlenden Ausrüstung, an mangelnden Angeboten in der Umgebung oder einfach am zeitlichen Aspekt. Im Zeitalter von immer ausgefalleneren technischen Clues geht es allerdings auch anders – bequem von Zuhause aus. Man tausche einfach Konsole gegen Golfplatz und Joystick gegen Schläger. Die einzige Frage, diese sich stellt, ist inwiefern die virtuelle Tätigkeit beim E-Sport den Sport ersetzen kann.
 
Nintendo, Playstation oder Xbox sind die großen Spielkonsolen, die in nahezu jedem Haushalt zum festen Inventar gehören. Das „Zocken“ vor dem Bildschirm ist besonders bei Jugendlichen ein beliebter Zeitvertreib – ob allein, mit Freunden oder online in der Community – die Welt der Games bietet unzählige Alternativen und Möglichkeiten. Von vielen belächelt, organisieren sich zahlreiche Gamer in Clans, anstatt sich in Fußballvereinen auszutoben. Spricht man von professionellen Wettkämpfen im Austragen von Computerspielen, ist von E-Sport die Rede. Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit und Durchhaltevermögen sind wichtige Anforderungen, die jeder Spieler mitbringen sollte und eine Parallele zu „realen“ Sportarten außerhalb der virtuellen Welt bilden. In Spielen wie Counter Strike, Battlefield oder FIFA stellen die Gamer ihr Können und ihre Fingerfertigkeit am Joystick unter Beweis. Wenn Bewegung allerdings nur noch virtuell stattfindet, bleibt die persönliche Fitness schnell auf der Strecke.
 
Auf dieses Problem haben Konsolenhersteller bereits reagiert – die Nintendo „Wii Fit“, die Playstation 3 „Move Fitness“ und die Xbox 360 gehören zu den schlagenden Antworten. Die gefragten Fitness-Spiele animieren den Spieler sich zu bewegen und imitieren Sportarten wie Bowling, Golf oder Zumba virtuell am Bildschirm. Dabei wird voller Körpereinsatz verlangt und so manche Kalorien verbrannt. Je nach Game gehört eine entsprechende Ausrüstung zum Spiel, die ein möglichst realistisches spielerisches Erleben ermöglicht. Bei dem Vorreiter und Klassiker unter den Fitness-Spielen, der Wii Fit, steht der Spieler auf dem sogenannten Balance-Board, einem Brett mit Sensoren, und führt darauf verschiedene Trainingsübungen aus. Durch die Verlagerung des Gewichts auf dem Board werden die realen Bewegungen auf den Bildschirm übertragen. Immer ausgefallenere Fitness-Spiele erobern den Markt und motivieren Sport-Muffel ihren Körper mit der nötigen Portion Spaß in Form zu bringen.
 
Was zwar gut klingt, ist aber kein Ersatz für echte sportliche Aktivitäten. Der Grund: Beim Sport ist der Kalorienverbrauch deutlich höher als beim virtuellen Training. Bei einem realen Boxtraining verbrennt der Sportler zum Beispiel 300 Kalorien mehr als mit der Wii-Fit. Beim Tennis auf dem Tennisplatz werden 180 Kalorien mehr verbraucht und immerhin noch 40 Kalorien sind es beim Bowling, Golfen oder Baseball-Spielen ohne Konsole. Nichtsdestotrotz ist die Bewegung vor dem Bildschirm allemal besser als gar keine. Vor allem Übergewichtige oder Personen mit Zeitknappheit finden hier ihren Zugang zum Sport.
 
Wie es viele sicherlich von der Anmeldung im Fitnessstudio kennen, reicht die Anschaffung allein nicht aus. Damit sich überhaupt ein positiver Trainingseffekt einstellt, ist es wichtig, dass die Motivation zu den Fitness-Spielen anhält und die Konsole nicht zum reinen Staubfänger wird. Mein Tipp ist daher zu zweit oder in der Gruppe zu trainieren – das macht Spaß und bringt Antrieb.
 
An der Deutschen Sporthochschule in Köln war die virtuelle Sportwelt übrigens auch schon Thema. Mehr Infos dazu findet ihr hier.
 
picture by © Markus Hein / PIXELIO / pixelio.de

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