Sommer in Sölden – Schnitzeljagd mit dem Bike

Wo ist denn eigentlich der Sommer? In Sölden leider definitiv nicht, davon konnten wir uns bei der Schnitzeljagd am letzten Juni-Wochenende überzeugen. Statt einem sonnigen Start auf 3000 m gefolgt von staubigen Trails, standen einstellige Temperaturen, Regen und Schnee auf dem Programm.
Aber was ist die Schnitzeljagd eigentlich? Prinzipiell genau das – eine Schnitzeljagd. Über das gesamte Söldener Trailnetzwerk sind Checkpoints verteilt, die es abzufahren gilt. Am Start bekommt jeder Teilnehmer eines 2er-Teams einen Schnitzelpass, auf dem alle diese Checkpoints und Trails markiert sind. Manche sind leicht auffindbar und es gibt lustige Aufgaben zu erledigen, andere wiederum sind mitten im Traillabyrinth versteckt, so dass man die Augen bei der Abfahrt durchaus aufmachen muss! Sieger ist dann das Team, das als erstes im Ziel ist und alle Checkpoints abgefahren hat.
Luft zum Plaudern und Schnee im Sommer

Pünktlich um 10:30h stehen also 250 Teilnehmer am Start in Sölden. Da es momentan noch trocken ist, beschließen mein Teamkollege Mario und ich direkt den 600-Höhenmeter-Anstieg zur Stallwiesalm in Angriff zu nehmen – nicht als einzige, wie sich herausstellt und so finden wir uns bald in einem Pulk mit Dutzenden anderen Bikern wieder. Das schöne dabei: keiner ist übertrieben ehrgeizig, es bleibt immer noch Zeit und Luft zum Plaudern, so macht Rennen fahren Spaß! Oben angekommen, fängt es leider schon an zu regnen, wir bringen die Aufgabe hinter uns und machen uns schleunigst auf den Weg ins Tal.
Glücklicherweise transportieren die Bergbahnen in Sölden auch Biker, so dass wir die übrigen Höhenmeter relativ bequem per Gondel zurücklegen können. Leider ist die Gondelstation aber auf über 2000 m und in dieser Höhe fällt der Regen als Schnee. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung? Falsch! Es gibt definitiv schlechtes Wetter und davon bekommen wir gerade eine ganz dicke Packung ab – in Form von Schlamm, der sich überall dort festsetzt, Wind, der die Finger gefrieren lässt und Niederschlag in allen Formen, der dafür sorgt, dass keine Stelle am Fahrer trocken bleibt.
Erster Platz in der Spaß-Wertung
Trotzdem macht’s Spaß! Richtig viel sogar, denn zum einen sitzen wir alle im selben Boot und leiden

gemeinsam und zum anderen sind die Trails einfach der Wahnsinn! Wir grinsen von einem Ohr zum anderen und vergessen völlig, dass wir hier sind, um ein Rennen zu fahren. So kommt es, dass wir zwar deutlich nach den Siegern im Ziel ankommen, fahren aber deutlich mehr Trails und können bei unserer subjektiven Spaß-Wertung ganz vorne landen!
Am Abend geht’s dann noch zur Siegerehrung, bevor wir totmüde ins Bett fallen. Für den nächsten Tag ist schönes Wetter angekündigt und wir wollen unbedingt noch die restlichen Trails abfahren und ein paar Fotos schießen – aber seht selbst...
Liebe Grüße,
Fabian

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