So läuft's sich warm durch den Herbst

Sonntagmorgen, 9:00Uhr – der Wecker klingelt und auf dem Plan steht die wöchentliche Laufeinheit am Rhein. Bis vor einem Monat war das auch noch gar kein Problem. Von der Sonne geweckt, war meine Motivation sofort da; einen inneren Schweinehund gab es nicht. Dieses Wochenende war es leider anders: Kalt, regnerisch und kaum ein Mensch auf den Straßen zu sehen. Am liebsten wäre ich einfach liegengeblieben und hätte den Wecker schlicht ignoriert. Aber ganz ohne Sport macht der Tag ja auch keinen Sinn. Also raus aus dem Bett und rein in die Jogging-Kleidung.
Mit den Motivationsproblemen in der kalten Jahreszeit stehe ich augenscheinlich nicht alleine da. Sobald der Herbst einbricht und das Wetter schlechter wird, bleiben viele Läufer auf der Strecke. Besonders Anfänger geben ihre ehrgeizigen Ziele, die sie sich beim Laufen unter strahlend blauem Himmel gesetzt haben, schnell wieder auf. Und wem kann man's verübeln: Morgens dunkel, abends dunkel und zwischendurch nur Grau in Grau. Wer jetzt allerdings aufgibt und seine Laufschuhe in den Keller bringt, kommt schnell aus der Form und findet im nächsten Frühjahr nur mit Mühe einen erneuten Einstieg.
Wie hält man sich also bei Laune? Gute und wetterfeste Kleidung ist sicherlich eine wichtige Voraussetzung. Da Schwitzen auch unangenehm sein kann, empfehle ich das Zwiebelprinzip. Mit mehreren Schichten starten und wenn der Puls ordentlich auf Touren ist, nach und nach Kleidung ablegen und um die Hüften binden. Sieht es nach Regen aus, sollte man auf wasserabweisende und atmungsaktive Funktionskleidung achten. Laufschuhe mit einem tiefen Profil, um auch bei Nässe und Glätte nicht den Halt zu verlieren, sollten außerdem zur Herbstausrüstung eines Läufers gehören. Für den nötigen Durchblick in der am Abend immer früher einsetzenden Dunkelheit sorgen Stirnleuchten.
Ausrüstung ist das eine, Motivation das andere. Joggen soll keine Qual sein, sondern für Gesundheit, Vitalität und Ausgleich sorgen. Von daher sollten Läufer in der kalten Zeit keine riesigen Leistungen von sich erwarten. Wenn die Top-Zeiten und Strecken vom Sommer zur unüberwindbaren Hürde werden, muss man nicht verzweifeln. Kleine Laufeinheiten sind völlig ausreichend, um für einen guten Gemütszustand zu sorgen und in Form zu bleiben. Mir hilft besonders positives Denken. Vor und während dem Joggen habe ich bereits die warme Dusche und den entspannten Abend auf der Coach vor Augen – Belohnungen, die sich nach dem Sport und dem ungemütlichen Wetter noch viel besser anfühlen.
Noch ein letzter Tipp: Zusammen motiviert es sich am besten. Ich jogge am liebsten mit Freunden. Selbst wenn jeder beim Laufen in seine Musik vertieft ist und kaum geredet wird, nimmt man die erste Hürde – das Losgehen – gemeinsam doch wesentlich leichter. Da wir uns fest vorgenommen haben mindestens zwei Mal die Woche laufen zu gehen, möchte natürlich keiner die Vereinbarung brechen. Und das ist auch gut so, wollen wir unsere Form doch auch durch die dunkle Jahreszeit retten.
picture by © Michael Heimann / PIXELIO / pixelio.de
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