Snowboarden vs. Kitesurfen

Es stellt sich mir immer wieder die Frage, warum man in diesen beiden Brettsportarten oftmals einen Gegensatz sieht und warum – gerade bei uns Zuhause – oft eine starke Grenze gezogen wird zwischen Winter- und Sommersport. Auf unserem Gebiet also die Grenze zwischen Brett im Schnee und Brett im Wasser.
 
Deswegen möchte ich hier einfach einmal eine Lanze für genreübergreifenden Brettsport brechen und aus meiner Sicht schildern, was es mit dem vermeintlichen Unterschied auf sich hat oder nicht!
 
Zugegeben, es ist ein anderer Kontext. Wasser ist im Endeffekt doch nicht das gleiche wie Schnee, und Berge sind kein Strand.... Aber – um das Offensichtliche beim Schopf zu packen – gerade für uns Snowboarder ist der Transfer ein so geringer, denn wir stehen immer noch auf einem Brett, benutzen nahezu identische Bewegungsmuster, erfahren die gleichen Emotionen, leben den gleichen Lebensstil.... halt eben nur in Boardshorts und in (hoffentlich) warmem Wasser ;)
 
Für mich ist der Übergang zwischen Sommer- und Wintersport völlig fließend und natürlich, eigentlich verläuft er, ohne wahrgenommen zu werden. Wenn ich mich ab und zu mit Freunden aus wärmeren Ecken dieses Planeten im Winter zum Kiten treffe, spielt es absolut keine Rolle, ob mein Brett im Schnee oder im Wasser fährt.
 
Besonders am Herzen liegt mir hier die grandiose Parallele zwischen Freeriden und Kitsurfing in der Welle. Denn hier ist der Unterschied überhaupt nicht mehr vorhanden:
Powder auf dem Berg fühlt sich an wie eine Welle unter dem Surfboard.
Die Welle unter dem Surfboard erscheint wie ein Freeridehang, der sich unter einem immer weiter fortsetzt.
Das Gefälle und die damit verbundenen Bewegungswinkel und Kraftvektoren, die Balance und das Gefühl irgendwo hinunter zu fahren sind identisch.
Und... man macht sich genauso oft in die Hose ;)
 
Natürlich hat man noch seinen Kite dabei (dies als offensichtlicher Unterschied sei zugestanden), aber mit zunehmenden Skills wird der Kite beinahe unsichtbar und ist  einfach nur Mittel zum Zweck. Man hat ihn dabei, aber er bringt dich nur zur Welle und schenkt die Möglichkeit, viel mehr Wellen zu reiten als es ohne Kite möglich wäre. Zeit auf dem Wasser ist gleich Zeit auf dem Board und damit fast 100% effektiv und Spaß!
 
Also, mein Fazit: Wer im Sommer noch ein paar Euro übrig hat und den Drang verspürt, unbedingt auf einem Brett zu stehen - tut es! Hammer Sport, unglaubliches Erlebnis und super Ergänzung zum Winter!
 
Da ich ja selbst mit h2o-tours keine Sommer- und Kitetrips anbiete und dennoch ab und zu nach Tipps gefragt werde, möchte ich euch die Kiteschule von einem guten Freund empfehlen: Chicco del Croce ist auf Sardinien mit seiner Kite-Academy eine weltklasse Anlaufstelle. Schaut auf www.kiteacademy.it vorbei und wenn es zu Übersetzungsschwierigkeiten kommen sollte helfe ich auch gerne aus!
 
Ach ja, billige Flüge gibt’s ja oft, und deswegen werde ich mich auch gleich nächste Woche wieder dorthin verabschieden. Für alle, die sich schon auskennen, hier findet ihr verlässliche Vorhersagen für alles was über 25 Knoten Windstärke anbelangt:
http://www.windfinder.com/
 
P.S.: Ich find´s toll, dass ich im ganzen Text das Wort „Aggregatzustand“ kein einziges Mal benutzt habe ;)
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