Snowboard-Profi, deutsche Meisterin und zweifache Mama

Mein Name ist Alex, ich bin ehemaliger Snowboard-Profi, 5-fache deutsche Meisterin in der Halfpipe und war früher fast non-stop unterwegs, um Wettkämpfe zu fahren oder Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Heute bin ich immer noch leidenschaftliche Snowboarderin und zweifache Mama.
Zu meiner aktiven Zeit dachte ich immer, dass ich sobald ich Kinder habe, sicher auf kein Brett mehr steigen werde. Weil es mich vielleicht auch gar nicht mehr interessieren wird. Aber das ist glücklicherweise nicht eingetreten, im Gegenteil: Ich freue mich, dass ich vor allem auch wegen unseres momentanen Wohnortes, die Möglichkeit habe, immer noch Familie und Sport, wann immer es geht, zu vereinen.
Wir sind vor 2,5 Jahren berufsbedingt in ein kleines Tal in die Nähe von Salzburg gezogen. Dort wohnen wir am Ende des Tals und um uns herum sind eigentlich nur Berge. Es sind keine hohen 3000er sondern kleinere gemütliche Berge, ideal zum Wandern, Biken und Tourengehen. Aushalten kann man es hier ziemlich gut, vorausgesetzt man mag die Berge und bewegt sich gern in irgendeiner Weise auf und zwischen ihnen. Das hat bei mir ganz gut funktioniert, denn zufällig liebe ich sie. So hat es sich zwangsläufig ergeben, dass ich mein Spektrum an Wintersportarten von einer, nämlich Snowboarden, um drei weitere – Skaten, Skifahren und Tourengehen – erweitert habe. Das mit dem Skifahren war der Kinder wegen leider unabwendbar. Die eingefleischten Snowboarder unter Euch mögen mir bitte verzeihen! Aber etliche Schleppliftfahrten mit dem Bügel einbeinig auf Wadelhöhe lässt den eingefleischtesten „Shreddog“ auf schmerzfreie zwei Bretter umsteigen.
Die Einheimischen hier haben uns bei unserer Ankunft vor den angeblich extrem schneereichen Wintern gewarnt und teilweise schon heimlich Wetten abgeschlossen, wie lange wir „Zugereiste“ es denn hier in der Einsamkeit aushalten würden. Aber da haben sie nicht mit unserer Vorliebe für Schnee gerechnet! Als der erste Winter kam, wurde mir klar, dass wir im absoluten Winterparadies wohnen. Ein überschaubares und nicht überfülltes Skigebiet inklusive Park, kilometerlange Loipen, sowie unzählige Tourenmöglichkeiten um uns herum können einem das Leben schon versüßen. Während sich die Städter noch durch den Stau zu uns herauf quälen, sitze ich schon im ersten Sessellift, fahre ein paar schöne Lines in den frischen Pulverschnee und bin mittags pünktlich zu Kindergartenschluss wieder daheim. So hab ich mir das vorgestellt.
Nachdem die aktuelle Schneelage ja leider eher düster aussieht – hier auch von Stermann und Grissemann fachmännisch kommentiert – halte ich mich momentan noch mit Mountainbiken fit. Eigentlich sollte hier auf 1.700 Meter um diese Zeit schon min. 1 Meter Schnee liegen.
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