Skibergsteigen – schweißtreibender Actionsport

Skibergsteigen gilt als Urform des Alpinsports. Schon lange bevor die ersten Skianlagen wie heute bequem mit dem Sessellift oder per Gondel zu erreichen waren, bezwangen eingefleischte Schneesportler den Gipfel zu Fuß mit Hilfe von Fellen an den Skiern, um im Anschluss rasante Abfahrten durch den Pulverschnee genießen zu können. Hauptmotivation für diesen schweißtreibenden Sport ist wohl die einzigartige Mischung aus Abenteuer und Flexibilität, die jedem seine individuelle Art der Sportausübung frei gestalten lässt. Aber auch das gewisse Maß an Eigenverantwortung für Routenwahl und Einschätzung der Gefahrenlagen machen die Sportart so unglaublich einzigartig und attraktiv.
Hohe Medienpräsenz findet Skibergsteigen in den letzten Jahren besonders im Wettkampfsport. Der DAV veranstaltet dieses Jahr zwei große Skievents: die Deutschen Meisterschaften im Vertical Race, die am 08.01. im Rahmen des Jennerstiers in Berchtesgaden ausgetragen wurden, und die DM Single, die am 15.01. wie letztes Jahr am Hochgrat in Oberstaufen stattfinden wird. Mehr Infos dazu hier.
Rennen im Bereich des Skibergsteigens gibt es schon seit wohl über 100 Jahren. Sie stammen ursprünglich aus dem Bereich des Militärs, wo im Sinne von „Militärpatrouillen“ Rennen zum Kräftemessen und zur körperlichen Ertüchtigung ausgetragen wurden. Hieraus entstanden jedoch auch zivile Wettkämpfe, die mitunter als Vorform für die heute sehr populäre Disziplin Biathlon, sowie für die heutige Wettkampfform des Skibergsteigens dienten. So wurden 1992 erstmals internationale Wettkämpfe im Bereich des Skibergsteigens veranstaltet und seit 2002 gibt es auch offizielle Welt- und Europameisterschaften sowie den Weltcup seit 2004. Das global größte und bedeutendste Skibergsteiger-Rennen ist die „Patrouilles des Glaciers“ in der Schweiz. Schon in den Jahren 1924-1948 war dieses Event Teil des olympischen Programms und ist damit bis heute ganz besonders angesehen.
Den an genannten Veranstaltungen teilnehmenden Athleten wird während des Wettkampfs einiges abverlangt: Schon mit dem Massenstart zu Beginn wird Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit gefordert und auch der folgende Kampf gegen die Uhr während des steilen Aufstiegs und der rasanten Abfahrt ist nichts für schwache Nerven. Eine umfangreiche Saisonvorbereitung mit einer Reihe harter Trainingseinheiten ist damit unabdingbar um mit der Menge mithalten zu können.
Phillipp Reiter und Toni Palzer, beide Mitglieder des deutschen Skibergsteiger-Kaders, erfahren diesen Wettkampfdruck täglich am eigenen Leibe. Für beide gilt es, sich sowohl im Winter als auch im Sommer durch die Teilnahme an diversen Bergläufen fit zu halten und den Körper für die kommende Wettkampfsaison zu stählen. Mitte Januar bekommen sie und viele weitere ehrgeizige Athleten mit dem Beginn des Skibergsteiger-Weltcups in Andorra dann endlich die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Wie ein solcher Skibergsteiger-Wettkampf aussehen kann, zeigt das Video vom Achensee-Extreme-Spektakel, welches auch dieses Jahr wieder am 27. März 2011 im Rofangebirge stattfinden wird (siehe oben).
picture by © Rainer Sturm / PIXELIO / pixelio.de
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