Skateboarden? - für mich ein Mannschaftssport!

Axel, wie ist deine Verbindung zu engelhorn sports?
Ich arbeite seit knapp drei Jahren als Werksstudent bei engelhorn sports in der Snowboardabteilung, im Sommer bin ich auch im Skateboardbereich tätig.
 
Wie bist du zum Skaten gekommen und wie oft stehst du auf dem Brett?
Zum Skaten gekommen bin ich zu Schulzeiten, gemeinsam mit meinen Kumpels. Damals gab es für die Playstation 1 ein Skateboardspiel, das wir den Oberknüller fanden, daran haben wir uns orientiert. Dann haben wir uns auch auf die echte Straße getraut. Zu Schulzeiten hatte ich mehr Zeit für mein Brett, momentan ist es eher weniger, ich studiere, muss viel lernen und arbeite bei engelhorn. Aber ich bin mindestens zwei bis drei Mal in der Woche mit dem Board unterwegs. Ich fahre übrigens lieber Street und bin eher weniger in Skateparks anzutreffen.
 
Würdest du Skaten als Solosportart bezeichnen?
Man sieht Skaten oftmals als Solosportart, aber ich finde, dass es eher das Gegenteil der Fall ist. Allein skate ich eigentlich so gut wie nie, ich gehe vor allem wegen und mit meinen Jungs skaten. Wir treffen uns, unterhalten uns, fahren und hängen eben zusammen ab. Das sich gegenseitig Tipps geben, sich zuschauen und darüber reden ist essentiell und bringt einen auf jeden Fall voran. So paradox das klingt, aber ich empfinde Skaten eher als Mannschaftssport.
 
Was würdest du einem Neuling raten, der noch nie auf einem Brett gestanden hat und sich jetzt erst einmal eine Ausrüstung zulegen muss?
Ich würde ihm auf jeden Fall raten, am Anfang nicht unbedingt auf die Marke zu achten und einfach verschiedene Boards im Geschäft auszuprobieren. In Deutschland werden Skateboards oftmals als Spielzeug gesehen. Das erlebe ich selbst oft im Verkauf, wenn Eltern für ihr 8-jähriges Kind ein Skateboard für 30 Euro kaufen und dann denken, sie tun dem Kind einen großen Gefallen damit. Oder wenn man sich mit 14 kein Brett leisten kann, das mehr als 50 Euro kostet, kann die Frustration beim ersten Fahren ganz schnell kommen. Wenn man das Brett im Innenbereich ausprobiert und denkt, das läuft super, weiß man noch lange nicht, wie es auf der Straße läuft. Ausprobieren, sich beraten lassen, die Jungs mitnehmen.
 
Wie viel muss man also mindestens für den Anfang rechnen?
Wir haben hier Setboards ab 80 Euro, die taugen auf jeden Fall schon richtig etwas. Aber wenn man das Ganze etwas ambitionierter betreiben will, dann ist es schon ratsam, mindestens 100 Euro in ein Brett zu investieren. Zusätzlich sollte man sich natürlich mit der entsprechenden Schutzausrüstung ausstatten, also Helm und Schützer für Hände und Beine. Spätestens dann, wenn man sich in die Halfpipe wagt, muss man sich auf jeden Fall ausgiebig schützen.
 
Worauf legst du besonderen Wert? Das Brett? Die Schuhe?
Skateboarden an sich ist mit Sicherheit eine der markenaffinsten Sportarten. Es wird extrem viel Wert auf Kleidung und dementsprechende Accessoires gelegt. Beim Deck kommt es eigentlich in erster Linie darauf an, dass es von guter Qualität ist. Ein Deck gibt es aber auch schon ab 40 Euro. Ich fahre ein Bakerdeck. Das Deck ist meistens das erste, was kaputt geht. Die Graphics sind schön und gut und dafür zahlt man natürlich, aber wenn du das Ganze intensiv betreibst, siehst du nach einer Woche nichts mehr davon.
Für mich persönlich wichtig sind eigentlich nur die Schuhe, die stellen auch den größten Verschleißpunkt dar. Prinzipiell sollten die Schuhe vulkanisierte Sohlen haben. Mit alteingesessenen Marken wie Vans oder DVS Shoes kann man nichts falsch machen. Auf dem Brett oben drauf ist ein Griptape, das ist wie Schmiergelpapier und reißt dir die Schuhe vorne komplett auf, nach einer Woche ist da ein Schuh schnell hinüber. Wenn der Schuh also schlecht geklebt oder genäht ist, braucht man ständig neue Schuhe. In solchen Fällen gibt’s dann so tolle Lösungen wie Shoe Glue. Als ich 14, 15 war, hat mir meine Mum natürlich nicht jede Woche neue Schuhe gekauft und da haben wir dann eifrig mit Shoe Glue experimentiert, das ist ein Alleskleber, der gut aushärtet und den Schuh länger leben lässt. Aber am Ende müssen die Schuhe doch immer dran glauben.

 
Was bedeutet "sport up your life." für dich?
Sport an sich, ganz egal in welcher Form, ist eine wichtige Komponente im Leben. Wenn man Sport macht, kommen ganz von alleine Glücksgefühle auf. Man kann an seine Grenzen gehen und diese auch relativ schnell überschreiten. Skateboarden ist für mich ein Ausgleich zum stressigen Alltag, man trifft sich mit den Kumpels und fährt zusammen. Am Tollsten ist es, wenn man einen Trick steht. Da ist es dann superwichtig, dass die Jungs mit dabei sind, damit sie das sehen und sich mit dir freuen. Darauf sollte es beim Sport ja auch ankommen.
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