Schweizer Alpen: Jungfrauentrail

Abenteuer Alpen-Marathon - ASICS Frontrunner Matthias Müller startete beim Schweizer Jungfrau-Marathon. Ein Erlebnisbericht mit Tipps für den ersten eigenen Berg-Marathon.

Schon viel hatte ich vom legendären Jungfrau-Marathon gehört. Von der besonderen Stimmung, der schweren Strecke und von der imposanten Bergkulisse vor Eiger, Mönch und Jungfrau. Jetzt wollte ich es einmal selbst erfahren und machte mich zusammen mit meinem Trainingskollegen Fabio Crescentini vom engelhorn sports Team auf den Weg in die Schweiz. Zusammen mit weiteren 4.800 Läufern standen wir schließlich Mitte September an der Startlinie des größten Berg-Marathons der Alpen. In südlicher Richtung war weit entfernt das Ziel bereits zu erahnen: Die schneebedeckte Jungfrau, die angestrahlt von der Morgensonne zu uns rüber schien.

Begeisterte Zuschauer und Blaskapellen

Die ersten Kilometer wählten wir bewusst ein moderates Anfangstempo, um unsere Kräfte für die späteren Anstiege zu sparen. Denn insgesamt galt es heute 1.800 Höhenmeter zu bezwingen. Flach bis leicht wellig zog sich die Strecke die ersten 25 km das Tal hinauf nach Lauterbrunnen, wo uns an jeder Ortschaft begeisterte Zuschauer und Blaskapellen erwarteten. Unser Tempo blieb konstant.

Dann, bei Kilometer 25 kam sie: die berühmt berüchtigte Wenger Wand. In scharfen Serpentinen zog sich die Strecke steil nach oben. Jeder lief  jetzt sein eigenes Tempo weiter. Der Weg war so steil, dass wir uns nur im Trab vorwärts bewegen konnten. Wir suchten nun unseren eigenen Rhythmus und achteten darauf, dass der Puls nicht zu sehr nach oben sprang. Wir überholten nun einen Läufer nach dem anderen, die an dieser Schlüsselpassage in den weniger anstrengenden, aber langsameren Gehmodus gewechselt waren.

Gigantische Aussichten

Bei Kilometer 30 herrschte in Wengen wahre Volksfeststimmung, in Dreierreihen standen die Zuschauer jubelnd am Streckenrand. Die nachfolgenden Kilometer zogen sich wellig bis zu einer langgezogenen Linkskurve dahin als sich plötzlich das imposante Massiv der 4.158 m hohen Jungfrau vor uns schob. Die Jungfrau zur Rechten, den Eiger-Gletscher vor uns, ging es jetzt fast kerzengerade nach oben. Es wurde immer steiler. Die Streckenmarkierungen folgten jetzt alle 250 m, die Verpflegungsstellen im Zwei-Kilometer-Rhythmus. Ich war sehr froh darum!

Kilometer 39. Jetzt wechselte auch ich in den Gehmodus, nutzte die Arme zur Unterstützung. Entweder zum Abdruck am Oberschenkel oder zum Krabbeln nach oben. Jetzt konnte ich ihn hören: den berühmten Dudelsackspieler, der am obersten Punkt uns krabbelnden Läufern nochmal kräftig den Marsch pustete. Renntaktik ade: Jetzt gab ich alles!

Den letzten Kilometer ging es wieder leicht abfallend runter auf die Kleine Scheidegg. Die Oberschenkel zuckten. Der Blick auf die Uhr im Ziel, die bei 3:46 h stehen blieb - der Sieger Shaban Mustafa aus Bulgarien hatte die Strecke in sagenhaften 3:02 h bewältigt. Wenige Minuten nach mir folgte schon Fabio. Unseren ersten Jungfrau-Marathon hatten wir erfolgreich als 39. und 102. gefinished. Hinter uns die herrliche Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau, die uns für alle Strapazen entschädigte. Wir wussten: Im nächsten Jahr wollen wir die Jungfrau wieder besuchen!

Sportliche Grüße,

Matthias

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