Schneeschuhwandern Allgäu – auf die Alpspitze (1575m)


 
Tour:
400 Höhenmeter, 5 Stunden
Talort: Kappel
Höchster Punkt 1.780m
Anspruch: leicht
Kondition: gering
Das Allgäu ist als eines der schönsten Gebiete für Schneeschuhwandern, Skitouren und Winterwandern bekannt und das nicht umsonst! Die spektakuläre Weitsicht über das seenreiche bayrische Oberland und die Berge Tirols sowie die einfache Erreichbarkeit machen die Gegend ideal. Als ersten Berg haben wir uns für die Alpspitze entschieden, einer der ersten Gipfel mit herrlicher Aussicht. Der Berg ist auch super als Einstieg für weniger Geübte. Wenn ihr euch nicht sicher seid, was ihr an Material und Bekleidung braucht, schaut nochmal in meinem Artikel über Schneeschuhwandern Ausrüstung nach!


 
Eine abwechslungsreiche Tour
Man startet in Kappel in der Nähe von Nesselwang und parkt auf dem einzigen Parkplatz am Waldrand. Die Schneeschuhe am besten erstmal am Rucksack montieren, und je nach Schneelage dann anziehen, die Stöcke sind von Anfang an nützlich. Am besten auch nicht zu warm anziehen, da es nach ca. 15 Minuten einen recht steilen Stich hochgeht.
 
Auf dem Waldweg nimmt man die erste Abzweigung rechts und wandert an einem kleinen Bachlauf entlang. Nach einer Steinbrücke geht es im Zickzack die Schlucht hoch. Hier sind Schneeschuhe nur bei ausreichend Schnee sinnvoll. Nach etwa einer halben Stunde kommt man an den Waldrand und steht vor einem freien Hang, an dessen Spitze sich die bewirtschaftete Kappeler Alp Hütte befindet. Auf diesem Hang kann man sich schneeschuhtechnisch schon richtig austoben wenn man den direkten Weg nimmt. Oben wird man durch die erste tolle Sicht belohnt.
 
Wir entschieden uns, weiter Richtung Alpspitze zu gehen und gelangten schließlich an den oberen Ausstieg des Skiliftes, wo sich das architektonisch reizvolle Sportheim Böck befindet. Nach einer Stärkung durch eine heiße Schokolade nahmen wir die Alpspitze in Angriff. Oben angelangt, bieten die von Wind und Schnee zu bizarren Gebilden gefrorenen Tannen einen tollen Anblick – neben der 360° Weitsicht. Wenn man dann noch nicht genug hat, kann man zusätzlich in ca. 1,5 Stunden noch den Edelberg angehen.
 
Ein rasanter Abstieg


Man vergisst ja immer gerne nach einem dreistündigen Aufstieg, dass man auch wieder runter muss. Hier gibt es auf der Alpspitze mehrere Optionen. Entweder man geht gemütlich den Forstweg hinab, mit oder ohne Schneeschuhe – wobei es bei eisigen Verhältnissen oft gar nicht schlecht ist, auch auf einem gewalzten Waldweg die Schneeschuhe anzulassen. Alternativ kann man sich auf der Kappeler Alp auch Schlitten ausleihen – oder man hat selbst welche dabei.
 
Bei den richtigen Verhältnissen mit viel pudrigem Neuschnee, die wir an diesem Tag vorfanden, konnten wir vom Forstweg aus immer wieder Abkürzungen direkt den Hang hinunter nehmen. Bei ausreichender Neigung kann man auch mit den Schneeschuhen schon fast im Schnee gliden, und wenn man ein bisschen Geschwindigkeit aufnimmt, fühlt es sich fast an als würde man auf Wolken rennen. :-)
Das würde ich jedoch nur Geübten empfehlen, denn schnell rutscht einem der Fuß weg und man legt einen ungewollten Spagat hin oder verdreht sich ein Gelenk.
 
So gelangten wir dann alle – auf unterschiedlichen Wegen – wieder wohlbehalten unten an. Die Tour finde ich deshalb so toll, weil sie besonders abwechslungsreich ist. Von der steilen Schlucht über weite Tiefschneehänge und windige Gipfel bietet sie alles – und zusätzlich ist es auch kein Problem für eine Gruppe mit unterschiedlichen Erfahrungsleveln, da jeder seinen eigenen Weg wählen kann – ob steil oder gemütlich, ob mit Gipfel oder doch lieber mit einer zweiten heißen Schokolade. Also, einfach mal ausprobieren! Viel Spaß beim Schneeschuhwandern im Allgäu!

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