Saucony ProGrid Mirage 3 im Test


Ich bekam den Saucony ProGrid Mirage 3 im Vorfeld zum 2. Seminar der AOK Läuferakademie, welches ich zusammen mit einem weiteren Laufblogger leitete und u.a. über meine Erfahrungen mit dem Schuh berichtete. Getestet habe ich den Schuh auf Asphalt, Schotter, Eis, Schnee und auf dem Laufband.
Beschreibung der Artikeleigenschaften
FlexFilm
Leichtgewichtiges, aber starkes Material ermöglicht weniger Schichten im Obermaterial für ein nahtloses, flexibles Gefühl
HydraMAX-Innenfutter
Ein hochentwickeltes Futtermaterial, das über großartige, feuchtigkeitstransportierende Eigenschaften verfügt und sich zudem angenehm anfühlt
HRC+ Strobel Board
Zusätzliche 1,5 mm EVA im Strobel Board erhöhen den Komfort und lassen Sie wie auf Wolken laufen
Ferse ProGrid
ProGrid™ ist 20 % dynamischer als EVA und bietet unglaublich gute Polsterung bei leichtem Gewicht
EVA (EVA+) mit hoher Abriebfestigkeit
Sauconys äußerst leichtes Maß an EVA mit Polsterung und Haltbarkeit
TPU-Mittelfußstabilisator
Bietet verbesserte Unterstützung
Aufgeschäumtes Gummi
Das leichte, flexible, haltbare Material bietet eine zusätzliche Polsterung und gewährleistet Haltbarkeit und ein angenehmes Laufgefühl
XT-900
Laufsohle aus Karbongummi mit hervorragendem Abrasionsverhalten und Rutschfestigkeit
Meine Erfahrung mit dem Saucony ProGrid Mirage 3
Den Saucony ProGrid Mirage hatte ich schon lange im Visier. Bereits die beiden Vorgängerversionen ließen jedes Mal meine Füße kribbeln, wenn ich sie im Laden in der Hand hatte. Die Vorschusslorbeeren waren enorm, denn ich hatte nur Positives von diesem leicht gestützten Lightweight-Schuh gehört. Nun durften meine Füße endlich ihre eigenen Erfahrungen machen, dementsprechend war die Vorfreude groß, als der Mirage 3 mit der Post kam.
Design
Ich öffne den Karton und sofort sticht die auffällige Farbkombination ins Auge. Weiße Zwischensohle, knallrotes Obermaterial mit schwarzen Klebestreifen und als i-Tüpfelchen neongelbe Schnürsenkel. Dezent ist anders, aber wer will das schon? Ein schneller Schuh muss auch schnell aussehen. Und der Mirage 3 verspricht dahingehend bereits einiges.
Gewicht
Die Optik reicht natürlich nicht aus, damit ein Schuh schnell ist. Ein geringes Gewicht ist hierfür dagegen unabdingbar, zumal sich der Mirage 3 in die Kategorie „Lightweight“ einordnet. Doch auch in diesem Punkt gibt er sich keine Blöße. Im Vergleich zur Konkurrenz wiegt der Mirage 3 deutlich weniger (247 g bei US 9). Das liegt einerseits am geringen Gewicht der Zwischensohle (ProGrid LITE), andererseits aber auch an der speziellen Pronationsstütze. Anstatt härteres und somit auch schwereres Zwischensohlenmaterial zu verwenden, kommt eine leichte „Brücke“ (Supportive TPU Arc) zum Einsatz, wodurch einige Gramm eingespart wurden. Auch die Klebestreifen (FlexFilm) sorgen für eine Gewichtsoptimierung, da weniger Material verarbeitet werden musste. Das alles macht den Mirage 3 angenehm leicht, was man sofort spürt, wenn man ihn an den Füßen hat.
Passform
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich die Passform. Ein Laufschuh muss passen, man muss sich darin wohlfühlen. Fehlender Halt oder störende Nähte sind alles andere als förderlich, um sich auf den Lauf konzentrieren zu können. Doch der Mirage hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Ferse wird vom leicht gepolsterten Innenmaterial (HydroFlow) gut umschlossen, ohne zu drücken. Selbst bei hohem Tempo rutscht hier nichts. Auch der Mittelfuß hat einen guten Halt. Die Klebestreifen (FlexFilm) aufdem Obermaterial unterstützen dies. Lediglich im Zehenbereich fühle ich mich nicht 100%ig wohl. Ich muss etwas enger schnüren, um festen Halt zu haben. Dies führt allerdings dazu, dass das Obermaterial an manchen Stellen Falten schlägt und leicht auf den Fuß drückt. Dies hat wahrscheinlich individuelle Gründe, denn meine Füße sind unterschiedlich groß und ich muss mich bei der Größenwahl am größeren Fuß orientieren. Hinzu kommt, dass die Hersteller ab US 13 keine halben Größen mehr anbieten. So muss ich US 14 wählen, obwohl für den größeren Fuß US 13.5 ausreichend wäre. Dadurch fühlt sich der kleinere Fuß (US 13) im Schuh ein wenig verloren. Da dies aber wohl ein individuelles Problem ist, soll es kein Kritikpunkt am Schuh an sich sein. Dennoch hatte ich schon Laufschuhe an, bei der die Passform im Vorfußbereich besser war.
Sprengung / Dynamik / Dämpfung
Kommen wir nun zu den wichtigsten Punkten, die einen Laufschuh schnell machen. Zum einen wäre da die Sprengung (Höhenunterschied der Sohle zwischen Ferse und Vorfuß), die beim Mirage 3 mit 4mm sehr gering ist. Dadurch wird der Fuß „gezwungen“, weniger mit der Ferse aufzukommen, wodurch der Abrollvorgang dynamischer wird. Unterstützt wird das Ganze noch durch eine relativ straffe Dämpfung, die nicht zu viel Energie schluckt. Allerdings könnte sie für manche zu wenig komfortabel bzw. zu hart sein. Mit meinen 86 kg zähle ich zu den schweren Läufern und für mich kommt der Mirage 3 daher maximal bis zur Halbmarathondistanz in Frage. Leichtere Läufer oder Mittel- bzw. Vorfußläufer können dagegen auch einen Marathon damit angehen. Aufgrund der straffen Dämpfung erhält der Fuß viel Feedback von der Straße, was einem das Gefühl gibt, schnell zu sein.
Stabilität
Wie anfangs erwähnt, gehört der Mirage 3 zu den leicht gestützten Lightweight-Schuhen. Die in der Mittelsohle eingebaute „Brücke“ stützt bei Bedarf den Fuß. Sie verhält sich recht unauffällig, wodurch der Mirage 3 auch für Normalpronierer in Frage kommt. Wird die Fußmuskulatur jedoch bei zunehmender Laufdauer müde, verhindert die Brücke das Einknicken nach innen. Im Vergleich z.B. zum Asics DS-Trainer bietet der Mirage 3 jedoch weniger Stützfunktionalität.
Außensohle
Der Saucony ProGrid Mirage 3 ist für die Straße gemacht. Der Aufbau der Außensohle bestätigt dies. Keine groben Elemente, sondern alles flach gehalten und mit abriebfestem Karbongummi (XT-900) versehen. Auf Asphalt hat der Schuh einen super Grip, doch auf Schotter kann man beim Abstoßen schon mal ein wenig wegrutschen.
Fazit
Der Saucony ProGrid Mirage 3 konnte meine hohen Erwartungen zum Großteil erfüllen. Er ist ein schneller, leichter, dynamischer Schuh, der auf der Straße das Tempo liebt. Bei zunehmender Distanz bietet er zudem eine dezente Stabilität, sofern nötig. Die straffe Dämpfung macht den Mirage 3 zwar dynamisch und direkt, allerdings ein wenig auf Kosten des Komforts. Mittelschwere bis schwere Läufer sollten sich dessen bewusst sein. Wenn man ihn jedoch richtig einordnet und einsetzt, kann man mit dem Mirage verdammt viel Spaß haben und ordentlich Tempo machen. Aber langsam laufen ist damit eh nicht möglich.
Zielgruppe: fortgeschrittene und ambitionierte Läufer mit normaler bis leichter Pronation
Einsatzgebiet: schnelle Trainingseinheiten und Wettkämpfe; Distanz abhängig von Bedarf an Komfort
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