Santnerpass Klettersteig in den Dolomiten: Perfekte 1-Tages-Tour

Dauer/Länge: 850hm, 6,5 Stunden
Höchster Punkt: Santnerpass, 2.760m
Startpunkt: Kölner Hütte
Schwierigkeitsgrad: Klettersteig leicht, Tour insgesamt mittel
Ausrüstung: Klettersteigset, Helm, Handschuhe, robuste Wanderschuhe oder Bergstiefel, Stöcke
Anfahrt/Parken: Parken an der Liftstation des Sessellift Laurin II vom Karersee aus
Einkehrmöglichkeit: diverse Hütten auf dem Weg
Die Rosengartengruppe ist von Bozen aus gut zu erreichen und daher auch von München aus für ein Wochenende eine Option. Der Santnerpass Klettersteig in Kombination mit dem felsigen Abstieg durch das Gartl in die Mitte der Rosengartengruppe und dann der Anstieg über das Tschagerjoch mit beeindruckenden Weitblicken nach Westen ist eine Rundtour, die wirklich keine Wünsche übrig lässt. Auch für Dolomiten-Einsteiger ist die Tour eine gute Wahl.
Anfahrt
Vom Karersee aus fährt man Richtung Nigerpass zur Talstation des Sessellifts Laurin II, der hinauf zur Kölner Hütte führt. Alternativ kann man auch auf der Kölner Hütte übernachten und von dort aus morgens starten.


Erste Etappe: Der Santnerpass-Klettersteig
Wir entschlossen uns für eine Nacht auf der Kölner Hütte, die neben sehr gutem Essen und netten Wirtleuten auch einen fabelhaften Sonnenuntergang bieten kann, denn man kann nach Westen hin das gesamte Bozener Tal und dahinter diverse Bergketten bestaunen. Vom Süden mit der Brenta, Adamello und Presanella, über die Ortlergruppe bis hin zu den Zillertaler Bergen im Norden kann man bei gutem Wetter die Bergketten im roten Himmel verschwinden sehen. Einer der spektakulärsten Ausblicke der Alpen würde ich sagen!


Direkt hinter der Hütte startet man in den Santnerpass-Klettersteig und es bietet sich an, bereits in der Hütte die volle Montur anzulegen. Nach einer kleinen Kraxelei führt der Weg zunächst mehr oder weniger eben, später leicht ansteigend, die Westseite des Rosengartenmassivs entlang. Immer steiler werdend fangen dann auch die ersten gesicherten Klettersteig Passagen an, es geht auf und ab und über Blöcke und durch Löcher hindurch. Da man den Klettersteig in beide Richtungen besteigen kann und er sehr beliebt ist, muss man mit viel Gegenverkehr und einigen Nadelöhren rechnen, wo es auch mal zu Stau kommen kann. Nach der Überquerung eines kleinen Schneefeldes und ein paar knackigen Stufen ist man auch schon oben angelangt bei der Santnerpasshütte und kann zum ersten Mal den Blick Richtung Vajolettürme erhaschen.
Dieser Blick lohnt sich wirklich! Die Gartlhütte liegt unten am Speichertümpel und wenn man scharfe Augen hat, kann man oft Kletterer in den Wänden der Türme sehen.
Zweite Etappe: Das Gartl hinunter
Nach einer kleinen Stärkung geht es von der Gartlhütte aus hinunter Richtung Preuss-Hütte und Vajolethütte. Diese Passage heißt Gartl und ist ein recht steiler Steig, teilweise hilft ein Stahlseil bei der Überwindung der Stufen. Zunächst mit Stöcken, später dann mit Klettersteighandschuhen kraxelt man hinab, es ist gut und gerne das anstrengendste Stück der Tour und auch das mit der meisten Frequenz. Was man auf dem Gartlsteig schon erahnen kann, wird spätestens unten im Kessel dann Wirklichkeit, wenn einem Horden von deutschen und italienischen Touristen entgegenkommen, teilweise sogar mit Kinderwagen auf den breiten Wegen.


Dritte Etappe: hinauf zum Tschagerjoch
Schnell ein Cappuccino und dann weg hier, wir haben ja noch ein Stück Weg vor uns. Kurz über den Hütten zweigt ein schmaler Pfad nach Süden ab und führt an der östlichen Flanke der Rosengartenspitze entlang Richtung Tschagerjoch. Mit tollen Blicken zurück auf die Hütten, den Kesselkogel – die höchste Spitze des Rosengartens – und nach Osten Richtung Marmolada ist dies der malerischste Teil des Weges. Rechts die bedrohlich wirkende Wand der Rosengartenspitze laufen wir über liebliche Wiesen, begleitet vom Pfeifen der Murmeltiere.


 
Der letzte Anstieg hinauf zum Tschagerjoch führt durch ein Geröllfeld und ist alles andere als lieblich, sondern schweißtreibend und anstrengend. Aber wir müssen ja schließlich wieder zurück auf die andere Seite zur Kölner Hütte. Und als wir dann endlich oben sind, ist es nur noch eine halbe Stunde bis wir wieder an der Hütte sind und unseren müden Füßen die Fahrt hinunter mit dem Sessellift gönnen. Wirklich eine gelungene und abwechslungsreiche Rundtour!
Bilder: Helen Vatter

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