Running und Biken in Buenos Aires

Abenteuer Auslandssemester: Vor einem halben Jahr zog es mich in die Ferne. Als Sportstudent an der Deutschen Sporthochschule hat man viele Möglichkeiten im Ausland zu studieren. Ich entschied mich für eine Partneruniversität in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires.
Seit wenigen Tagen bin ich zurück mit einem Rucksack voll einzigartiger Erfahrungen. In den nächsten Wochen will ich euch einige sportliche Einblicke in meine Zeit in Südamerika geben, gespickt mit Tipps, falls es euch auch einmal nach Lateinamerika treibt. Anfangen werde ich damit, wie ich die Sportstadt Buenos Aires erlebt habe.

Ecobici - Kostenlose Fahrräder für alle

Wie sich viele Menschen denken können, wird Buenos Aires vom Fußball dominiert. An fast jeder Ecke, auf Dächern oder in Hallen, findet man kleine Fußballplätze, die stets hochfrequentiert sind. Zudem besitzt die Stadt die höchste Fußball-Stadiendichte der Welt.
Eine größere Herausforderung stellt die Situation für Läufer und Biker dar. Die riesige Metropole ist mit ihren engen von unnachgiebigen Bussen und Taxis gefluteten Straßen oftmals ein gefährliches Pflaster. Doch die Stadtregierung arbeitet gerade höchst aktiv an einer guten Infrastruktur für Fahrradfahrer. Schon jetzt gibt es mehr als 20 Radstationen in der Stadt, an denen man sich jeden Tag kostenlos ein Fahrrad leihen kann.  

Wunderschöne Bikerouten nahe am Wasser 

Die Argentinier nutzen das Rad eigtnlich nicht, um schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen, sondern Biken ist ausschließlich Sport. Und auch wenn es im innersten Stadtzentrum sehr hektisch zugeht, bieten der Norden der Stadt nahe am Rio de la Plata sowie die ökologische Zone wunderschöne Fahrradrouten.


In den groß angelegten Grünflächen kann man auf dem Rad schon mal vergessen, dass man sich in einer Millionenmetropole befindet. Ich selbst habe mir meistens abends ein Fahrrad geliehen und bin eher zur Entspannung geradelt. Und auch wenn so gut wie kein Argentinier einen trägt, sollte man zur eigenen Sicherheit unbedingt einen Helm anlegen.
Bei einem längeren Aufenthalt bietet es sich natürlich an, ein Rad zu kaufen. Man sollte allerdings bedenken, dass die wenigsten Wohnungen einen Keller besitzen und Fahrräder, die draußen angekettet sind, nachts sehr häufig gestohlen werden. Wer das Radfahren etwas anspruchsvoller betreiben will, muss aber auf jeden Fall etwas aus der Stadt herausfahren. In Buenos Aires gibt es einige Radclubs, die auch Ausfahrten anbieten.

Sehr beliebt: Power Running in Gruppen

Läufern geht es ziemlich ähnlich. In den Stadtteilen Recoleta und Palermo gibt es breit ausgebaute und sehr ruhige Laufrouten, auf denen man das Großstadtleben ausblenden kann. In den großen Parks wie dem Parque Tres de Febrero treffen sich jeden Abend unzählige Argentinier, die angeführt von einem Personal Coach in größeren Gruppen Power Running und Co betreiben. Diesen Gruppen kann man sich mit ein wenig Sprachkenntnissen ganz leicht anschließen und an einem der Workouts teilnehmen.
Auf jeden Fall sollte man auffällige und windgeschützte Kleidung tragen, da es in Buenos Aires häufig windig ist und Autofahrer schwächere Verkehrsteilnehmer gerne übersehen.

Vielfalt und Idylle auf Rad- und Laufrouten

Buenos Aires bietet also trotz aller Größe sehr idyllische und schöne Lauf- und Radrouten, vorbei an Flüssen, Sumpflandschaften und Gärten. Ich war wirklich begeistert, wie vielfältig und schön die Routen letztendlich waren.
Wenn man im falschen Stadtteil wohnt, braucht man aber bis zu diesen Parks sehr lange und Laufen im Zentrum der Stadt macht keinen Spaß. Läufer- und Radfahrer sollten also am besten in Palermo, Recoleta, Belgrano oder Nunez unterkommen.

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