Roadtrip durch die Schweiz – auf „Freeride Mission“ Teil 1

Engelberg - Andermatt - Verbier
In Balderschwang, wo alles begann
Letztes Jahr konnte ich meine 30. Skisaison feiern. Kaum konnte ich laufen, haben mich meine Eltern im Alter von 2 Jahren auf meine ersten Skier gestellt. Damals in Balderschwang haben sie mich die Loipen rauf und runter geschickt. In den Folgejahren haben wir die meiste Zeit in Oberstdorf verbracht. Erste Skischule, erste Snowboardschule, erster Tiefschnee (es hieß noch nicht Powder). Irgendwann sagte mal jemand: Oberstdorf nennt man auch „little Chamonix“. So wusste ich, es gab wohl noch Chamonix, für mich gab es nur Oberstdorf!
Mit dem Auto kam die Freiheit…
…und auch die ersten Roadtrips. Anfangs war es aufregend genug, alleine mit dem Auto nach Oberstdorf zu fahren, doch schnell kamen mir noch bessere Ideen. Eine Woche im selben Skigebiet ist toll, aber wieso nicht ein Roadtrip von Skigebiet zu Skigebiet organisieren? Eine einfache Route möchte ich Euch heute beschreiben.
Stopp 1: Engelberg - auf den Spuren der „Skandinavier“

Von Heidelberg aus nehme ich die A5 Richtung Basel und steuere auf Luzern zu, um zu dem ersten Stopp Engelberg zu kommen. Das anspruchsvolle Gebiet bietet alles, was das Herz begehrt. Leicht erreichbare Powderhänge zwischen den Pisten, überdurchschnittlich viele Tiefschneefahrer und auch ein unendliches Backcountry Eldorado. Fahren abseits der gesicherten Pisten solltet ihr nur in Begleitung z.B. von einem der dort ansässigen Bergführer. Engelberg hat sich gut auf das Freeriden eingestellt: Wenn man denkt, man müsste bei Ankunft nach einer Powderabfahrt 2 km zur nächsten Liftstation schieben, kommt plötzlich ein älterer Herr mit einem 7-Sitzer Bus um die Ecke, der den ganzen Tag nichts anderes macht, als für 2 Franken die Tiefschneeverrückten zurück ins Skigebiet zu fahren. Das Gebiet ist oft der Startpunkt für Skandinavier, die eine Tour durch die Alpen geplant haben. Dieser Route folgen wir weiter Richtung Süden.
Stopp 2: Schnell noch nach Andermatt, bevor die Ägypter kommen…

…hört sich erst mal nach einer skurrilen Aussage an, aber wer weiß, dass ein ägyptischer Investor das Dorf über dem Gotthard Tunnel quasi gekauft hat, um dort ein riesiges Resort zu errichten, kann das vielleicht verstehen. Andermatt, bei Motorradfahrern aufgrund der vielen Bergpässe bekannt, blieb bisher im Winter vom Massentourismus verschont. Für den Normal-Skifahrer wirken die beiden Skigebiete, mit gerade einmal einer Handvoll Lifte, auch eher unattraktiv. Doch der Gemsstock bietet mehr als die 5 Abfahrten, die in der Skikarte eingezeichnet sind. Das merkt man daran, dass:
In der Gondel die Ski die Köpfe überragen und breiter sind als die eigene Handfläche.
Man auffällt, wenn man keinen Lawinenrucksack auf dem Rücken trägt.
Links und rechts neben dem berühmten „Bernhard Russi

Run“ kann man sich den ganzen Tag im Tiefschnee auslassen, ohne dass einem langweilig wird. Mehrmals habe ich hier „Wuschel“ getroffen, einen Allgäuer, der regelmäßig nach Andermatt kommt und dem ich es zu verdanken habe, dass ich die Geheimnisse des Gebietes kennenlernen konnte. Eines dieser Geheimnisse ist, wie man nach einer Abfahrt mit Ski durch ein Tal wieder auf die Gotthard-Passstraße kommt, um anschließend mit dem Zug zurück nach Andermatt zu gelangen. Nach einem Bier im „Spycher“ habe ich ihn oft an seinen umgebauten Caddy verabschiedet, in dem er die Nächte auch bei unter -10 Grad verbracht hat! In Andermatt spürt man den Freeride Spirit einfach am besten.
Wie meine Reise weiter geht, erfahrt ihr nächste Woche.

Newsletter