Reinigung der Skibekleidung: So geht das!

Letzten Winter bis zum Schluss den Schnee ausgenutzt und die Skibekleidung dann gleich am Ende der Saison in den Keller gehängt? Und jetzt steht die neue Saison vor der Tür, der erste Schnee ist gefallen und du freust dich riesig aufs Skifahren. Also raus mit der Skikombi aus dem Keller! Toll, sie passt noch, aber sie hat Flecken und riecht ein bisschen „muffig“. 

Was ist zu tun, damit dein Pisten-Outfit wieder wie neu aussieht? Wir zeigen dir Tipps und Tricks, wie es ganz sicher mit der Reinigung der Skibekleidung klappt!


Woran erkenne ich, ob ich meine Funktionsbekleidung waschen muss?
Der Regen perlt nicht mehr vom Obermaterial ab, sondern dieses fängt an, sich an manchen Stellen (z. B. Schultern, Ärmeln) vollzusaugen. Du hast das Gefühl, dass deine Bekleidung nicht mehr richtig atmet – und du sozusagen im eigenen Saft stehst. Die Bekleidung ist verschmutzt, müffelt vielleicht sogar ein wenig.

Grundsätzlich:
Funktionstextilien büßen mit der Zeit an Funktionalität ein – ohne regelmäßige Pflege sinkt die Atmungsaktivität deutlich. Der Grund dafür liegt in den Fetten, Salzen und Schmutzpartikeln, welche die Poren der Funktionsmembranen verstopfen. Aber auch das Obermaterial leidet durch Verschmutzung und Beanspruchung und verliert seine wasserabweisende Wirkung. 

Die Folge: Der Regen perlt nicht mehr ab und die Oberschicht saugt sich voll. Deswegen darf man die Imprägnierung nicht vergessen

Reinigung von Funktionsbekleidung (Membranbekleidung)

1. Waschen
Am besten zuerst immer das Pflegeetikett des Herstellers beachten. 

Alle Reiß- und Klettverschlüsse schließen und die Bekleidung auf links ziehen.
Keinen Weichspüler verwenden! Das darin enthaltene Silikon kann die Membranen zerstören und die Bekleidung verliert auf Dauer ihre Atmungsaktivität. Man sollte den Schonwaschgang (bei 30 bis 40 Grad) verwenden. Schleudern ist nicht notwendig, wenn gewünscht, bitte nur kurz und mit geringer Drehzahl.

Tipp: Zu häufiges Waschen oder zu viel Waschmittel kann die Funktionalität der Bekleidung beeinträchtigen. Am besten so oft wie nötig, aber so selten wie möglich waschen. Gute Erfahrungswerte liegen bei ca. 3 bis 4 Waschgängen pro Jahr.
Kein Waschpulver verwenden, da es die Poren der Membran verstopft. Besser sind Flüssigwaschmittel, sie reinigen schonender und effektiver.  



2. Imprägnieren 

Genauso wichtig wie das richtige Waschen ist das Imprägnieren. Nach dem Waschgang empfiehlt es sich, das Bekleidungsteil zu imprägnieren. Hierdurch wird der wasser- und schmutzabweisende Effekt deutlich verbessert und die Jacke oder die Hose bleibt atmungsaktiver. Der richtige Zeitpunkt ist immer dann, wenn das Wasser auf dem gewaschenen Bekleidungsteil nicht mehr abperlt, sondern vom Stoff gleich aufgesaugt wird. Der einfachste Test ist, die trockene Jacke nass zu spritzen.

Achtung: 
Das Spray-On von Nikwax  auf das noch leicht feuchte Bekleidungsteil aufsprühen. Die Restfeuchte verteilt das Imprägniermittel zusätzlich auf dem Oberstoff. Der Imprägniereffekt wird verstärkt.

Tipp: Immer bei einer Marke Waschmittel und Imprägnierung kaufen, denn die Produkte sind aufeinander abgestimmt.



3. Trocknen

Nach der Behandlung und bei entsprechend vorhandenem Pflegesymbol kann das Bekleidungsstück abschließend bei niedriger Temperatur in den Wäschetrockner und/ oder bei geringer Temperatur gebügelt werden. Der Imprägnierschutz wird hierdurch ebenfalls intensiviert.

Reinigung von Daunenjacken

Daunenbekleidung bedarf einer ganz speziellen Behandlung, damit die hochwertigen Daunen ihre Bauschfähigkeit und Isolierleistung nicht verlieren. Grundsätzlich sollte die Daunenbekleidung nur selten ganz gewaschen werden. Lieber mal mehrere Tage lüften oder verschmutzte Flächen von Hand abwaschen.

1. Waschen
Man sollte immer die Pflegesymbole des Herstellers beachten und spezielles Daunen-Waschmittel verwenden – hierdurch wird die Daune beim Waschvorgang besonders geschont. Man sollte alle Klett- und Reißverschlüsse schließen und dann nur eine Jacke pro Wäsche nehmen, denn Daune braucht viel Platz. Bei der Maschinenwäsche sollte das Fein/- oder Wollwaschprogramm benutzt werden und hier nur mit geringer Drehzahl leicht angeschleudert werden.

Nasse Daune ist sehr schwer, darum sollte man beim Herausnehmen aus der Trommel nicht an der Kleidung ziehen, da die Gefahr besteht, dass die Daunenkammern reißen können. Besser ist es, das Kleidungsstück möglichst als Ganzes herauszunehmen und ggf. in einer großen Schüssel zu tragen. Bei der Handwäsche sollte darauf geachtet werden, es sorgfältig auszuspülen und das Teil nicht zu wringen, sondern nur leicht auszudrücken.

2. Trocknen
Bei einer Jacke sollte das Fassungsvermögen des Trockners mindestens 7 kg besitzen, andernfalls besteht die Möglichkeit, dass sich die Daune während des Trockenvorgangs nicht richtig aufbauschen kann. Ist der Trockner zu klein, besteht die Gefahr, dass die Jacke zu nah an die Heißluftdüse gepresst wird und ein Brandloch entsteht. Zwischendurch das Teil mal schütteln und evtl. mehrmals im Trockner trocknen.


TIPP: 

Drei Tennisbälle (am besten weiße oder helle nehmen) mit in den Trockner geben. Hierdurch erhält die Daune ihren vollständigen Bauscheffekt zurück. Zwischendurch das Teil mal schütteln und evtl. mehrmals im Trockner.

3. Lagerung
Daunenbekleidung oder auch Daunenschlafsäcke sollten über einen längeren Zeitraum möglichst nicht in sogenannten Kompressionsbeuteln gelagert werden. Dies schadet der Daune und sie verliert ihre Bauschfähigkeit. Wer Platz hat, legt die Bekleidung leicht zusammengelegt in den Schrank oder die Kommode.

Reinigung von Softshelljacken

Softshells sind genauso zu behandeln wie die Membran-Bekleidung. Wer möchte, kann spezielles Softshell-Waschmittel und Imprägniermittel verwenden. Der Vorteil liegt darin, dass die weichen Stretchmaterialien noch schonender gereinigt werden.


Einige Hersteller von Pflegeprodukten findet ihr hier:
www.nikwax.de
www.toko.ch
www.mckinley.de
www.grangers.co.uk

Immer an Folgendes denken:  

Alle Funktionstextilien sind am besten immer nach Angabe des Herstellers (siehe Pflegesymbole auf dem Etikett) zu behandeln. Dabei ist flüssiges Spezialwaschmittel generell empfehlenswerter als herkömmliches Waschpulver.
Wenn ihr noch weitere Tipps oder andere Erfahrungen habt, bin ich auf euer Feedback gespannt … andernfalls schon jetzt viel Erfolg beim Waschen ;-)    

Sportliche Grüße,

Eure Petra


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