Pulsuhren-Check: Was kann das Gadget am Handgelenk?

Training mit Pulsuhr, nur was für Profis (oder solche, die sich dafür halten)? Ich glaube das nicht, sonst würde ich nicht darüber schreiben wollen. Aber seht selbst:
Was kann das Teil?
Eine Pulsuhr gibt die aktuelle Herzfrequenz an. Außerdem hat sie – je nach Modell – noch eine Vielzahl weiterer Funktionen: Es gibt einfache Modelle, die nicht viel mehr als den Pulswert und die Uhrzeit anzeigen, ein Vorteil, wenn man es einfach mag. Auch gibt es Modelle mit extra großer Anzeige, optimal für Brillenträger bzw. solche, die ihre Brille beim Training ungern tragen. Andere Pulsuhren sind entweder leistungsfähige Multisportgeräte oder speziell auf Läufer, Studio-Fans, Triathleten sowie reine Radsportler ausgelegt und verfügen über entsprechendes Zubehör und passende Funktionen.

Besonders im Radsportbereich stellt sich inzwischen auch die Frage, ob ich eine reine Uhr nehme oder aber ein Gerät wähle, das eher ein vollwertiges Navigationsgerät ist. Dazwischen wiederum gibt es viele Abstufungen. Last, but not least sind moderne Pulsuhren und -gurte inzwischen häufig mit dem Smartphone und den App-Angeboten diverser Anbieter koppelbar.
Wofür brauch' ich meinen Puls?
Als ich meine Pulsuhr zum ersten Mal trug, war ich bereits jahrelang viele Kilometer gejoggt. Völlig erstaunt stellte ich fest, dass ich offenbar aber grundsätzlich deutlich zu schnell unterwegs gewesen war. Ohne es zu merken, denn ruhig atmen bzw. „beim Laufen sprechen“ war kein Problem gewesen.
Der Trainingseffekt war somit minimal, denn die Ausdauer im Grundlagenbereich, die man allgemein mit „Kondition“ überschreibt, trainiert man vor allem dann, wenn man Einheiten mit geringer Intensität absolviert. Auch hier gilt die Devise: Mehr ist nicht immer auch besser.
Das mag zwar nicht universell gelten, aber für viele ist der Puls ein guter Ratgeber, was die Trainingsintensität angeht. Mit ein wenig Übung kann man daran übrigens auch erkennen, ob man vielleicht besser einen Tag pausieren sollte oder heute einmal ausnahmsweise etwas weniger hart trainieren.
Woraus besteht die Pulsuhr?
Die Uhr selbst sieht entweder aus wie eine klassische Armbanduhr oder aber wie ein kleiner Tacho. Dazu kommt ein Brustgurt, der die Pulsdaten liefert und bei Bedarf Geschwindigkeits- und Trittfrequenz-, Wattsensoren bzw. einen GPS-Sensor. Geräte mit einfachen Navigationsfunktionen verfügen über einen etwas größeren Bildschirm, gespeicherte Strecken können so GPS-gestützt nachgefahren werden. Die Streckenführung erfolgt über einfache Pfeilsymbole auf dem Display. Etwas edlere Geräte bieten zudem eine Kartenansicht auf größerem Bildschirm, teils kann das Gerät auch über einen Touchscreen bedient werden.
Und jetzt? - Eine Wahl treffen
Erst einmal muss ich wissen, was ich möchte und welche Funktionen meine Pulsuhr haben soll. Und Achtung: Mehr ist nicht unbedingt besser! Eine schlichte Pulsuhr (bspw. der PC 10.11 von Sigma)  hat viele Vorteile: Sie ist kompakt, einfach zu bedienen, wartungsarm, die Batterie hält lange und robust ist sie auch. Ein Hightech-Gerät hingegen will verstanden sein: Eine gewisse Einarbeitungszeit ist selbstverständlich, der Akku muss relativ häufig geladen werden, das Gerät ist etwas größer und schwerer. Auch braucht man zum Ein- und Auslesen der Daten einen Computer und gegebenenfalls entsprechendes Kartenmaterial usw. Andererseits bekommt man dafür eine Fülle an Daten, die für den einen oder anderen durchaus relevant sind und insbesondere die inzwischen hoch ausgereiften Navigationsfunktionen machen solche Geräte zu einem phantastischen Touren- und Trainingspartner.
Meine Wahl:

Meine bisherige Pulsuhr war eine Multisportversion (vergleichbar in etwa mit dem Sigma RC 1209), weil ich anfangs noch nicht wusste, ob ich in Zukunft mehr Rad fahren würde oder laufen oder etwas ganz anderes tun. Inzwischen ist diese Frage aber hinreichend geklärt und ich will mir endlich ein Radsport-spezifisches Gerät zulegen: Herzfrequenz, einstellbare Pulsbereiche, Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Höhenmeter soll es anzeigen und über GPS verfügen, außerdem mit meinem Smartphone koppelbar sein, denn ich zeichne meine Routen gern mittels Trainings-App auf und würde gern Leistungs- und Streckendaten kombiniert sehen. Häufiges Akku-Laden, höheres Gewicht, eine anfangs vielleicht kniffligere Nutzung und einen höheren Anschaffungspreis nehme ich dafür gern in Kauf.
Darum habe ich mich für den Rox 10.0 GPS entschieden:  Er ist das aktuelle Flagschiff der Sigma Radcomputer. Völlig zu recht, finde ich. Nicht umsonst greifen auch namhafte Profiteams auf der Straße wie im Gelände zu diesem Modell. Ja, es kann an ein Smartphone gekoppelt werden und im Zusammenspiel mit Strava und Co. alle möglichen Daten erheben.
Über den GPS-Sensor ist eine genaue Ortung und das Aufzeichnen neuer sowie das Abfahren gespeicherter Strecken ein Kinderspiel. Alle anderen Wunschfunktionen sind sowieso gegeben. Trotzdem ist die Bedienung einfach, die Anzeige übersichtlich und das Gerät kompakt und robust. Und deshalb mein Top-Favorit!

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