Per Mountainbike durch Valle del Elqui

Von Chiles Hauptstadt Santiago aus reisten wir per Anhalter nach La Serena, eine der größeren Küstenstädte Chiles mit einem wundervollen, langgezogenen Strand. Dort hielten wir uns allerdings nur eine Nacht auf, ehe wir ins Valle del Elqui (Elqui-Tal) aufbrachen.
Laut Einheimischen soll es dort den klarsten Sternenhimmel der Welt geben. Für Sportler gibt es dort vor allen Dingen eine gut ausgebaute Hauptstraße mit etlichen kleineren und größeren Bergauf- und -abfahrten, die geradezu nach einer Tour auf dem Bike schreien.

Mountainbiken mit Hund

Wir fuhren mit dem Bus in das zentral im Tal gelegene Dorf Pisco Elqui, wo wir uns ein Mountainbike mieteten und eine Tages-Tour unternahmen. Wie schon bei unserer Wander-Tour hatten wir auch hier gleich zu Beginn strahlenden Sonnenschein als ständigen Begleiter.
Zudem begleitete uns ungefragt ein verrückter Labrador aus dem Ort über die gesamte Distanz von 40 Kilometern. An den Anstiegen lief der Hund vor, bei den Abfahrten rannte er hinterher, aber er blieb immer an unserer Seite. Wir waren perplex und freuten uns.

Heftige Steigungen auf kahlen Bergen

Morgens machten wir uns auf den Weg nach Alcoguaz, einem 20 Kilometer entfernten kleinen Dorf in der Nähe von Pisco Elqui. Auf unserer Strecke bestanden für uns relativ wenige Möglichkeiten, Off-Road zu fahren, doch auch der Weg auf der Straße war fordernd. Auf dem Hinweg ging es fast stetig bergauf mit Steigungen jenseits der 15 Prozent. Die Steigungen waren immer relativ kurz, aber dafür sehr anstrengend, gerade unter der immer weiter strahlenden Sonne.
Wie man auf den Fotos und der Karte sehen kann, war die Landschaft völlig gegensätzlich zu der, die wir aus den Alpen und den größten Teilen Europas kennen, aber die kahlen, braunen Berge sogen uns förmlich auf und es war wahnsinnig spannend, in einer so neuen Umgebung kräftig ins Schwitzen zu kommen.  

Reifenpanne und kein Werkzeug

Auf dem Rückweg freuten wir uns dann zunächst vor allen Dingen über die häufigeren Abfahrten, bis mir auf einer der Abfahrten ein Reifen platzte. Passenderweise hatte die Fahrradvermietung uns natürlich kein Werkzeug mitgegeben, so dass ich das Fahrrad ein Stück tragen musste.
Nach zwei Minuten hielt aber bereits ein fremder Pick-Up an (Anhalter fahren ist sehr einfach in Chile) und bot mir an, mich mitsamt des Mountainbikes zurück ins Dorf zu bringen. Dankend nahm ich an und verbrachte den letzten Kilometer im Auto, während meine Freundin sich noch mit dem Fahrrad abstrampelte.

Wer noch mehr will: 100 Kilometer vor Traumkulissen

Als Backpacker waren wir auf unserer Mountainbiketour natürlich verhältnismäßig schlecht ausgestattet. Wenn es irgendwie geht, sollte man sich bereits vorher über einen kompetenten Fahrradverleih informieren und wenn möglich natürlich sein eigenes Bike mitbringen, denn die Routen im gesamten Elqui-Tal sind wunderschön und bieten Möglichkeiten für Touren über mehrere Tage.
Alleine die Strecke von La Serena nach Pisco Elqui, die wir im Bus zurückgelegt haben, lässt sich unglaublich gut mit dem Fahrrad befahren. Wer eine längere, fordernde Tour plant, sollte diese 100 Kilometer lange Strecke auf jeden Fall in Angriff nehmen, weil man dabei mehr als 2000 Höhenmeter macht und vor einer atemberaubenden Kulisse mächtig gefordert wird. Belohnt wird man abends mit einem wirklich unvergleichbaren Sternenhimmel.


Mini-Packliste für eine Mountainbike-Tour durch das Elqui-Tal:

Luftdurchlässige Kopfbedeckung
Fahrradhelm (manche Verleihe haben keinen)
Sonnencreme
Funktionskleidung
Sonnenbrille
ausreichend viel Trinkwasser und Essen
Werkzeug fürs Fahrrad
Luftpumpe
Handy mit Notfallnummer

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