Packliste 24 Stunden Wandern von Bayern

Nachdem ich nun schon dass 2. Mal dabei war, letztes Jahr im Räuberland im Spessart, habe ich weitere Erfahrungen gesammelt und es sind noch ein paar weitere Tipps dazu gekommen.

Um beim Event „24h Wandern“ mitzumachen, brauchst du die Ausdauer für mindestens 35 km Tagesetappen und dann nochmal die gleiche Ausdauer für die Nacht.
Es geht hier nicht um Schnelligkeit, sondern um das Erreichen des Ziels in 24 h.
Informiere dich 1-2 Tage vorher, wie das Wetter wird. Dass das Wetter dann entsprechend der Vorhersage wird, ist recht wahrscheinlich und du weißt was du anziehen solltest. Je nachdem, ob es warm/heiß und sonnig am Tag ist, kannst du für die Nacht was zum Wechseln an der Wechselstation (Start und Ziel der Tage bzw. Nachstrecke) deponieren. Dann brauchst du nur wenig im Rucksack mitzuschleppen. Wenn es wechselhaft und evtl. Schauer und Regen auch am Tag angesagt sind, brauchst du mehr im Rucksack. Aber dazu später mehr.

Was brauchst du zum Anziehen

1. Kopfbedeckung:
Eine Kopfbedeckung mit UV Schutz (Meru, Fjäll Räven, Outdoor Research), ideal auch mit Nackenschutz, was wichtig am Tag für den Schutz vor Hitze und in der Nacht als Wärmeschutz ist. Ideal sind auch Schlauchtücher.



2. Hosen: 
Die Hose muss bequem sitzen , darf nicht zu dick oder zu dünn sein. Ideal eine Zipp Hose aus Stretchmaterialien. Ich bin dann eher jemand, der tagsüber eine kurze Hose anzieht und dann für Abends/Nachts eine lange Hose zum Wechseln dabei hat oder deponiert.    


3. Oberteile:
T-Shirts aus Merinowolle oder ein extrem leichtes Hemd/Bluse Link empfehlen sich hier, welche dann euren Nacken schützen. Bei Sonnenallergie solltet ihr auch tagsüber ein Langarmhemd mit UV- Schutz oder Longsleeve . Dies könnt ihr dann auch in der Nacht tragen. Merino hat den Vorteil, dass es nicht riecht und wenn es trocken/heiß ist, hast du auf der Haut eine gewisse Feuchtigkeit, was angenehm kühlt. Aber es trocknet auf Fälle schneller als Baumwolle. 



4. Unterwäsche:
Bezüglich der Unterwäsche denkt ihr bestimmt: „Bei der Hitze auch noch ein Unterhemd …viel zu warm!“. Ihr solltet wissen, dass, je enger die erste Schicht auf der Haut ist, desto besser der Feuchtigkeitstransport. Am Tag bei hohen Temperaturen macht das nichts, wenn die Haut feucht ist, aber bei kühleren Temperaturen und besonders in der Nacht empfehle ich Unterwäsche. Es gibt alternativ für Frauen tolle Bras oder Panties/Boxer sollten auf alle Fälle mit dabei sein! Experten tipp: Keine Unterhose aus Baumwolle: es gibt nichts Schlimmeres als eine feuchte Unterhose, die nicht mehr trocknet und ihr euch so wund läuft.


5. Jacke
Brauche ich eine Jacke? Denkt an den Wetterbericht und an die Nacht…
Wenn sicher ist, dass es trocken bleibt, dann empfehle ich auf alle Fälle eine leichte Fleece- oder Powerstretchjacke oder auch wenn es kälter wird und wir immer müder ,eine ultraleichte Daunenjacke. Ideal ist auch eine leichte Windjacke, die klein verpackbar ist, habe ich immer dabei. Softshell geht auch, aber diese sind oft zu schwer oder nehmen zu viel Platz weg.
Wenn es aber absehbar ist, dass auch mit Regen zu rechnen ist, ist eine atmungsaktive leichte Regenjacke unverzichtbar, ebenso wie eine Regenhose.


6. Socken
Zu guter Letzt kommen die Socken. Da gibt es tolle Expertentipps von zwei übereinander; nur Wolle; nur Synthetik..!Ich bin mit den Wollsocken gelaufen. Wichtig ist, dass die Socken gut sitzen, keine Falten werfen, am Schaft nicht zu eng sind (Füße schwellen an!) und schnell trocknen. Es ist auch abhängig von den Schuhen, die ihr tragt. Expertentipp: bei Pausen immer wieder die Socken ausziehen, dass die Füße trocknen können. Aber, auch wenn es verlockend ist, die Füße nicht in kaltem Wasser abkühlen! Die Gefahr der Blasen wird dadurch größer durch die Feuchtigkeit am Fuß. Lieber barfuß laufen und Luft dran!


7. Das Schuhwerk
Informiert euch wie die Strecke ist, ob sie aus viel Asphalt, Waldwegen, Schotterwegen usw. besteht. Und wählt danach den Schuh aus. Ich habe letztes Jahr alles gesehen über Runningschuh, Trailrunschuh, Leichtwanderschuh, Multifunktionsschuhe, leichte Bergstiefel aber auch schwere! Am Tag kann man auch, wenn man mit zwei verschiedenen Schuhen laufen will, mit einem Halbschuh wandern gehen.
Spätestens auf der Nachtstrecke sollte man einen Schuh der Kategorie A/B oder B nehmen, die über den Knöchel gehen z.B. der Hanwag Trekkingschuhe Banks GTX, dieser ist robust von der Sohle, universell einsetzbar und leicht.
Ich bin letztes Jahr den ganzen Tag mit dem knöchelhohen Schuh gelaufen. Ja, am Tag war er mir etwas zu kompakt, aber in der Nacht war ich total froh über den Schutz! Es läuft sich einfach besser damit, besonders wenn die Muskulatur ermüdet.


8. Stöcke
Unverzichtbar sind Stöcke! Die hatte ich letztes Mal nicht dabei und gerade am Ende der Strecke ist man froh darüber. Die Beine werden entlastet, die Hände schwellen nicht so an, wenn man Stöcke hat und man läuft trittsicherer, besonders wenn nur die Stirnlampe den Weg erleuchtet! Hier ist das Gewicht entscheidend. Carbon ist das leichteste Material und meine Empfehlung ist der Leki Thermolite XL.


9. Rucksack
Zu guter Letzt brauchen wir auch noch einen Rucksack! Obwohl die Versorgung bestens ist und auch es immer wieder Erste Hilfe-Stationen gibt, geht es trotzdem nicht ohne Rucksack.
Ideal ist ein Tagesrucksack der zwischen 18-25 Liter fasst. Essentiell für euren Rucksack ist das Tragesystem, das euch einen perfekten Sitz garantiert. Außerdem sollte das Gewicht stimmen und optional gibt es auch Rucksäcke mit Vorrichtungen für externe Trinksysteme.
Je nach Wetter, sollte der Rucksack ausreichend groß sein für Ersatzkleidung oder zusätzlicher Wetterschutz sowie für die kleine Verkostung für unterwegs. Denkt dran, nur nicht zu viel mitnehmen!


Eure Petra!

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