Neue Zwischensohle, neues Glück - adidas Adios Boost im Test


Versteht mich nicht falsch. Ich habe meinen adidas Adios sehr lieb. Er ist ein guter und vor allem verdammt schneller Schuh. Seine Passform hat mich von Anfang an begeistert. Die zu langen Schnürsenkel verzeihe ich ihm bei jedem Lauf erneut. Er macht einfach das, was ein Wettkampfschuh machen soll. Schnell sein, leicht sein, Spaß machen.
Wie bekämpfe ich meine schweren Beine?
Aber... Ein solcher Wettkampfschuh nimmt relativ viel aus den Beinen heraus. Nach harten Einheiten oder Wettkämpfen sind die Beine müde und ich froh, wenn ich dieselben am nächsten Tag einfach nur hochlegen kann.
Klingt erstmal nach einem fairen Deal: Geschwindigkeit und Laufgefühl gegen einen Tag schwere Beine. Aber gibt es keine Möglichkeit aus diesem Deal herauszukommen?
Als adidas ankündigte, den Adios mit neuer Zwischensohle „Boost“ auf den Markt zu bringen, wurde ich hellhörig. Ich hatte bereits das Vergnügen den „normalen Boost“ Probe zu tragen und das Gefühl des neuen Sohlenmaterials zu erleben. Weich war es. Flexibel und komfortabel.
Was sollte nun aus dem Adios werden, wenn diese weiche Sohle verbaut wird...
Optik, Material, Passform - top!
Da ist er, der neue adidas Adios Boost. Langsam öffnete ich den Schuhkarton. Mir strahlte ein kunterbunter lila Schuh entgegen. Optisch eine Meisterleistung, die meine Neigung zu grellen und starken Farben genau trifft.
Auch stellte ich mit Erleichterung fest, dass dem Adios Boost kein Tecnifit-Obermaterial spendiert wurde. Davor hatte ich mich gefürchtet, da ich als Läufer mit extrem klumpigen und dicken Zehen bei diesem straffen Obermaterial schon im normalen Boost gemerkt hatte: wir würden keine Freunde werden.
Die Passform hatte der Adios Boost von seinem „normalen“ Bruder mitbekommen. Schön schmal sitzt der Gute am Fuß und hält alles an Ort und Stelle. Auch der Schnürsenkel ist nicht so lang und baumelt infolge dessen nicht gefährlich in Bodennähe herum.

Kommen wir zum Eingemachten: der Test in der Wildnis
Die ersten Schritte im neuen adidas Adios Boost sind weich. Wie vom normalen Boost gewohnt, wackle ich beim Gehen auf der Sohle ein wenig nach außen und alles kommt mir ein bißchen schwammig vor.
Ich bleibe skeptisch, ob diese neue Zwischensohle als Wettkampfsohle laufbar ist.
Mein erster Dauerlauf mit dem Schuh soll Gewissheit bringen. Raus in die freie Wildbahn.
Und schon nach den ersten Metern stellt sich ein „Hausschuhgefühl“ ein. Den könnte ich die ganze Zeit laufen, schießt es mir durch den Kopf. Das fühlt sich nicht nach dem harten Wettkampfschuh, den ich lieben gelernt habe, an.
Es liegt ein Hauch von Lieblingsschuh in der Luft. Die erste lockere Laufrunde vergeht wie im Flug. Die ersten Intervalle spule ich in gewohnter selbstzerstörerischer Art ab. Und ich muss sagen, die Boost-Sohle läuft sich auch im hohen Tempobereich sehr stabil und kontrolliert.
Mein Fazit: Schnell, her mit den Wettkämpfen!
Ob nun mehr Energie „ zurück kommt“ und ich Kraft einspare, ist meiner Meinung nach eine sehr subjektive Sache. Was ich sagen kann, ist dass meine Beine die Boost-Sohle bei harten Einheiten deutlich besser „verkraften“ und dass ich den Schuh inzwischen fast dauernd laufe.
Aus dem reinen Intervall- und Tempodauerlaufschuh, wie es der „normale Adios“ für mich war, ist mit dem adidas Adios Boost ein „Rundum-sorglos-Schuh“ geworden.
Fast schon schade, dass ich über den Winter keine großen Wettkampfambitionen habe. Aber Moment.....gibt es nicht überall Silvesterläufe??? Ein Wettkampf im Winter...
Ich glaube, ich muss nochmal auf die Tartanbahn!
In diesem Sinne,
Keep on Running!
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