Nepal-Trekking mit Twist: ein Abstecher nach Solu-Khumbu


Nach langem Vorbereiten, Packen und dem ersten Trip nach Namche Bazar stelle ich mir irgendwann die Frage: Wie sieht eigentlich der Alltag der Sherpas abseits der bekannten Trekkingrouten aus? Mir wird klar, dass diese Frage elementar für meine weitere Feldforschung sein wird. Nach weiteren Gesprächen mit den Einheimischen steht schnell ein neues Zwischenziel bei meinem Nepal-Trekking fest: Der Solu.
Für einige Tage solle es nun in den Solu-Khumbu gehen, ein Gebiet, welches mir hier stets als relativ unberührt und durch Traditionen geprägt beschrieben wird. Zudem stammt mein Begleiter aus der Gegend und kann mit vielen Kontakten aufwarten.
Drückende Hitze und bittere Kälte
So steigen wir erst einmal wieder ab und besuchen unter anderem die Dörfer Surkey und Lamijura. Das Wetter spielt zwar während unseres Aufenthaltes verrückt und wechselt in kurzen Intervallen zwischen drückender Hitze und bitterer Kälte, aber dafür trage ich inzwischen einige Kilos weniger auf dem Rücken. Denn einen großen Teil meines Gepäcks habe ich an Mohit Rai, einen ortsansässigen Träger, abgegeben.
Dies ermöglicht uns ein zügiges Tempo trotz steiler Anstiege, welche uns durch eine bisweilen dschungelähnliche Landschaft führen. Aber dieser Teil des Trekkings bietet nicht nur eine fantastische Bergwelt, rauschende Wasserfälle und märchenhafte Wälder, sondern ermöglicht mir auch einen unverhofft tiefen Einblick in das Leben der Sherpas.
Interviews mit ehrwürdigen Lamas... nein, nicht den Tieren.
So kann ich ehrwürdige Lamas interviewen, an traditionellen Feiern teilnehmen und mich gemeinsam mit den Trägern an den gemütlichen Feuern der Küchen wärmen. Nach zehn Tagen, 9.000 Höhenmetern sowie unvergesslichen Erlebnissen geht es zurück nach Namche Bazar. Von hier aus wird unsere nächste Etappe über Dingpoche und Lobuche wieder Richtung Mount Everest Base Camp gehen. Der Weg wird uns nun immer tiefer ins "inner Himalaya" führen...

Zum Schluss noch zwei Tipps, die ich euch mitgeben möchte:
1. Wem ein Trekking im Solu-Khumbu vor Augen schwebt, dem kann ich nur empfehlen, sich anstelle eines Flugtickets nach Lukla eine Fahrt nach Jiri zu organisieren. In sieben Tagen geht es dann abseits der Touristenströme auf einer anspruchsvolle Route über Junbesi bis nach Lukla.
2. Für ein entspannteres Trekking-Erlebnis kann man sich ruhigen Gewissens einen ortsansässigen Träger nehmen. Hierbei ist selbstverständlich darauf zu achten, dass dieser entsprechend ausgerüstet ist und sich nicht in Hausschuhen durch den Schnee kämpfen muss.
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