Mountainbike-Tour durch Fluss und Schlucht in San Pedro de Atacama

Vor einigen Wochen hatte ich bereits von meiner Fahrradtour durch das wunderschöne Elqui-Tal in Chile berichtet. Unsere Tour durch Südamerika war da aber noch lange nicht beendet. Per Bus ging es weiter durch endlos lange Ödlandschaften nach San Pedro de Atacama im Norden Chiles, einem kleinen Dorf in der Nähe der drittgrößten Salzwüste der Erde.
Weil wir von unserer ersten Fahrradtour ganz angetan waren und einmal ohne Platten ankommen wollten, schnappten wir uns auch in San Pedro ein Mountainbike. Unsere Tour in die Teufelsschlucht (Garganta del Diablo) gestaltete sich dabei ganz anders als unsere erste Tour durchs Elqui-Tal.

Dünne Höhenluft und viel Sonne


Das lag zum einen am Höhenunterschied. Die Gegend um San Pedro liegt auf knapp 3000 Metern, umkesselt von einer gigantischen Anden-Kulisse. Mit dem Auto geht es problemlos in zwei Stunden auf knapp 6000 Höhenmeter, mit dem Fahrrad bewegten wir uns aber nur um San Pedro de Atacama herum, wo wir die dünne Höhenluft auch schon deutlich spürten.
Außerdem bewegten wir uns auf einem ganz anderen Terrain. Statt auf schönem Asphalt ging es über Matsch- und Schotterstrecken, so wie sich das mit dem Mountainbike ja eigentlich auch gehört. Doch auch auf dieser Höhe war es noch ziemlich warm und die Temperaturen bewegten sich tagsüber bei weit über 20 Grad. Die Sonneneinstrahlung auf der Höhe war schon merklich intensiver.

Flussüberquerung vor Traumkulisse

Da war es eigentlich nur praktisch, dass wir auf dem Weg zur Teufelsschlucht gleich mehrere Male absteigen mussten, um den Fluss zu überqueren, der durch das sandige und trockene Tal fließt.
Das gab uns dann auch immer wieder die Chance, die traumhafte Kulisse zu bestaunen. Ein malerischer Fluss inmitten von vielfarbigen Bergen, dazu Schluchten und ein unglaublich reiner, blauer Himmel.


Starker Wind, enge Spalten, tiefer Sand

Anders als im Elqui-Tal hatten wir weniger mit Steigungen zu kämpfen als mit starkem Wind. Wir fuhren quasi auf einer Ebene durchs Tal, doch zwischen den Bergen wehte der Wind heftig. Das war auf dem Hinweg sehr anstrengend, auf dem Rückweg aber umso schöner. Wie angenehm Rückenwind sein kann, weiß jeder, der schon einmal auf einem Drahtesel saß.
Bis wir aber entspannt zurückfuhren, radelten wir erst einmal 40 Kilometer in und durch die Garganta del Diablo. In der Schlucht selbst mussten wir einige Male vom Sattel absteigen und unser Rad mit viel Fingerspitzengefühl durch enge Spalten tragen. Manchmal war der Sand so tief, dass wir mit unserem Mountainbike bald stecken blieben.

Ankunft bei Sonnenuntergang

Die Mühen haben sich definitiv gelohnt. Vor der Dämmerung fuhren wir wieder zurück, wohlwissend, dass es nachts komplett finster und eiskalt ist im menschenlosen Tal, das uns zur Teufelsschlucht führte. Dunkelheit und Temperatursturz sollte man auf der Höhe nahe der Wüste auf keinen Fall unterschätzen.
Wir kamen nach unserem vielseitigen Abenteuer-Trip jedenfalls rechtzeitig zum Sonnenuntergang ohne Pannen in San Pedro de Atacama an - völlig geschafft und glücklich. Damit das euch im Falle einer solchen Tour (oder einer ähnlichen, rund um San Pedro gibt es eine Vielzahl an Routen) auch so geht, habe ich noch eine kleine Packliste angefügt.



Mini-Packliste für eine Mountainbike-Tour bei San Pedro de Atacama:
Helm
- luftdurchlässige Kopfbedeckung
Sonnencreme (für blassere Haut 50+) und Sonnenbrille (hier besonders wichtig, da - Sonneneinstrahlung sehr intensiv!)
Funktionskleidung
- Ausreichend viel Trinkwasser und Essen
Werkzeug fürs Fahrrad (inklusive Luftpumpe)
- Handy mit Notfallnummer (beim Verleih nachfragen)
Taschenlampe für den Notfall (fast kein Leih-Fahrrad dort hat Licht)

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