Motivationstief! Was nun?


Es war ein wunderbares Gefühl nach meiner ersten längeren Verletzungspause endlich wieder die Tartanbahn unter meinen Spikes zu spüren. Ich hatte zwar drei Monate pausieren müssen, trotzdem fühlte ich mich fit und vorbereitet für den Wettkampf. Und auch noch im eigenen Stadion, vor heimischen Publikum. Ich wartete gespannt auf den Startschuss und als er ertönte, sprintete ich los.
 
Doch nach einer Runde löste ich mich vom Feld und verließ die Bahn. Bisher war alles kein Problem gewesen. Ich konnte gut mitlaufen und die Zeiten bei 200 und 400 Metern hatten optimal gepasst. Warum war ich dann ausgestiegen? Ich konnte es mir zuerst nicht erklären. Doch in den nächsten Tagen fiel mir auf, dass ich keinen Spaß mehr am Training hatte. Noch schlimmer, ich vernachlässigte mein Studium und sonstige Pflichten. Was ich tat, war schlafen und mich abzulenken.
 
Was mir fehlte, war ganz klar mein Antrieb, meine Motivation. Bis ich das merkte, verging allerdings eine ganze Weile. Ich steckte in einem Motivationstief.
 
Ein Motivationstief hat bestimmt schon jeder von uns einmal erlebt. Es kann unglaublich viele Ursachen geben. Vor allem bei anstrengenden Tätigkeiten wie beim Laufen rutscht man schnell mal in ein kleines Tief hinein. Entweder ist es schlechtes Wetter oder man hatte Stress bei der Arbeit. Wie gesagt, Ursachen kann es viele geben. Nichtsdestotrotz muss es das Ziel sein, das Tief schnell möglichst zu überwinden. Doch wie? Hier ein paar praktische Tipps:
 
Laufen in der Gruppe ist motivierender als alleine. Sucht euch eine Trainingsgruppe oder zumindest einen Trainingspartner.
 
Einfach mal loslaufen und wenn die Lust nach zehn Minuten noch nicht da ist, wieder umdrehen. Ich kenne niemanden, der nach den zehn Minuten umgekehrt wäre.
 
Die Laufeinheiten fest in den Tagesablauf integrieren und sich daran halten. Hilfreich dabei kann ein Trainingsplan sein.
 
Für Laufanfänger: Nicht zu hohe Ziele setzen, klein anfangen.
 
Manchmal braucht man einfach ein Ziel. Meldet Euch beispielsweise zu einem Wettkampf an. Das steigert die Motivation enorm.
 
Wenn wirklich mal gar nichts mehr gehen sollte, dann lohnt es sich auch mal, eine längere Pause einzulegen. Dieser Tipp richtet sich aber eher an erfahrenere und besser trainiertere Läufer, da sich das Trainingsniveau bei Anfängern zu schnell verringert.
 
Beim Überwinden meines Motivationstiefs halfen mir damals vor allem das Training mit meiner Trainingsgruppe und das Fokussieren auf meine Saisonziele. Auch wenn ich einige Wettkämpfe damals nicht bestritten hatte, war ich mental doch gut auf die verbliebenen Wettkämpfe vorbereitet.
 
 
 
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