Mit dem engelhorn sports Team beim MLP Marathon


Am 12.05.2012 um kurz nach 18:30 fiel der Startschuss beim 9. Dämmermarathon Mannheim. Ich war für die Wertung Marathon gemeldet und startete für das engelhorn sports Team.
 
Die Vorbereitung
Die Vorbereitung für den Marathon lief nicht ganz optimal, da ich im März aufgrund einer Verletzung etwa drei Wochen fast komplett pausieren musste. Wieder genesen, folgte über die Ostertage ein intensives einwöchiges Trainingslager mit meinen Trainingspartnern vom engelhorn sports Teamim italienischen Cervia. Die Belastung durch hohe Umfänge und Intensität war wohl etwas zu viel für mich. Zwischenzeitlich spielte ich auch mit dem Gedanken doch noch auf Halbmarathon umzumelden, da ich insbesondere nach den langen Läufen häufig starken Muskelkater in den Beinen verspürte.
Zwei Wochen vor dem Marathon folgte der letzte lange Lauf. Die Kondition war super, die Beine leider weiterhin nicht so gut. Es folgten zwei tendenziell eher regenerative Wochen, die auch dringend nötig waren. Ich rechnete mit einer möglichen Zielzeit im Bereich 2:45-2:47.
 
Die Ausrüstung
Für den Wettkampftag, für den Temperaturen um die 15°C angekündigt waren, entschied ich mich für Singlet und Tight sowie die neue NightRunning Kompressionssocke von CEP. Diese wurde meinem Team und mir freundlicherweise von unserem Sponsor für den Marathon kostenlos zur Verfügung gestellt. Kompressionssportsocken sorgen für eine bessere Durchblutung der Wadenmuskulatur, Muskelvibrationen werden minimiert, die Regeneration wird verbessert und das Verletzungsrisiko kann gesenkt werden. Als Wettkampfschuh trage ich den Wave Musha 4 von Mizuno. Der Schuh ist mit einem Gewicht von ca. 240g leicht und vermittelt durch die flache Bauweise ein sehr direktes Laufgefühl mit einem guten Abdruck. Für den Einsatz auf Marathondistanz ist der Musha 4 allerdings nicht für jeden Läufer empfehlenswert. Persönlich würde ich den Schuh leichten Läufern (<70kg) mit einem neutralem Abrollverhalten und einem effizienten Laufstil über Mittel- bis Vorfuß empfehlen, die eine Marathon-Zielzeit im Bereich 2:50h abwärts anpeilen.

Das Rennen
Kleine Startschwierigkeiten
Der Startschuss für meinen insgesamt 8. Marathon fiel um kurz nach 18:30h. Zunächst versuchte ich mein Tempo im Bereich 3:55min/km zu finden, was mir auf den ersten Kilometer nicht ganz gelingen will. Tendenziell bin ich etwas zu schnell auf den ersten Kilometern unterwegs, weiß aber aus meiner bisherigen Erfahrung, dass ich mich nach kurzer Zeit auf eine konstante Geschwindigkeit einpendeln werde. Ich erreiche die erste Wechselzone für die Staffelläufer und werde dort von meinen Teamkollegen angefeuert. Die 10km Marke erreiche ich bei 38:31 ein klein wenig schneller als Plan.

Volksfeststimmung mit Vuvuzelas

Es geht zurück in Richtung Mannheim durch den Vorort Seckenheim. Am Streckenrand herrscht Volksfeststimmung und die Teilnehmer werden durch die Anwohner frenetisch angefeuert. Dazu Trommelwirbel und nicht wenige Vuvuzelas. Einige Mitstreiter lassen sich durch den großen Zuspruch euphorisiert zu Tempoverschärfungen verleiten, ich versuche dies nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Geruch von Grillgut und Bier steigt mir in die Nase, es sind ja „nur“ noch gute 30km. Es geht zurück nach Mannheim durch Neuostheim am Fernsehturm vorbei dann wieder Richtung Innenstadt. Bei Kilometer 20 in den Quadraten biegen dann die Halbmarathonis ab. Die Strecke wird ab hier spürbar leerer.
Weiter im Alleingang
Ich laufe in einer 3er-Gruppe auf die Kurt-Schumacher-Brücke über den Rhein nach Ludwigshafen. Die Halbmarathonmarke relativ am Anfang der Brücke passiere ich bei 1:21:48h schneller als Plan. Das Tempo werde ich nicht halten können und ich hoffe, es gibt nur einen moderaten Einbruch. Noch auf der Brücke überhole ich mit „meiner 3er–Gruppe“ die beiden führenden Damen ostafrikanischer Herkunft. Leider muss ich auch nach wenigen Kilometern aus „meiner Gruppe“ ausbrechen, da das Tempo sich auch hier verlangsamt hat. Für den Rest des Marathons bin ich nun alleine unterwegs und es heißt nun „Zähne zusammenbeißen!“, denn: Die bereits erwähnten in der Vorbereitung zu stark strapazierten Beine machen sich ab Kilometer 28 bemerkbar und ich kann meinen Schnitt von 3:55min/km teilweise nicht mehr ganz halten.
 
Ein Platz unter den Top 10 rückt näher
In Ludwigshafen geht es durch die Stadtteile Mundenheim und Rheingönnheim. Das Pokalfinale hat bereits begonnen und die Ergebnisse werden an den verschiedenen Actionpoints durchgegeben. Zu meiner Freude liegt Borussia Dortmund vor Bayern München klar in Führung. Kilometer 30 passiere ich bei 1:56:45h immer noch knapp unter Plan. Bei der nächsten Wechselzone für den Teammarathon bei etwa km 33 im Stadtteil Gartenstadt werde ich nochmals von meinen Teamkollegen motiviert. In Ludwigshafen kann ich noch zwei Läufer vor mir einsammeln und befinde mich laut Aussage eines Streckenpostens auf Position 10. Es geht zurück auf die Brücke zurück nach Mannheim. Da ich alleine unterwegs bin, macht sich der Gegenwind hier besonders unangenehm bemerkbar. Die Beine sind schwer und ich muss etwas Tempo rausnehmen.
 
Endspurt
Es geht die Brücke runter, noch ein paar Schlenker durch Mannheim zum Paradeplatz und wieder zurück Richtung Rosengarten. Am Sporthaus haben sich einige meiner Arbeitskollegen zum Anfeuern versammelt. Das gibt nochmal Motivation für die letzten hundert Meter. Es geht auf die Zielgerade und ich erreiche erschöpft die Ziellinie mit Gesamtplatz 9 nach 2:45:12h (netto). Nach einer nicht ganz optimal verlaufenen Vorbereitung bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im Ziel gibt es zudem sehr erfreuliche Nachrichten von meinem Teamkollegen. Holger Exner wird mit Gesamtrang 5 in 2:33:49h bester Deutscher in der Wertung Marathon. Daneben konnten die Männer-, Frauen-, und Mix-Staffeln mit 2:21:19h, 2:54:21h und 2:48:11h jeweils den ersten Platz erreichen.
 
 
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