Metropol-Leben, Chelsea Fans und ein Hattrick

Please find the English version below!

Hey Leute,
meine erste Saison im Ausland ist in vollem Gange. Wir haben leider schon am Anfang der Runde zu viele Punkte liegen lassen, sind auch schlecht in der Champions League gestartet. Kurz und knapp: Es läuft noch nicht optimal.
Aber die letzten Spiele zeigen unsere Entwicklung. Als Teil des Teams wachse auch ich mit der Zeit. Sicher ist es so, dass man am Anfang erst mal versucht, fehlerfrei zu spielen. Da geht man noch nicht volles Risiko. Ich habe mittlerweile gelernt, dass aber genau dieses Risiko Teil meines Spiels ist und es wichtig ist, meine natürliche Spielweise umzusetzen.
Weniger Gedanken, mehr Risiko


Bei meiner Entwicklung hilft sicherlich, dass ich mich beim CFC sehr wohl fühle und ich mich freue, in einer so tollen Stadt wie London zu leben. Es ist eine faszinierende Metropole, die man aber nicht im Schnelldurchgang kennenlernt. Für Besuche in der Heimat bleibt da im Moment leider wenig Zeit.
Aber mir war von Anfang an klar, dass ich mich zunächst voll auf mein neues Zuhause hier in London konzentriere. Der Verein und das neue Umfeld stehen im Vordergrund. Glücklicherweise kommen meine Familie und Freunde mich oft bin London besuchen, so dass ich hier gar nichts vermisse.

Mit Michael Ballack beim Essen
Sogar Michael Ballack war zuletzt hier zu Besuch und wir haben uns zum Essen getroffen. Ich bin natürlich sehr froh, mit ihm einen Freund zu haben, der mir mit seinen Erfahrungen hilft und mit dem man hervorragend fachsimpeln kann.
Auch zu den anderen deutschen Spielern in London habe ich Kontakt. Der ist aber nicht so intensiv, weil wir durch die vielen Spiele zu stark beschäftigt sind und natürlich auch unterschiedliche Interessen haben.
Im Duell mit Kumpel Lewis Holtby
Trotzdem ist es etwas Besonderes, wenn man dann, wie zuletzt, gegen einen Kumpel wie Lewis Holtby spielt. Beide Deutsche, beide mit der Nummer 14 und beide gemeinsam eingewechselt, nur für unterschiedliche Teams, er für die Spurs, ich für den FC Chelsea. Wir hatten vor dem Spiel keinen Kontakt, aber natürlich danach. Lewis ist ein toller Typ und ich bin froh, dass wir befreundet sind. Er wird sich durchsetzen.
Zu meinen alten Kollegen von Bayer Leverkusen habe ich ebenfalls noch Kontakt und verfolge die Spiele. Leverkusen ist sensationell gestartet und hat einen tollen Lauf. Sie haben sich als dritte Kraft in der Bundesliga ein Stück weit etabliert. In der Mannschaft steckt viel Potential.
Fantastische Chelsea-Fans


Abschließend noch ein paar Worte zu den Fans in England: Die Stadien in England sind meistens voll und die Fans begeistert bei der Sache. Es gibt hier keine ausgewiesenen Fanblöcke, die sich gegenseitig aufputschen. Die Begeisterung wird in den engen Stadien anders wahrgenommen als in Deutschland, wo die Ränge weiter weg sind. Ich empfinde die britischen Fans als aufgeschlossen und fachkundig. Bislang habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.
Die Chelsea Fans sind fantastisch, stehen voll hinter dem Verein. Natürlich nimmt man die Fans auch alleine schon durch die engeren Stadien intensiver wahr. Insgesamt ist die Fankultur hier sehr ausgeprägt und nicht nur auf die Region fokussiert. Chelsea ist natürlich auch ein Weltclub, der überall Fans hat. Ich fühle mich in diesem Umfeld sehr wohl!

Nationalmannschaft - voller Stolz und Freude

Die Qualifikation für die WM ist geschafft. Souverän und ohne Niederlage. Die beiden letzten Spiele gegen Irland und Schweden waren auch für mich ein tolles Erlebnis. Gut gespielt und 4 Tore, mit einem Hattrick gegen Schweden, das macht stolz und freut mich. Aber wichtiger ist die Mannschaft und das Team, das diese tolle Serie bewerkstelligt hat.
Jetzt geht der Blick wieder voll auf meinen Verein, die Premier League und Champions League mit den schweren Spielen gegen Schalke...
Euer Schü
ENGLISH VERSION
Hey guys,


my first season abroad is in full swing. Unfortunately we lost too many points at the beginning of the round and started badly in the Champions League. Clear and brief: It doesn’t look ideal.
Yet our last matches show our development this season. As part of the team, I’m growing as well over time. Sure, at the beginning you’re trying to play without any mistakes. You’re not taking the full risk. But in the meantime, I’ve learned that especially that risk is part of my game and that it’s important to translate my natural way of playing to the pitch.

Less thoughts, more risk
For sure it’s a big help that I’m feeling good at CFC and that I’m happy to live in a city as beautiful as London. It’s a fascinating city that you can’t discover in a rush. So at the moment I don’t have much time to visit my homeland.
From day one it was obvious that I totally want to focus onto my new home in London. The club and its environment are my focus. Fortunately, my family and friends often make a visit so that I don’t miss anything here.
Dinner with Michael Ballack
Even Michael Ballack was here and we met for dinner. I’m so lucky to have a friend like him, who helps me with his experiences and who talks shopwith me.
I try to keep in touch with more German players in London. But it’s not that intensive as we’re all very busy with so many matches and obviously we also have different interests.
A match against my friend Lewis Holtby
It’s always special to play against a buddy like Lewis Holtby. Both Germans, both players with the number 14 and both substituted. The only difference was that we played for two different clubs, he played for the Spurs, I played for Chelsea. Before the game against the Spurs we weren’t in contact, but afterwards we talked a lot. Lewis is a great guy and I’m proud that we’re friends. He will establish himself.
I’m also following the games of my former club in Germany, Bayer Leverkusen. They started sensationally and now they are on a roll. They established themselves as the third power in Germany and the team has big potential.

Fantastic Chelsea supporters
I also have to tell you about the fans here in England. In some parts they are different from the fans in Germany. Stadiums in England are crowded nearly all of the time and the fans are always very enthusiastic. There aren’t this big fan sections that are fighting against each other like in Germany. Due to the cramped stadiums it’s a different kind of atmosphere than in Germany where the supporters are a bit farther away. For me the British fans are very broad-minded and competent. I haven’t had any bad experiences with fans, even less at Stamford Bridge.
The Chelsea fans are fantastic; they loyally stand by the club. Of course you notice the crowd more intensely because they are so close to the pitch. All in all, the fan culture in England is very distinctive and not focussed on any region in the country. Needless to say that Chelsea is a big club, who has supporters around the world. I feel very comfortable in these surroundings.
National team - pride and happiness


The qualification for the World Championship is accomplished. With aplomb and no defeat. The last two matches against Ireland and Sweden were a great experience for me. Scoring four times and even with a hat-trick against Sweden made me proud and glad. Yet it's the team which is most important and it's the crew that accomplished this great series.
Now, I'm focussing on the future, on my club, the Premier League and the Champions League with difficult matches against Schalke...
Cheers, Schü
 
Bilder / pictures: Getty Images, instagram.com/andreschuerrle

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