Merinowolle: Icebreaker im Sommer

Längst ist Merinowolle kein Geheimtipp mehr und hat seinen festen Platz im Bereich der Outdoorbekleidung. Neben einer Vielzahl an Kunstfasern und der klassischen Baumwolle, gelingt es den Bekleidungsstücken aus Merinowolle immer mehr Hobby- und Leistungssportler zu begeistern. Funktionalität, Geruchsneutralität und ökologische Aspekte stehen hierbei im Vordergrund. Und das Vorurteil, dass Wolle kratzen muss, hat das Merinoschaf eindrucksvoll widerlegt. In den Alpen auf der Südinsel Neuseelands haben die Schafe ein Hightechfell entwickelt, um sich an die unterschiedlichen Witterungen anzupassen. Bis zu -20°C im Winter und 35°C im Sommer lassen erahnen, welche außergewöhnlichen Funktionen diese Fasern haben müssen. Während sich viele bei Wintersportarten wie Skifahren und Snowboarden schnell an entsprechende Unterwäsche und Isolationsschichten gewöhnt haben, fällt der Gedanke an das Tragen von Merinowolle im Sommer bei Temperaturen über 20°C schwer. Auch ich war skeptisch, letztlich haben mich aber, besonders auf meinem australischen Roadtrip bei 30°C und mehr, die T-Shirts absolut überzeugt.
 
Was macht Funktionsbekleidung aus Merinowolle im Sommer zum idealen Begleiter?

Die Wolle der Merinoschafe kühlt, indem sie den vom Körper produzierten Feuchtigkeitsdampf nach außen ableitet und an die Stoffoberfläche zieht. Diese Entlüftung hat noch einen angenehmen Nebeneffekt: Weil der Dampf sofort abgeleitet wird, bildet sich keine Feuchtigkeit und das Kleidungsstück bleibt angenehm trocken. Entsteht in sportlichen Belastungsphasen Schweiß, kann die Merinofaser bis zu 30% des eigenen Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Darüberhinaus verschafft die gespeicherte Feuchtigkeit angenehme Kühlung bei extremen Temperaturen. Im Vergleich zu Kunstfasern und Baumwolle ist diese Kombination aus Feuchtigkeitstransport und Kühlung einzigartig.
 
Praktisch ist im Sommer auch der hohe Schutz vor Sonnenstrahlung. Einer der Spezialisten für Outdoorbekleidung aus Merinowolle, das neuseeländische Unternehmen Icebreaker, gibt beispielsweise einen UV-Schutz von mindestens 50 für seine Produkte an. Dass Merinowolle schnell trocknet, auf Grund der elastischen Faser kaum knittert und schlecht Schmutz bzw. Gerüche annimmt, spricht zusätzlich für den Einsatz auf Mehrtagestouren und Reisen.
 
 
Praktische Tipps für den Umgang mit Produkten aus Merinowolle
Wie alle anderen Funktionsfasern könnt ihr T-Shirts aus Merinowolle direkt auf der Haut tragen oder je nach Temperatur im Zwiebelprinzip mit Unterwäsche und Außenschichten kombinieren. Grundsätzlich solltet ihr darauf achten, alle Produkte körpernah zu tragen, um die optimale Funktionalität zu gewährleisten. Auch die Pflege ist kein Problem. Bei 30°C, mit normalem Waschmittel wird Merinowolle wieder sauber und kann danach flach oder auf der Wäscheleine getrocknet werden. Einzig einen Trockner mag die Faser nicht. Wer dann noch ab und zu eine Jeans (geschlossener Reißverschluss!) mit in den Waschgang gibt, entfernt gleich noch lose Fasern und vermindert Pilling. Eine genaue Pflegeanleitung gibt es hier.
 
Habt ihr noch Fragen zur Merinowolle und ihrem Einsatz? Oder seid ihr bereits mit Bekleidung aus Merinowolle unterwegs? Lasst es mich wissen ...
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