Membranen in der Sportbekleidung: Wind- & wasserdicht

Bei allen Outdoor-Sportarten gehören Bekleidungsstücke die vor Wind und Regen schützen, zur Grundausrüstung. Egal ob Jacke, Hose, Mütze, Handschuhe oder Schuhe, wenn es draußen stürmt und feucht wird, soll es innen angenehm trocken bleiben. Nicht selten kommt es beim Kauf des entsprechenden Equipments vor, dass die Käufer mit der Flut an verschiedenen Materialien schlichtweg überfordert und am Ende unsicher sind, das ‚Richtige’ gekauft zu haben. Grund genug also, um hier die wichtigsten Fakten zum Thema "Membranen - Wind- und Wasserdichtigkeit" aufzugreifen und die unterschiedlichen Fabrikate kurz vorzustellen.
Aufgaben von Funktionsbekleidung
Funktionsbekleidung der äußersten Schicht hat zwei Hauptaufgaben: Feuchtigkeit (Schweiß) von innen nach außen transportieren und Wind bzw. Regen abhalten. Grundsätzlich liegt die Schwierigkeit bei der Herstellung solcher Produkte daher in der Gewährleistung der äußeren Wasserdichtigkeit, ohne die Bekleidung auch von innen wasserdicht zu machen.
 

Theorie zur Funktionsbekleidung
Um die Wirkungsweise, beispielsweise der Outdoorjacke Dynafit Herren Bergsport-Jacke Patroul GTX Activeshell Jacket, besser zu verstehen, ist es hilfreich, sich die Membran als Trennschicht zwischen zwei Stoffen vorzustellen, welche teilweise durchlässig ist. Aufgrund eines Temperatur- oder Druckgefälles können Konzentrationsunterschiede zwischen den zwei Seiten der Membran ausgeglichen werden, was als Osmose bezeichnet wird. Für die Outdoorjacke bedeutet das, dass die Schweißperlen (Feuchtigkeit) mit Hilfe der höheren Temperatur auf der Innenseite der Jacke durch die Membran an die Außenseite der Jacke ‚transportiert’ werden und dort verdunsten. Da das Temperaturgefälle diesen Vorgang entscheidend beeinflusst, funktionieren alle Membranen maximal bis zu einer Außentemperatur von 20°C richtig gut, danach nimmt der Feuchtigkeitstransport von innen nach außen spürbar ab.
 
Aufgabe der äußeren Wasserdichtigkeit
Für die zweite Aufgabe, die äußere Wasserdichtigkeit, nutzen die Hersteller von Membranen zwei unterschiedliche Prinzipien. Auf der einen Seite gibt es Hersteller wie Gore-Tex und Event, die eine Membran mit Poren herstellen, durch welche die warmen, dampfförmigen Wassermoleküle von innen nach außen schlüpfen können, gleichzeitig aber die deutlich größeren, ‚normalen’ Wassermoleküle (Regen) nicht von außen eindringen können. Auf der anderen Seite gibt es Hersteller wie Dermizax, die eine Membran mit hydrophilen (wasserliebenden) und hydrophoben (wasserabstoßenden) Bestandteilen produzieren und so eine hohe Wasserdichtigkeit erreichen. Grundsätzlich gilt für Bekleidungsstücke nach einer DIN Norm eine Wassersäule von 1.300 mm als Grenze für die Wasserdichtigkeit. Dieser Wert wird jedoch von allen Herstellern um ein Vielfaches übertroffen und sollte keinesfalls alleiniges Kaufkriterium sein. Meine Empfehlung für den Alltagsbereich ist eine Wassersäule von mindestens 5.000 mm und für den Sportbereich von mindestens 10.000 mm.
Membran vs. Beschichtung
Um wasserdichte und „atmungsaktive“ Außenbekleidung herzustellen, muss zunächst ein Stoff produziert werden, welcher dann weiterverarbeitet werden kann. Dafür muss die sehr feine Membran auf den späteren Außenstoff laminiert werden. Wird zusätzlich auch der Innenstoff auf die Membran laminiert, spricht man von einem 3-Lagen-Laminat, bleibt der Innenstoff hingegen lose (meist in Form eines dünnen Stoffes oder Stoffnetzes) vom 2-Lagen-Laminat. Während das 3-Lagen-Laminat Vorteile in Feuchtigkeitstransport und Abriebsfestigkeit hat und daher für den ambitionierten Sporteinsatz prädestiniert ist, werden 2-Lagen-Laminate, da sie weniger steif sind und sich weicher anfühlen, häufig im Bereich der Bekleidung für den Alltag eingesetzt. Abzugrenzen von den Laminaten sind die Stoffe mit Beschichtungen. Hierbei wird eine entsprechende Beschichtung von innen auf den Außenstoff aufgesprüht, welche dann für Feuchtigkeitstransport und Wasserdichtigkeit sorgt. Vorteil der Stoffe mit Beschichtung ist ähnlich dem 2-Lagen-Laminat der weichere Griff, gleichzeitig ist die Produktion günstiger, was sich auch im Kaufpreis des entsprechenden Produktes niederschlägt.
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