Mein erster Klettersteig - traue ich mir das zu? Teil 1

Klettersteige sind total in, und unbestreitbar ein tolles Erlebnis. Für einen ambitionierten Wanderer und generell für Bergliebhaber ist das Klettersteig-Gehen in den Alpen eine naheliegende Erweiterung des bergsportlerischen Spektrums. Andererseits hört man immer wieder von Rettungsaktionen, bei denen ermüdete Leute aus Klettersteigen gerettet werden müssen, weil sie sich komplett überschätzt haben, bzw. die Tour, das Wetter oder die Ausgesetztheit.

1. So sieht Ausgesetztheit aus

Wie aber findet man nun heraus, ob man sich einen Klettersteig zutrauen kann oder ob man besser gleich die Finger davon lässt? Eine Möglichkeit ist natürlich, einen Kurs zu machen, wie zum Beispiel beim  DAV.  Eine andere Option ist, mit einem erfahrenen Klettersteigler mitzugehen, und sich so heranzutasten. Allein oder in einer Gruppe mit anderen Anfängern ist auf keinen Fall eine gute Idee. Egal, für welche Herangehensweise Ihr euch entscheidet – man stellt sich trotzdem die ein oder andere Frage im Vorhinein:

Was brauche ich für einen Klettersteig?

Es versteht sich von selbst, dass man Ausrüstung für den Klettersteig braucht, die passt und in Schuss ist. Dazu gehören der Klettergurt (Hüft- oder Brustgurt), die Bremse (Klettersteig-Set), ein Helm und spezielle Handschuhe. Keiner dieser Gegenstände ist optional! Falls man sich Ausrüstung leiht, sollte man sie zu Hause testen und die Funktionalität üben. Außerdem sind Stöcke für den Abstieg von Vorteil, und man sollte keinen allzu großen oder schweren Rucksack dabei haben.

Wichtig: bitte richtige Bergstiefel oder stabile Wanderstiefel anziehen! Turnschuhe, Trailrunning-Schuhe und dergleichen sind nicht für einen Klettersteig geeignet. Erstens braucht ihr eine stabile Sohle, damit ihr auch ohne Probleme auf spitze Felsen und schmale Tritte steigen könnt, ohne dass die Sohle durchbiegt. Zweitens – so banal es klingt – macht ihr euch einfach eure Turnschuhe kaputt in solchem Terrain.

2. Gute Tritte sind das Wichtigste

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – was heißt das genau?

Es steht in fast jeder Tourenbeschreibung, dass Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert sind, aber was genau bedeutet das? Trittsicherheit ist etwas, das man mit Erfahrung in den Bergen und viel Wander-Routine lernt. Jeder, der öfters beim Wandern ist, sollte einigermaßen trittsicher sein. Man darf natürlich nicht rumstolpern und sollte besonders in steilerem Gelände die Füße mit Bedacht und ohne Hektik setzen, im felsigen Gelände vor dem Belasten kurz prüfen, ob der Tritt oder Griff auch hält. Vorsicht ist vor allem bei Nässe und Schnee, aber auch abschüssigen Geröllhängen oder brüchigem Fels geboten.

Etwas anders gestaltet es sich mit der Schwindelfreiheit. Wenn ich einen Abgrund hinunterschaue, dann wird mir auch etwas mulmig zumute. Es ist auch ganz normal, dass man Respekt vor der Tiefe hat und sich eine ausgesetzte Stelle an einem Drahtseil anders anfühlt als ein breiter Wanderweg. Man sollte aber nicht in Panik geraten oder eine Blockade bekommen.

1. manchmal geht es über kleine Brücken 2. Typische Stelle am Felsband 3. Im Abstieg wird es unübersichtlich


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