Marcel Fleschhut beim Mountainbike Worldcup

„Der Startschuss fällt in wenigen Sekunden“





Dies sind die letzten Worte der Rennleitung, bevor die Strecke frei gegeben wird. Die Musik wird ein wenig leiser gestellt und die Zuschauer fangen an zu klatschen. Jetzt beginnt das Gänsehaut-Feeling und der Puls steigt in die Höhe. Die Sprecher heizen die Stimmung an und der Countdown läuft: noch 15 Sek. und dann geht es los.
Die Startpistole wird betätigt.
Nach dem Startsignal beginnt ein hartes Rennen mit über 100 Konkurrenten. Denn dann werden wir auf einer neu angelegte Strecke starten und über 1,5 Stunden vor heimischem Publikum ein großartiges Sportevent erleben: Ich als Athlet und Ihr am Streckenrand. Vor Ort kann man die „Faszination Mountainbike“ am besten spüren, wenn man den Athleten die Anstrengung aus dem Gesicht ablesen kann und der Zuschauer mit eigenen Augen sieht, mit welcher Geschwindigkeit wir den Berg hoch und runter fahren.

Mit den weltbesten Mountainbikern an der Startlinie
Am 19. Mai um 14 Uhr beginnt die Worldcup-Saison 2013 der Elite Männer mit dem Rennen in Albstadt/Deutschland.
Der Mountainbike Worldcup ist die höchste Cross-Country Rennserie der Welt. Dort stehen die besten Athleten des Sports an der Startlinie: Olympia-Sieger, Weltmeister, Europameister und Nationale Meister. Jeder will für sich das bestmöglichste Ergebnis erzielen und wird alles geben. Ich freue mich ein Teil dieses Starterfelds zu sein.
Rechte Linie, linke Linie oder doch voll durch die Mitte?
Bevor am Sonntag jedoch das Startsignal ertönt sollten einige Vorbereitungen getroffen sein. Dazu gehört zum Beispiel eine intensive Streckenbesichtigung. So bin ich einige Tage zuvor mit der Nationalmannschaft zur Streckenbesichtigung nach Albstadt gereist. Albsta

dt, zu dieser Strecke habe ich durchaus ein gutes „Verhältnis“. Mit längeren, steilen Anstiegen und technisch sehr anspruchsvollen Abfahrten, kommt mir diese Strecke sehr entgegen. Dort konnte ich schon einige Erfolge feiern, im Frühjahr 2010 sogar einen Sieg in der U23-Klasse Herren.
Für den anstehenden Worldcup haben die Organisatoren die Strecke noch weiter optimiert und neue Streckenabschnitte integriert. Nun können die Zuschauer die Strecke zum großen Teil einsehen und den Rennverlauf komplett beobachten. Deshalb ist es wichtig sich im Training jede Passage intensiv anzuschauen und sich einzuprägen, um dann im Wettkampf die richtig

e Linienwahl zu treffen. So kann man nicht nur Zeit sparen und wertvolle Meter zum Konkurrenten gut machen, sondern auch „Schwung-Linien“ wählen und so Kraft sparen.
Stimmt der Luftdruck?
Wie ihr ja wisst:  ein Mountainbike Cross-Country Rennen wird bergauf entschieden. Wer hier die meiste Power hat, steht am Ende oben. Aber die Kombination zwischen richtiger Linienwahl bergab und der meisten Power bergauf ist im Mountainbike Cross-Country Sport immer wichtiger geworden. Die Strecken von heute werden technisch immer anspruchsvoller, um den Zuschauern eine tolle Show zu bieten. Deshalb kann es sein, dass im entscheidenden Moment genau die eine letzte Kurve in der Abfahrt den Sieg sichern kann.
Selbstverständlich beginnen die Vorbereitungen auf so einen Wettkampf schon lange bevor der Startschuss fällt. Zum einen mit der Streckenbesichtigung, zum anderen mit der Einstellung des Wettkampf-Bikes.
Bei so einem Highlight im eigenen Land möchte man als Sportler natürlich 100% sicher sein, dass jede Schraube fest sitzt und alles optimal eingestellt ist. Dazu gehört zum Beispiel der richtige Luftdruck in der Gabel oder die optimale PSI im Reifen.


Die Ruhe vor dem Sturm
Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind und alles passt, beginnt die „Ruhe vor dem Sturm“. Man versucht keine Kraft mehr zu verschenken und verbringt die letzten Tage mit Regeneration. Der Physiotherapeut lockert am Vortag die Muskeln durch. Mental fährt man nochmals den Streckenverlauf ab und fokussiert sich voll auf diesen einen Moment.
Jetzt kann der Startschuss fallen, ich bin bereit!
Wir sehen uns in Albstadt!
Ride on!
Euer Marcel

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