Marathon als Medikament und nicht als Risiko – Marathontipps von Brooks und engelhorn sports

Im letzten Artikel habe ich eine kleine Hilfestellung dabei gegeben, wie man den inneren Schweinehundüberwindet und sich gar mit ihm anfreundet. Dabei kommt natürlich die Frage auf: Wozu das alles? Ist Marathontraining sinnvoll? Klare Antwort: Ja! Denn abgesehen vom Spaßfaktor macht das Laufen auch gesund, ganz egal, was ihr bislang auch so gehört habt.
Das Laufen ist dem Menschen angeboren. In grauer Vorzeit hatte die Evolution den Menschen als einen Jäger und Sammler kreiert, der eine Laufleistung von bis zu 40 Kilometern pro Tag aufbrachte. Lauftraining ist mehr Medikament als Risiko.
Von 40 Kilometer auf 1000 Schritte
Von den 40 Kilometern, die unsere Vorfahren noch zurückgelegt haben, ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Weniger als 1000 Schritte pro Tag legt der Durchschnitts-Europäer heutzutage hin - Bewegungsmangel spielt vor Fehlernährung die Hauptrolle bei der Entstehung vieler Zivilisationserkrankungen und ist damit für die Haupttodesursachen in den westlichen Industrieländern verantwortlich. Lauftraining ist das natürlichste und effektivste Gegenmittel dagegen.
Marathontraining gegen Depressionen und Co
Regelmäßiges Ausdauertraining, d.h. 4-5 Stunden pro Woche, erhöht die Stressfähigkeit und mentale Leistungsfähigkeit, stärkt das Immunsystem und verringert Diabetesrisiko, Blutdruck, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sowie das das Risiko an Depression, Demenz oder Brustkrebs zu erkranken.
Es senkt das Übergewicht, hemmt die Gefäßalterung und verringert altersbedingte körperliche sowie geistige Leistungseinbußen. Gäbe es ein Medikament, das all das garantiert, die Welt würde es feiern.
Weniger als ein Toter unter 100.000 Marathonläufern
Der gesundheitliche Nutzen regelmäßigen Lauftrainings übertrifft die möglichen Risiken bei weitem. Als eines der größten Risiken wird weltweit noch immer der Herztod gesehen, da man immer wieder in der Tagespresse auf Meldungen von Sportlern jeder Alters- und Trainingsgruppe erfährt, die einen plötzlichen Herztod erlitten haben.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber ergeben, dass sich über 90 Prozent aller plötzlichen Herztodesfälle nicht unter körperlicher Belastung ereignen. Von den anderen 10 Prozent ereignen sich auch die wenigsten beim Marathon. Gerade einmal 0,5 bis 0,8 Herztodesfälle ereignen sich pro 100.000 Marathonläufer, die Hälfte davon nach Kilometer 40. Ein extrem geringes Risiko.
Lauftraining gegen das „Metabolische Syndrom“
Vielmehr ist die Gesundheit durch das sogenannte „Metabolische Syndrom“ gefährdet. Dieses setzt sich aus bauchbetonter Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderten Blutfettwerten und Störungen des Blutzuckerstoffwechsels zusammen. Es gilt als Hauptentstehungsmechanismus von Krankheiten in den westlichen Industrieländern und führt um ein Vielfaches häufiger zum Herztod als ein Marathon.
Ein der Gesundheit und dem Leistungsstand angepasstes, regelmäßig niedrig intensives Marathontraining ist ein hocheffektiver Weg selbstmotivierter Gesundheitsprävention und ist daher mehr Medikament als Risiko.
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